Schlag ins Wasser

Ausbildung arbeitsloser junger Europäer in Deutschland ein Misserfolg

mobipro

(tutut) – Der Versuch, jungen arbeitslosen Europäern in Deutschand eine Ausbidungschance zu geben, ist praktisch gescheitert. Dies ist aus einem Bericht des SWR gestern abend in „Landesschau aktuell“ zu schließen. Wie eine Sprecherin der IHK Ulm daraus den Schluss ziehen kann, dadurch wertvolle Erfahrungen für die Ausbildung von „Flüchtlingen“ gewonnen zu haben, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Als Problem haben sich nach dem Bericht nämlich mangelnde Sprachkenntnisse herausgestellt. Das soll mit Leuten aus der Dritten Welt, zum Teil Analphabeten oder schlechter Schulbildung besser klapppen?

Vorgestellt wurde in dem Bericht ein junger Spanier, der in Ulm lernt und Schwierigkeiten mit Deutsch schilderte. Er gehört zu dem Viertel, welches offenbar durchgehalten hat. 75 Prozent sollen die Ausbildung abgebrochen haben. Insofern war das Programm wohl ein Schlag ins Wasser.

„The Job of my Life“ ist ein Sonderprogramm des Bundes zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa“ (MobiPro-EU). Seit 2013 unterstützt das Sonderprogramm junge Menschen aus Europa bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung und bringt sie mit Projektträgern und Unternehmen in Deutschland zusammen.

Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte die (Jugend-)Arbeitslosigkeit in der EU im Jahr 2012 ein historisches Hoch erreicht. Lediglich in einigen wenigen EU-Staaten blieb die Arbeitslosigkeit junger Menschen stabil oder war sogar rückläufig, wie z. B. in Deutschland. Vor diesem Hintergrund hatte sich die Bundesregierung dazu bereit erklärt, im Rahmen eines zeitlich begrenzten und aus Bundesmitteln finanzierten Pilotprogramms einen Beitrag zur grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität und zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU zu leisten.

Anfang 2013 kamen die ersten freizügigkeitsberechtigten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus anderen EU-Ländern nach Deutschland, um hier eine unterstützte betriebliche Berufsausbildung zu absolvieren oder eine Beschäftigung als Fachkraft aufzunehmen.

Das Sonderprogramm MobiPro-EU ist darauf ausgelegt, Maßnahmen und Instrumente zu entwickeln und zu erproben, die dazu beitragen können, sprachliche Barrieren sowie Rekrutierungs- und Einstellungshemmnisse abzubauen. Als „lernendes Programm“ wurde MobiPro-EU anhand der laufend gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse mehrfach angepasst. Der sich abzeichnende Bedarf führte dazu, dass die Individualförderung für Ausbildungsinteressierte und Fachkräfte der Jahre 2013 und 2014 ab dem Ausbildungsjahrgang 2015 ausschließlich auf das Ausbildungssegment im Rahmen von Projektförderung umgestellt wurde.

Programm beendet
Mit dem aktuellen Ausbildungsjahrgang 2016 liegen künftig die Erfahrungen aus jeweils zwei Jahrgängen der Individual- und der Projektförderung vor. Als Ergebnis einer themenbezogenen Haushaltsanalyse hat das Bundeskabinett am 23. März 2016 beschlossen, keinen weiteren Jahrgang im Rahmen des Pilotprogramms zu fördern. Ein weiterer Ausbildungsjahrgang 2017 und somit eine Rekrutierung über 2016 hinaus ist daher nicht geplant. Die Förderung aller bisher begonnen Förderketten ist bis zum Abschluss der betrieblichen Berufsausbildung in 2019 bzw. 2020 für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Projektträger gesichert.

Mit dem Ausbildungsbeginn 2016 wird das Pilotvorhaben nach insgesamt vier Ausbildungsjahrgängen in die Phase der Ergebnissicherung überführt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit werden gemeinsam mit den Projektträgern die verbleibende Programmlaufzeit weiter dafür nutzen, die Ergebnisse und Erfahrungen zu bewerten und für eine weitergehende Nutzung transferfähig aufzubereiten und zu sichern.

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