Tanzende Kaltblüter

Fuhrmannstag am 10. Juli – Holzrückwettbewerb im Freilichtmuseum Neuhausen

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(tutut) – Am Sonntag, dem 10. Juli, ist Fuhrmannstag im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Zwei Wochen vor dem Großereignis sind bereits mehr als 35 Pferde gemeldet. Dem Ruf zum Fuhrmannstag im Freilichtmuseum folgen auch dieses Jahr wieder Fuhrfrauen und –männer nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern auch aus der Schweiz und aus dem österreichischen Vorarlberg. Besonders freut man sich beim Museum darüber, dass es neben den beliebten „Traditionsteilnehmern“ immer wieder auch Neuanmeldungen gibt.

Mit wieviel Eleganz und Geschick die schweren Kaltblutpferde ihre Aufgaben meistern, das bewundern die Besucher jedes Jahr neu. Dabei gehen die Fuhrleute sehr unterschiedlich vor; mancheinem genügen ein leises Wort und eine kleine Handbewegung, um mit seinem oder ihrem Pferd zu kommunizieren. Drei große Wettbewerbe gibt es, bei denen Fuhrleute und Pferde ihr Bestes geben, beginnend mit dem Holzrücken ab 10:45 Uhr. Traditionell ist das Freilichtmuseum Neuhausen Austragungsort eines Wertungslaufs der Baden-Württembergischen Meisterschaften im Holzrücken.

Den ersten Durchgang der Meisterschaften haben die Fuhrleute auf dem Storchenhof in Dettenheim absolviert. Dort gingen Roland Fritz (1. Platz), Anton Laux (2. Platz) und Michael Erhard (3. Platz) als die Führenden aus dem Rennen. In Neuhausen werden sie nun versuchen, ihre Position zu verteidigen bzw. den anderen ihre Platz streitig zu machen. Neun der insgesamt 15 gemeldeten Teilnehmer haben bereits eine Platzierung aus dem 1. Durchgang in Dettenheim. Früher diente das Holzrücken dazu, gefällte Bäume aus dem Wald abzutransportieren. Im Wettbewerb geht es darum, einen Baumstamm mit möglichst wenigen Fehlern durch einen vorgegebenen Parcours zu ziehen.

Um 11:30 Uhr beginnt der Zugleistungswettbewerb. Anders als beim Holzrücken ist es hier mehr die Kraft als das Geschick, die zum Erfolg führt. Jedes Gespann zieht eine Last über die Distanz von 45 Metern, möglichst ohne zu unterbrechen. Punktabzüge gibt es beispielsweise für jedes Halten zwischendurch. Gleiche Bedingungen werden dadurch geschaffen, dass jedes Pferd ein Gewicht zieht, das auf sein jeweiliges Eigengewicht abgestimmt ist. Moderiert wird der Zugleistungswettbewerb dieses Jahr wieder von Elmar Stertenbrink von der IG Zugpferde.

Ab 12:00 Uhr sind dann die Wagengespanne im Hindernisparcours unterwegs. Den Parcours haben die Mitarbeiter vom Freilichtmuseum entworfen: „Unsere Schikanen verlieren nicht an Rafinesse“, sagt Fuhrmannstag-Organisator Christof Heppeler dazu. Besondere Ansprüche an das Geschick von Pferd und Mensch stellen das Rückwärtsfahren, der Transport einer vollen Milchkanne – die natürlich auch voll am Ziel ankommen soll – und vor allem das Zurückstoßen im steilen Gelände. Für die Besucher ist der Hindernisparcours jedes Jahr eine besondere Attraktion, bei dem sich die Bemühungen der Tier-Mensch-Teams gut beobachten lassen.

Wem das alles noch nicht genug ist, für den haben Vater und Sohn Pritzi sich für dieses Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mit Emil und Buffalo, ihren Braunschimmeln, führen sie einen Pas de Deux auf! Ein Pas de Deux ist eine Formation, die eigentlich aus dem Dressur- und Quadrillereiten kommt, die sich widerum an französischen Tanzformationen orientieren. Pritzis mit Emil und Buffalo haben ihren Auftritt in der Pause zwischen den Zugleistungswettbewerben.

Außerdem finden eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Vorführungen statt: In der Dorfschmiede können die Besucher miterleben, wie Pferde mit viel Geschick frisch beschlagen werden. Ganz ohne Strom, dafür mit Pferdestärke wird auch die Museumswiese gemäht. Für Verpflegung sorgen frisch gebackene Dünnele aus dem historischen Backhäusle, die berühmte Museumswurst und vieles andere mehr!

Die Veranstaltung beginnt um 10:45 Uhr, das Museum ist von 9-18 Uhr geöffnet. Kinder bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt. Anfahrt und weitere Infos unter www.freilichtmuseum-neuhausen.de oder 07461/926 3204.

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