Es gibt, was es nicht gibt

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Nahwärme Renquishausen GmbH – die Wievielte?

(tutut) – Dem Renquishausener Bürgermeister Jürgen Zinsmayer ist ein Wunder widerfahren. Als  Ungläubiger ist er bekehrt worden. Ob er nun vom Saulus zum Paulus wird, der sein Damaskus erlebt hat? Und mit ihm Kurt Teufel, als Geschäftsführer der  Baugenossenschaft Donau-Baar-Heuberg in Personalunion zuständig auch für die Nahwärme GmbH Renquishausen? Während Tanja Gönner weit weg in Berlin ist, zieht der frühere Landrat Guido Wolf noch in der Region seine Kreise, von wo aus er nach Höherem strebt im Ländle. Ob auch als Energiewendeexperte? Denn Bio-Nahwärme-Kunden in Renquishausen scheinen immer mehr bewährte Heizungsmodelle zu bevorzugen. Möglicherweise scheint es nicht nur der günstigere Preis zu sein, der in Renquishausen sticht.

Das ist die Frage: Denn wenn er auch mit der damaligen Umweltminsterin Gönner für das Lokalpressebild zusammen Hebammendienste bei der Geburt des Bioenergidorfes Renquishausen geleistet hat, als Aufsichtsratsvositzender der Baugenossenschaft Donau-Baar-Heuberg quasi geschäftsmäßig, ist jetzt sein Nachfolger Bär am Zug. Wohin mag der nun ziehen mit der Nahwärme Renquishausen GmbH, je zur Hälfte Dorf und Baugenossenschaft? Ernüchterung ist eingekehrt um das Bioenergiedorf Renquishausen. Ist es zum potemkinschen Dorf geworden? Brennen hinter der  Fassade des schönen Scheins des Bioenergiedorfes mit seiner Nahwärmeversorgung nicht längst andere Feuer? Verbotene Feuer? Was zwar weiterhin nicht sein darf und deshalb von Bürgermeister wie von Geschäftsführer so stets auch als Möglichkeit verneint worden ist, kann nun nicht mehr geleugnet werden. Nahwärmekunden in Renquishausen gehen längst fremd.  Nun kommt raus, was nicht sein darf: Geheizt wird auch daheim.

Konrad  Frech und Eugen Leibinger sind es, denen schon lange aus ihrer Sicht gewisse Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Nahwärme Renquishausen GmbH aufgefallen sind und sie deshalb auch angesprochen haben. Wohlgelitten sind sie daher im Rathaus und bei der Baugenossenschaft nicht. Dort muss es sehr schwer gefallen sein, ihnen schließlich recht geben zu müssen und nicht mehr die Augen vor der Realität verschließen zu können. Ein Briefwechsel dokumentiert das Damaskuserlebnis vom Heuberg. Denn: Es gibt, was es nicht gibt!

15. Dezember 2015
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Zinsmayer,
nach unserem Gespräch am 11.03.2015, in dem wir Sie über die Vertragsbrüche von Nahwärmekunden in Renquishausen in Kenntnis gesetzt haben, müssen wir leider feststellen, daß diese Information auf unfruchtbaren Boden gefallen ist.Als Gesellschafter dieser GmbH sind Sie verpflichtet, den Mißständen vehement entgegenzutreten. Unverhohlen wird immer mehr von Nahwärmekunden mit Heizöl zugeheizt, was vertraglich verboten ist. Mit Ihrer Untätigkeit gegenüber den Vertragsbrechern schädigen Sie nun eindeutig und wissentlich die Gemeinde Renquishausen finanziell.Dieses Verhalten entspricht absolut nicht dem Amtseid, den Sie bei Ihrer Einsetzung als Bürgermeister der Gemeinde und den Einwohnern gegenüber abgelegt haben.Wir fordern Sie deshalb auf, unverzüglich diesen Vertragsbrüchen rechtlich entgegenzuwirken. Außerdem würden wir gerne wissen, wann und wo der Beteiligungsbericht 2014 der Gemeinde Renquishausen einsehbar ist oder veröffentlicht wird.
Mit freundlichen Grüßen
Konrad Frech / Eugen Leibinger

18. Dezember 2015
Ihr Mail ist bei uns eingegangen.
Da Herr Teufel seit mehreren Tagen erkrankt ist, kann ich Ihre Fragen nicht abschließend beantworten. Sie müssen sich hier noch gedulden.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Jürgen Zinsmayer, Bürgermeister

21. Dezember 2015
Sehr geehrter Herren,
Herrn Teufel sind keine Fälle bekannt. Nennen Sie Namen und die Nahwärme wird sich mit den Personen in Kontakt setzen.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Jürgen Zinsmayer, Bürgermeister

21. Dezember 2015
Sehr geehrter Herr Zinsmayer,
daß Sie sich in dieser Angelegenheit hinter Herrn Teufel verstecken, gibt ein äußerst schwaches Bild ab. Sie als gewählter Vertreter der Bürger von Renquishausen haben die Pflicht aufzuzeigen, wie Sie als Bürgermeister gegen diese Vertragsbrüche vorgehen wollen. Sich auf Geschäftsführer Kurt Teufel oder Landrat Bär, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Baugenossenschaft, zu berufen, entbehrt jeglicher Grundlage. Die Aussagen dieser Herren zu diesem Problem sind uns hinlänglich bekannt.Wir erwarten von Ihnen eine schnellstmögliche aussagekräftige Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Konrad Frech / Eugen Leibinger

13. Januar 2016
Sehr geehrter Herr Zinsmayer,
 es ist interessant zu sehen mit welcher Vehemenz Sie den Vertragsbrüchen entgegentreten. Wie schon erwähnt sind Sie allen Bürgern gleichermaßen verpflichtet.
Mit freundlichen Grüßen
Eugen Leibinger / Konrad Frech

29. Januar 2016
Sehr geehrter Herr Zinsmayer,
bezugnehmend auf unseren E-mail Verkehr seit 14.12.2015 in dieser Angelegenheit halten wir fest, daß laut Ihren Angaben keine Vertragsbrüche vorlagen. In einem Mail von Ihnen vom 21.12.15 teilen Sie uns mit, Herrn Teufel seien keine Vertragsbrüche bekannt. Mit der Abrechnung für das Jahr 2015 erhielten nun verschiedene Nahwärmekunden (warum nicht alle?) zusätzlich ein Schreiben, in welchem aus gegebenem Anlaß darauf hingewiesen wird, daß alle Nahwärmekunden verpflichtet sind, Ihren Bedarf an Heizwärme vom Versorger zu beziehen. Zitat aus dem Schreiben: „Eine Ölheizung zu betreiben ist nicht erlaubt, auch nicht zweitweise.“ Das komplette Schreiben ist im Anhang beigefügt.
Wie kann man im Dezember behaupten, daß keine Vertragsbrüche vorliegen, und dann im Januar 2016 plötzlich aus gegebenem Anlaß für Vertragsbrüche rechtliche Schritte anzukündigen. Wir fragen uns, wie man solch eindeutige Unwahrheiten über einen längeren Zeitraum ungeprüft veröffentlichen kann. Es zeugt von sehr schlechtem Stil, wenn ein Bürgermeister mit der Wahrheit nicht korrekt und sorgsam umgeht.
Mit freundlichen Grüßen
Konrad Frech / Eugen Leibinger

Übrigens: Warum ist über Probleme wie mit der Nahwärme Renqishausen GmbH kaum etwas in der Lokalpresse zu lesen? Liegt es an dem, was der bekannteste deutsche Philosoph Peter Sloterdijk, ein Liberaler,  laut einem Bericht des Cicero sagt: „Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr.“ Im Journalismus trete die „Verwahrlosung“ und die „zügellose Parteinahme allzu deutlich hervor“. Das Bemühen um Neutralität sei gering, „die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“ Der Bericht im Cicero trägt die Überschrift:
Peter Sloterdijk über Merkel und die Flüchtlingskrise
„Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung“ – die deutsche Regierung habe sich „in einem Akt des Souveränitätsverzichts der Überrollung preisgegeben. Diese Abdankung geht Tag und Nacht weiter.“

 

 

 

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