Landrat weiht Steckdose ein

Rietheim-Weilheim fährt im ländlichen Raum mit einem E-Mobil

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(tutut) – Das  Progamm-Flugblatt  ist zeitlos, da ohne Datum, aber ansonsten hat sich Rietheim-Weilheim ins E-Mobil geschwungen, um den ländlichen Raum zu erobern. Ein solches Auto mit seinen begrenzten Möglichkeiten macht zwar noch keinen Sommer, aber in Rietheim-Weilheim ein Fest wie den  Tanz ums goldene Kalb. Höhepunkt des  „1. Mobilitätstags“ am  Sonntag, 5. Juni, wo laut Grundgesetz der Sonntagsruhe gehuldigt werden sollte,  ist die Einweihung einer Steckdose durch Landrat Stefan Bär. Nichts anderes ist nämlich eine Ladestation an einer Tankstelle, wo so ein E-Mobil wohl seine halbe Lebenszeit herumhängen muss, während die andere Hälfte dazu dient, die Batterien leerzufahren, bis sie irgendwann bald als Sondermüll zu entsorgen sind.

Das diese E-Mobilität eine Fehlentwicklung ist,  zeigt sich auch daran, dass die Bundesregierung jetzt 4000-Euro-Prämien für den Erwerb und zehn Jahre Steuerfreiheit auf Kosten der Steuerzahler hinauswirft, um ein untaugliches Produkt der Automobilindustrie auf den Markt zu bringen. Gerade im ländlichen Raum ist entgegen der Rietheim-Weilheimer Absicht kein Bedarf an solcher technischer Unreife. Da waren die Autoscooter, auf denen Stadt- und Dorfjugend früher das Fahren lernte, viel weiter. Die hingen auch am Netz.

Dies hindert natürlich einen Dorfschultes nicht, das Ganze auch noch zu bejubeln. Bürgermeister Jochen Arno: „Sicherlich konnten Sie es bereits den Medien entnehmen, dass sich die drei Landkreise Rottweil, Schwarzwald-Baar-Kreis und Tuttlingen gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und dem Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg zusammengetan haben, um Modellregion für nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu werden. Dieses Modellprojekt wurde zusammengefast unter dem Begriff  ‚3mobil Modellregion Schwarzwald-Baar-Heuberg‘. Im Rahmen dieses Modellprojektes wurde die Gemeinde Rietheim-Weilheim für den Landkreis Tuttlingen ausgewählt, um gemeinsam in einer Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der örtlichen Unternehmen und Institutionen, ein eigenes Konzept hierzu zu erarbeiten…Der offizielle Beginn des E-Mobilitätstages mit der Einweihung einer E-Bike-Ladestation wurde auf 11:00 Uhr festgelegt, unter anderem wird hier unser Landrat Stefan Bär nach der offiziellen Eröffnung auch ein Grußwort sprechen“.

Wir wissen nicht, wie ein Landrat eine Steckdose einweiht, – steckt er dazu einen Finger hinein? – aber einem Bär ist sicher nichts zu schwär, der meistert ja auch Schafe, Narren und  einen Bürgermeister in Denkingen. Ob er immer weiß, was er gerade tut oder tut er alles, um eventuell eine Chance zu bekommen, als Landrat wiedergewählt zu werden? Ein bisschen Nachdenken über E-Mobiltät allgemein und im ländlichen Raum könnte allerdings nicht schaden. Einzig die Verbraucher nämlich scheinen rechnen zu können, weshalb sie nicht auf diese wenig brauchbaren Nischenprodukte  fliegen. Mit Nachhaltigkeit, die inzwischen für jeden Unsinn herhalten muss, hat das E-Mobil nichts zu tun. Auch mit Umweltfreundlichkeit nichts. Der Auspuff dieser Vehikel steht im Kraftwerk. Die Herstellung verbraucht ebenfalls Energie.

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