Leselust?

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Martin van Creveld: Wir sind Weicheier!

Der bekannte israelische Militärhistoriker Martin van Creveld scheut selten das freie Wort. Ob Islamterror oder Pazifismus, linke Lebenslügen oder Überlebensfragen der westlichen Welt: Der ehemalige Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem ist einer der kundigsten Wissenschaftler weltweit. Dass er von linken Agitatoren in Deutschland oder anderswo als „gefährlich“ gebrandmarkt wird, spricht eher für als gegen diese Feststellung. Keine Überraschung, dass nun van Creveld zur Feder greift, um den global wütenden Terror des radikalen Islam zu untersuchen. Und um speziell die Frage zu klären, warum der Westen so hilflos erscheint. „Wir Weicheier“ heißt der neue Kracher von ihm. In diesem Buch will van Creveld erklären, „warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist“.

Ein wichtiges Anliegen also, das der Autor mit Bravour abarbeitet. Er ist eben nicht nur Wissenschaftler, sondern mit beiden Beinen im Leben. Er selbst verlor, so schreibt er im Vorwort zu „Wir Weicheier“, Freunde und nahe Verwandte im Krieg oder aufgrund von islamischen Terroranschlägen. Er hat sein ganzes Leben lang in Israel verbracht, viele Konflikte erlebt und daher viel mehr Erfahrung mit radikalen Moslems gesammelt als Europäer (bisher). Das Buch schöpft nun aus beidem: aus der wissenschaftlichen Expertise van Crevelds und seinen persönlichen Geschichten. Eine Mischung, die man nicht allzu oft findet.

Was enthält nun die neue Schrift des Autors?
1. Einen Streifzug durch die Geschichte der „Entmännlichung“ des Westens, wo bereits Kinder und Jugendliche so pazifistisch erzogen werden, dass sie keine Chance haben, wenn sie dann die Realität in Form aggressiver Anderer erleben oder gar Krieg und Terror ausgesetzt wurden.
2. Einen ebenso lesenswerten Streifzug durch die westliche Kastrierung der eigenen Armeen in Form von Frauenkampfeinheiten, Verächtlichmachung von Wehrhaftigkeit und fehlender Bereitschaft zum Widerstand.
3. Eine Geschichte der Delegitimierung des Krieges im Zeichen einer liberalen Politischen Korrektheit, die noch in jedem Soldaten auf Friedensmission einen blutrünstigen Barbaren sieht.

Diese drei Punkte wären in sich schon stringent und für den Leser höchst gewinnbringend. Aber van Creveld setzt noch einen drauf: Er verweist im Kapitel „Hannibal intra portas“ darauf, dass der Westen Krieg von Nahem nicht mehr kennt, dass also Krieg fern ist, nicht aber an den eigenen Grenzen geführt werden musste. Daher ist die Weicheier-Generation entstanden, die denkt, Gewalt sei nur ein Konstrukt der Vergangenheit. Nun kommt aber Gewalt in unseren Alltag durch islamischen Terror und Massenzuwanderung. Und wie reagieren wir? Wir weichen aus, flüchten uns in liberale Ausreden, schieben Verantwortung weg. Martin van Creveld mahnt: Wenn wir wollen, dass der Westen nicht das Schicksal alter Imperien ereilen wird, müssen wir umdenken. Wir müssen die Herausforderung annehmen, die unsere Zeit uns aufbürdet. Wir müssen wieder wehrhaft sein. Nur so können abendländische Errungenschaften verteidigt und die Freiheit, die wir alle lieben, bewahrt werden.
Martin van Creveld: „Wir Weicheier. Warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist“, Ares Verlag (19,90 €)
(pi-news.net)

 

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