Saisoneröffnung

„Tierischer“ Aktionstag im FreilichtmuseumNeuhausen ob Eck

FLM Neuhausen Tier und Mensch 2017_Farrenwärter Völkle Brittheim

Farrenwärter Völkle, Brittheim. Der Farrenstall  ist heute im Freilichtmuseum.

(tutut) – Bereits am Samstag, 1. April, öffnet das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Im ehemaligen Farrenstall  findet eine Sonderausstellung zur Geschichte der Heimatvertriebenen statt. Die offizielle Eröffnung der Museumsaison der „7 im Süden“ findet dieses Jahr im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck statt. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, dreht sich am 9. April ab 11 Uhr dabei alles ums Tier. Von der Schnecke bis zum Kaltblutpferd ist alles vertreten, was im ländlichen und bäuerlichen Alltag dazu gehört – sogar ein paar Blutegel werden ihren Auftritt haben. Immer dabei ist auch der SWR Treffpunkt, denn die Eröffnung wird am Ostersonntag um 18:45 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt.

Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck war 2009 das letzte Mal Veranstalter des gemeinsamen Saisonauftakts der 7 im Süden. Jedes der sieben Freilichtmuseen ist mit Aktionen, Tieren und mit einem Informationsstand vertreten. Unter dem Motto „Tier und Mensch“ tummeln sich viele Nutztiere im Museum, wie zum Beispiel Kühe, Schweine, Pferde, Ziegen und Schafe. Auch einige Wildtiere sind vertreten, allen voran Raubvögel und Biber. Der Löffinger Falkner Franz Ruchlak präsentiert seine Raubvögel in Vorführungen, bei denen man die Flugkünste der Großvögel beobachten kann. Zu den Bibern gibt es eine kleine Ausstellung im Schafstall mit Erläuterungen von Bettina Sättele, Biberbeauftrage des Regierungsbezirks Freiburg. Dazu gibt es Handwerkervorführungen von Sattler, Modelschnitzer und Hofschmied. Zeitzeugen berichten im Farrenstall von der Arbeit der Farrenwärter im Dorf.

Ob Nutztiere oder Wildtiere, das Wissen über und der Umgang mit Tieren war für unsere Vorfahren von großer Bedeutung. Wohlstand, Versorgung mit Nahrungsmitteln und Arbeitsmaterial und die soziale Stellung konnten davon abhängen, wieviele und welche Tiere man hatte. Wer Pferde hatte, galt als angesehen, und so waren die Rossbauern die reichsten und mächtigsten Bauern im Dorf. Uwe Link aus Messkirch zeigt im Freilichtmuseum, wie Pferd und Mensch zusammenarbeiten, ob beim Holzrücken oder bei der Arbeit auf dem Acker. Die Kommunikation zwischen beiden ist das A und O, und so hing auch früher schon der wirtschaftliche Erfolg des Rossbauern von seinem Geschick mit den Pferden ab.

Ähnliches gilt für den Schafhirten, in dessen Obhut die Schafherde von Weide zu Weide zieht. Wichtigstes „Werkzeug“ des Schäfers ist dabei sein Hund, der gut ausgebildet sein muss, um ein verlässlicher Hüte-Partner werden zu können. Wolfgang Henle aus Hechingen führt mit seinen Border Collies  und einer kleinen Schafherde vor, wie Hirte und Hund die Herde im Griff haben. Das Zähmen und Abrichten von Greifvögeln gehörte früher zwar eher weniger in die dörfliche Welt, sondern war ein Privileg der Reichen. Falkner richteten die intelligenten Vögel zur Jagd ab, wie Fanz Rucklak den Besucher erklären kann.

Nicht ganz so schnell unterwegs wie Hütehunde und Greifvögel sind Schnecken und Egel. Was wenige wissen: Schneckenzucht und Schneckenhandel haben auf der Schwäbischen Alb Tradition! In Klöstern galten Schnecken als Fastenspeise, doch diese Tradition riss zu Beginn des 20. Jahrhunderts ab. In jüngster Zeit wird die Zucht der „Schwäbischen Auster“, wie die Albschnecke genannt wird, wiederbelebt. Im Freilichtmuseum kann ein kleiner Zucht-Schneckengarten bewundert werden. Sogar verschiedene Schneckenprodukte sind angeboten – für den, der sich traut.

Nicht zur Arbeit und nicht zum Essen verwendet werden und wurden Blutegel. Sie werden zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Dazu werden die Egel z.B. auf entzündetet Stellen auf der Haut aufgesetzt, wo sie sich mit feinen Zähnchen festbeissen und bis zum Fünffachen ihres Gewichts an Blut saugen. Substanzen in ihrem Speichel wirken entzündungshemmend, in bestimmten Fällen auch schmerzlindernd. Vielleicht findet sich am Aktionstag der/die eine oder andere verwegene Besucher/in, die sich der Behandlung mit den Blutegeln unterziehen…

Für das leibliche Wohl sorgen Wurst und Dünnele im Gelände, aber natürlich auch die Museumsgaststätte Ochsen. Weitere Infos unter 07461/926 3204 oder (www.freilichtmuseum-neuhausen.de)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.