Feuer ins Öko-Öl

21 gute Tipps für Einwender bei Anhörungen und Diskussionen

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(tutut) – Wer nicht für Windkraft ist, ist gegen sie? Wie will er das machen? Darüber lacht sich „Lothar“ nicht einen Ast, sondern ganze Wälder. Was nach Gegengebläse aus Gemeinderäten klingt, weil sie nichts anderes wissen, was der Bürgermeister weiß, und der weiß auch nichts, aber er folgt dem Lockruf des Geldes von Spekulanten mit Windmühlen. Denn bald  fließen die Subventionen magerer von den Konten der Steuerzahler, und so muss auch der Rest Landschaft noch vermühlt und zermahlen werden mit Turmbauten babylonischer Höhen. Sie nutzen nichts. Aber stützen Aberglauben merkelscher Dimensionen, welche alles schaffen. Nur sie selbst nicht.

Im Kampf der Don Quijotes und Sancho Panzas  helfen nur deren eigene Waffen. Pusteblume! Hier 21 Tipps für Gegenwind. Als Feuer ins Öko-Öl, denn nichts schmiert besser..

1. Halte dich niemals an die Tagesordnung, denn die hilft nur dem
Antragsteller sich vorzubereiten. Durch flinken Themenwechsel hast du
eine Chance, Antragsteller und Genehmigungsbehörde unzureichender
Vorbereitung und unzureichender Kenntnisse zu bezichtigen.
2. Sprich nur über Punkte, die nicht in den schriftlichen Einwendungen
enthalten sind. Denn auf das Schriftliche sind die Antragsteller
vorbereitet. Notfalls bezweifle, dass das Verfahren ordnungs- oder
rechtsgemäß lauft.
3. Zitiere ohne Bedenken. Am besten Hörensagen-Quellen oder in
Vergessenheit geratene Arbeiten (Erscheinungsdatum z. B. bis 1935
zurück), notfalls erfinde welche. Das bringt die Unwissenheit der
Antragsteller an den Tag.
4. Zitiert der Antragsteller aus Arbeiten, die ein Jahr alt sind, lehne sie als
»von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen überholt«
kategorisch ab.
5. Stelle gezielte Fragen an einzelne Personen, deren Namen du erfahren
hast. Stelle diese Fragen möglichst umfassend und ausführlich und
fordere dazu ein klares »ja oder nein« als Antwort. Durch die dadurch
resultierende Pause bis zur Antwort kannst Du beweisen, dass der
andere keine Ahnung hat.
6. Stelle Fragen zu Details, die ruhig auf den ersten Blick als neben-
sächlich erscheinen dürfen. Erfinde notfalls solche Details. Weil der
andere meist nicht spontan antworten kann, wird aus deiner Mücke
rasch ein Elefant.
7. Behaupte als Stand der Wissenschaft und Technik, was immer du für
wünschenswert hältst. Du schuldest keine Beweise. Dafür bleibt der
Gegenbeweis immer am Antragsteller hängen.
8. Halte dich nicht bei Themen auf, auf die zweimal in Folge flüssig
geantwortet wurde. Nicht die Antwort, sondern die Nicht-Antwort bringt
Stimmung in den Saal.
9. Beharre auf deinem Rederecht. Niemand wird dir ernsthaft das Wort
entziehen, wenn du an das demokratische Gewissen oder ähnliches
appellierst. Wenn du ohne lange Vorrede und dann unter zehn Minuten
redest, könnte das Zweifel an deiner Ernsthaftigkeit wecken.
10. Gib dich nicht mit einer Auskunft zufrieden. Weise grundsätzlich auf die
Unvollständigkeit der Antwort, die mangelnden Kenntnisse und die
Unbelehrbarkeit des Antwortenden hin. Dadurch erhöhst du den Ruf
eines Fachmannes von hohen Graden.
11. Wehre dich gegen jeden Versuch, ein Thema abzuhaken. Denn alles
kommt von allem. Komme deshalb ohne Hemmungen immer wieder an
verschiedenen Tagen auf alles zurück.
12. Nur Anfänger erscheinen pünktlich. Überlasse die ersten dreißig
Minuten getrost der Diskussion über Formalien. Erst dann kommt dein
Fachwissen voll zur Geltung.
13. Stelle wenigstens einen Befangenheitsantrag pro Tag gegen die Ver-
handlungsleitung oder einen/mehreren ihrer Fachgutachter. Begründe
dies entweder mit offenkundiger Parteinahme, Inkompetenz oder
mangelnder Vorbereitung.
14. Drücke deine Empörung gezielt und lang anhaltend aus, wenn, wie
meist, ein Befangenheitsantrag abgelehnt wird.
15. .Betrachte die vorgelegten Antragsunterlagen genauestens. Wenn ein
Komma oder Punkt fehlt oder gar ein Schreibfehler unterlaufen ist, dann
sprich von bewusster Irreführung der Bevölkerung, mindestens aber von
unverantwortbaren Schwachstellen und Mängeln.
16. Sollten Politiker, insbesondere von der Gegenseite, anwesend sein, so
beschimpfe sie aufs heftigste. Wirf ihnen Ignoranz und Unmenschlich-
keit usw. vor. Wähle aber die Worte so, dass sie dich nicht der
Verleumdung oder Beleidigung bezichtigen können.
17. Behaupte grundsätzlich, dass die vorgelegten Unterlagen unzureichend,
lückenhaft, unwissenschaftlich, irreführend und nicht dem Stand der
neuesten Technik entsprechend sind. Überlege besonders, was es auf
dieser Weit noch an Gutachten, Unterlagen, Analysen, Prognosen,
Untersuchungen und Sonstigem noch gibt, was du fordern und
beantragen kannst.
18. Halte dich möglichst wenig mit sachlichen Diskussionen auf, das
schadet einer geladenen und aufgeheizten Atmosphäre, und die
Zuschauer wandern mangels Spannung ab.
19. .Sprich insbesondere immer wieder von noch unbekannten enormen
Gefahrenpotentialen, die die Wissenschaft noch erforschen muss. Unter
diesem Aspekt ist die vorgeschlagene Technik total veraltet, und es ist
menschenverachtend, wenn sie zum Einsatz kommen sollte.
20. Stelle vorhandene Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und alles Ein-
schlägige als für diesen speziellen Fall nicht anwendbar, veraltet, unzu-
treffend und zu großzügig dar.
21. Halte flammende Appelle an die Politiker (die sowieso von der Industrie
gekauft sind) nach besseren Gesetzen und zwar in deinem Sinne. Und
verdächtige alle Gutachter der Gegenseite ebenfalls als Vertreter profit-
süchtiger Industrie.
Stelle Detailfragen, zweifle den Stand der Technik an
und zitiere unbekannte wissenschaftliche Arbeiten.
(Quelle: a3 UMWELT, Ausg. 3-4/1993, S. 110f)

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