Fakten, Fakten

Attac-Mitglied Heiner Geißler kommt nach Spaichingen – Wer und was ist Attac:

attacgeißler

Was ist Attac?
„Globalisierung geht ganz anders – Mensch und Natur vor Profit!“
Immer mehr Menschen nehmen wahr, dass die Veränderungen und Probleme in unserer zusammenwachsenden Welt zunehmen:
    die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf, hierzulande, innerhalb Europas und weltweit
    Millionen Menschen leiden Hunger, viele arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen, Kinder wachsen in Armut auf
    Unternehmen und Konzerne schreiben Rekordgewinne und entlassen dennoch tausende Mitarbeiterinnen, Politiker und Gewerkschaften scheinen dagegen machtlos zu sein
    Bildung, Wissen, Gesundheit, Altersvorsorge werden privatisiert und damit vom Allgemeingut zum Luxusobjekt
    das Klima verändert sich in rasendem Tempo, aber gegen den Ausstoß von Treibhausgasen scheint es kein Mittel zu geben
    um gefragte Rohstoffe werden Kriege geführt

Diese Entwicklungen sind kein Naturgesetz, sondern die Folge politischer Entscheidungen: Entscheidungen, die wir nicht tatenlos hinnehmen; Politik, die auch ganz anders aussehen kann.
Eine andere Welt ist möglich!

Dem Attac-Netzwerk haben sich bereits 90.000 Mitglieder in 50 Ländern angeschlossen. Wir verstehen uns als Teil einer globalen Bewegung. Auch in Deutschland bildet Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis, das von den Gewerkschaften Verdi und GEW über den Umweltverband BUND oder die katholische Friedensorganisation Pax Christi bis hin zu kapitalismuskritischen Gruppen reicht.

Mitglieder und Aktive von Attac setzen sich ein für ihre Überzeugung, dass die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, die Förderung von Selbstbestimmung und Demokratie und der Schutz der Umwelt die vorrangigen Ziele von Politik und Wirtschaft sein sollten.

Wir setzen uns ein für eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung. Der gigantische Reichtum dieser Welt muss gerecht verteilt werden.

Woher kommt der Name A-t-t-a-c?
Attac ist die Abkürzung für den französischen Ausdruck „Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen“ (association pour une taxation des transactions financières pour l’aide aux citoyens). Ausgehend von der ursprünglichen Forderung, die so genannte Tobin-Steuer (eine Steuer zur Eindämmung kurzfristiger Börsenspekulation) international einzuführen, befassen wir uns inzwischen mit der gesamten Bandbreite der Probleme neoliberaler Globalisierung. Als Bildungsbewegung mit Aktionscharakter und Expertise bieten wir dazu fundierte Analysen sowie klare und vermittelbare Forderungen.
(attac.de)

Attac Deutschland
Attac Deutschland ist ein Projekt des eingetragenen Vereins Attac Trägerverein e.V. Der Verein ist beim Amtsgericht Frankfurt/Main unter der Vereinsregisternummer VR 12648 registriert…..In Deutschland gehören circa 200 Organisationen Attac an, darunter ver.di, BUND, Pax Christi, Evangelische StudentInnengemeinde in Deutschland (Bundes-ESG) Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Medico international und viele entwicklungspolitische und kapitalismuskritische Gruppen. Momentan sind von den über 29.000 Mitgliedern viele in den etwa 170 Regionalgruppen oder den bundesweiten Arbeitsgruppen aktiv.
Attac Deutschland ist Mitglied im Tax Justice Network.
Im Oktober 2014 hat das Finanzamt Frankfurt am Main der Organisation den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt und begründete diesen Schritt mit „den allgemeinpolitischen Zielen“. Attac hat Widerspruch gegen die Entscheidung des Finanzamts erhoben. Im November 2016 wurde dem Widerspruch durch das Hessische Finanzgericht stattgegeben und damit die Gemeinnützigkeit gerichtlich festgestellt.

Themen
Ursprünglich setzte sich Attac vor allem für die Einführung der Tobin-Steuer auf Finanztransaktionen und eine demokratische Kontrolle der internationalen Finanzmärkte ein. Inzwischen hat sich Attac auch anderer Themen der globalisierungskritischen Bewegung angenommen, als deren Teil es sich sieht. Seine Mitglieder nehmen häufig an Aktionen und Demonstrationen teil, die tendenziell dem linken politischen Spektrum zugeordnet werden. Attac kritisiert dabei die neoliberale Globalisierung und versucht u. a. mit Demonstrationen und Bildungs- und Aufklärungsarbeit gegen Armut und Ausbeutung zu kämpfen…

Attac befasst sich in Deutschland vor allem mit folgenden Themen, zu denen es zum Großteil auch gesonderte bundesweite Arbeitszusammenhänge gibt:
    demokratische Kontrolle der Finanzmärkte (z. B. Tobin-Steuer),
    internationale Steuern und Abschaffung von Steueroasen,
    Fairer Handel statt Freihandel, Solidarische Ökonomie,
    Sicherstellung der Sozialsysteme und der öffentlichen Daseinsvorsorge,
    Mindestlohn, Bedingungsloses Grundeinkommen, Prekarisierung sowie die Verteilung von Arbeit,
    Globalisierung und Ökologie,
    Globalisierung und Krieg,
    Wissensallmende und freier Informationsfluss,
    für eine konzernfreie, soziale, ökologische und demokratisch kontrollierte öffentliche Daseinsvorsorge – gegen Privatisierung (von Energie, Strom, Wasser, Bildung usw.),
    Geschlechtergerechtigkeit,
    Migration,
    ökonomische Alphabetisierung
    Konsum- und Konzernkritik
    Demokratie und Eigentumsverteilung
    „Neoliberale“ Entwicklungen durch EU und WTO (insbesondere GATS und TRIPS, sowie EPAs und der Festlegung einer „neoliberalen Wirtschaftsform mit Verfassungsrang“ in einer vorerst gescheiterten EU-Verfassung),
    spezifische Entwicklungen in Lateinamerika.

Attacs Hauptkritik an den „Kräften der neoliberalen Globalisierung“ (im Sprachverständnis von Attac zu unterscheiden von kultureller, ökologischer, politischer Globalisierung) ist, dass diese das Versprechen eines „Wohlstands für alle“ nicht haben einlösen können….
Mitgliedsorganisationen von Attac Deutschland (Auswahl)

Attac Deutschland versteht sich als Netzwerk, dem neben ca. 29.000 Einzelmitgliedern (2015) etwa 200 Organisationen angehören, darunter:
    Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
    Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitischer Arbeitskreise
    Arbeitskreis Entwicklungspolitik
    Arbeiterfotografie e.V.
    BLUE 21 e.B. (Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung)[49]
    Bund der Religiösen Sozialistinnen und Sozialisten Deutschlands
    Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
    BUNDjugend
    ChristInnen für den Sozialismus
    Christen für gerechte Wirtschaftsordnung e.V.
    Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
    Evangelische Akademikerschaft
    Evangelische StudentInnengemeinde in Deutschland (Bundes-ESG)
    Bundesverband der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft)
    Grüne Jugend
    Humanistische Partei Deutschlands
    Informationsstelle Lateinamerika (ila)
    Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung
….
Allgemeine Kritik
Eine Innenansicht mit Kritik am Organisierungsmodell von Attac und den prägenden Inhalten ist im 2004 veröffentlichten Buch „Mythos Attac“ von Jörg Bergstedt zu finden. Parallel zum Buch sind Internetseiten mit gesammelten Kritiken und Zitaten aus der Organisation entstanden. James Tobin, der „Erfinder“ der Tobin-Steuer, distanzierte sich in einem Interview mit dem deutschen Magazin Der Spiegel im Jahr 2001 von Attac und anderen Globalisierungskritikern: „Ich kenne wirklich die Details der Attac-Vorschläge nicht genau. Die jüngsten Proteste sind ziemlich widersprüchlich und uneinheitlich, ich weiß nicht einmal, ob all das Attac widerspiegelt. Im großen Ganzen sind deren Positionen gut gemeint und schlecht durchdacht. Ich will meinen Namen nicht damit assoziiert wissen.“
Antisemitismuskontroverse
Attac wurde von verschiedenen Seiten eine Nähe zum Antisemitismus vorgeworfen. In Deutschland dementierte der Attac-Koordinierungskreis im Dezember 2002 diese Vorwürfe in Form eines Diskussionspapieres. Darin heißt es, dass Attac sich als pluralistisches und offenes Bündnis verstehe. Pluralismus würde jedoch nicht als prinzipienlose Beliebigkeit definiert, sondern fände dort seine Grenzen, wo Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus ins Spiel kämen. Auch nach dieser Darstellung gab es weitere Kritik in diesem Bereich, zum Beispiel im Hinblick auf ein Plakat, das auf dem Attac-Ratschlag 2003 neben der Bühne stand und das nach Ansicht von Kritikern die Zinsknechtschaft anprangerte oder ein Aufruf der Attac-AG Globalisierung und Krieg zum Boykott von Waren aus jüdischen Siedlungen in Palästinensergebieten. Toralf Staud schreibt in der Wochenzeitung Die Zeit, dass, wenn über „das Finanzkapital“ oder „die Wall Street“ geraunt würde, dies das alte Vorurteil vom geldgierigen Juden wachrufe. Etliche Globalisierungskritiker erlägen der Versuchung, für unübersichtliche Entwicklungen Sündenböcke verantwortlich zu machen. Die komplexen Zusammenhänge der Globalisierung reduzierten sie auf ein „Komplott dunkler Mächte“….
(wikipedia)

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