In Erklärungsnot

CDU-Kreisrat nicht mehr Fraktionsvorsitzender von „Pro Spaichingen“

eichhornweiß

Das gibt es nicht? Das gibt es! Ein weißes Eichhörnchen. Gehört wahrscheinlich nicht hierher, aber hübsch ist es trotzdem und selten außerdem.

(tutut) – Es sollte wohl ein großer Auftritt werden im Spaichinger Gemeinderat. Dann aber kam alles ganz anders. Was sich der Fraktionsvorsitzende von „Pro Spaichingen“ und CDU-Kreisrat Harald Niemann  möglicherweise als Posaunenstoß gedacht hatte,  um seine Selbstverabschiedung vom Fraktionsvorsitz  bekanntzugeben, brachte ihn schließlich in Erklärungsnot. Denn Bürgermeister Schuhmacher  öffnete ihm nicht wunschgemäß den Vorhang zur  Schaubühne. Als Niemann das Podium offen stand, der Bürgermeister wollte ihm vor Sitzungsbeginn den Zutritt gewähren, wollte der Pro-Spaichinger nicht, und als der dann wollte zum Schluss der Sitzung, wollten die ihm dann zugebilligten 2 Minunten wohl nicht genügen. Selbst als der Bürgermeister auf 3 Minuten aufstockte, blieb Niemann die angekündigte Erklärung über den Verzicht auf seinen Fraktionsvorsitz und die Übergabe an Stadtrat Holger Merkt schuldig.

Vielleicht  hatte er auch nur im Sinn, was nicht neu gewesen wäre, sich  am Bürgermeister zu reiben, wobei er aus Erfahrung hätte wissen müssen, dass dieser als Gemeinderatsvorsitzender  kein unerfahrener  Sitzungsleiter ist.  Ergebnis: Einmal mehr scheiterte Harald Niemann sozusagen an sich selbst. Im „Stadtspiegel“ erinnert die Beschreibung des Abgangs des Fraktionsvorsitzenden von der Sitzungsbühne  ein bisschen an Goethes „Götz von Berlichingen“:

„Nach Aufruf des Tagesordnungspunktes ‚Bekanntgaben und Anfragen‘, gab Bürgermeister Schuhmacher unter Hinweis der Gewährung einer 2-minütigen Redezeit Herrn Niemann das Wort, welcher seinen Wortbeitrag damit begann, den Bürgermeister als Vorsitzenden des Gemeinderates zu fragen, ob er für die Veröffentlichung im Stadtspiegel verantwortlich sei. Nachdem Bürgermeister Schuhmacher Herrn Niemann hierauf hinwies, dass der Tagesordnungspunkt ‚Bekanntgaben und Anfragen‘ nicht dazu diene, mit ihm ein Rede-Antwort-Spiel zu betreiben, gab er, Herrn Niemann nochmals die Möglichkeit, seinen Wortbeitrag darzulegen. Trotz des Hinweises wiederholte Harald Niemann seine Frage an den Vorsitzenden, der hieraufhin unter Hinweis darauf, dass der Tagesordnungspunkt Bekanntgaben nicht dazu diene, den Bürgermeister zu Sachverhalten zu befragen, die nicht zum Gegenstand des Gemeinderats gehören, eine letzte Möglichkeit an Herrn Niemann gab, sein Anliegen zu begründen.

Eine Erklärung für den Wechsel im Fraktionsvorsitz konnte Harald Niemann innerhalb der ihm gewährten Redezeit, die auf 3 Minuten ausgedehnt wurde, nicht geben. Aus Protest, und aus Wut, sich nicht wunschgemäß artikuliert haben zu können, verließ Harald Niemann die Sitzung. Er kündigte an, sämtliche rechtlichen Möglichkeiten gegen Bürgermeister Schuhmacher auszuschöpfen, um sich dessen – aus der Sicht Niemanns – getätigten verleumderischen Äußerungen im Stadtspiegel zu erwehren“.

Wie heißt’s im Götz?  – – – (Schmeißt das Fenster zu.)

 

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