Wird Fall Wuhrer auch Fall Bär?

Skandaldorf  Denkingen: Jürgen Thieringer noch als Polizeibeamter tragbar?

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Schafe blicken’s  nicht:  Denkingen.

(tutut) – Es  ist der Denkinger GAU. Der große Abtrieb. Und viele müssen gestehen: Wir sind dabei gewesen. Sie sind Mitwirkende im Fall des bisherigen Bürgermeisters Rudolf Wuhrer. Es ist in mehrfacher Hinsicht ein Fall. Einmal hat Wuhrer mit seiner Aktivität anlässlich der Bürgermeisterwahl, es sollte seine fünfte werden, für einen Skandal gesorgt, welcher das ganze Dorf heruntergezogen hat in einen Abgrund von Demokratieschwund, der gar nichts mehr mit dem Folkloregetümmel Albabtrieb zu tun hat, dessen sich Wuhrer als Kulturbereicherer rühmt. Es ist ausgesprochen schlechte Bürgerkultur, die der bisherige Bürgermeister nun nach 32 Jahren im Rathaus diesem Denkingen angetan hat. Als im Juni letzten Moment eine Gegenkandidatin auftauchte, müssen bei etlichen Denkingern, angefangen beim Bürgermeister, alle Sicherungen durchgebrannt sein.

Nach dem Rausflug aus dem Kreistag drohte die nächste politische Pleite. Wuhrer muss geahnt haben, dass er nicht soviele Sympathien in Denkingen auf seiner Seite hatte, wie er der Öffentlichkeit durch an Großmannssucht grenzende Auftritte vorzumachen versuchte. Welch ein Gedöns maßte er sich doch an als kleiner Dorfschultes in der Verwaltungsgemeinschaft Spaichingen. Selbst in die dortige Bürgermeisterwahl meinte er sich einmischen zu müssen. Nun hat er sich selbst zu Fall gebracht. Mit einem Wahlkampf um das Bürgermeisteramt, der zu einem Gipfel der Manipulationen geworden zu sein scheint. Von Fahrlässigkeit und Zufall kann keine Rede sein. Da sind wohl alle möglichen und unmöglichen Register gezogen worden, um zum fünften Mal gewählt zu werden.

Einer, der auch ein Funkionärsamt beim Gemeindetag inne hat, hat offenbar mit einem erstaunlich fragwürdigen Energieaufwand um seinen Machterhalt in dem 2500-Einwohnerdorf gekämpft. Warum? Die Antwort ist er der Bürgerschaft schuldig.

Und was ist mit den willigen und vielleicht auch unwilligen Helfern, die nicht Mut hatten, Nein zu sagen? Ob wirklich alle Bediensteten der Gemeinde, von anderen nicht zu reden,  aus reiner Begeisterung für Rudolf Wuhrer ihm Persilscheine für seinen Wahlkampf ausgestellt haben, mit denen er seinen Flyer füllte? In Wirklichkeit haben sie damit sich nicht nur selbst an den Pranger gestellt, neben ihrem Bürgermeister, den sie dem Dorf so wärmstens zur Wiederwahl empfohlen haben.

Für den größten Teil des Gemeinderats gilt nun mitgefangen gleich mitgehangen. Was hat die Mitglieder geritten, nach dem Wahleinspruch zwei aus ihrem Kollegium aus einer nichtöffentlichen Sitzung auszusperren wegen Befangenheit, die keine war? Wenn jemand befangen war, dann der  Bürgermeister. Der Hygiene wegen sollten sie ihre Ämter niederlegen. Sie haben Denkingen und dem Gemeinderat keine Ehre gemacht. Im Gegenteil. Sollte es sich herausstellen, dass sie beschlossen haben, wegen des Einspruchs gegen die Bürgermeisterwahl, dem Kandidaten Rudolf Wuhrer Rechtsschutz auf Gemeindekosten zu gewähren, haben sie sich alle strafbar gemacht. Verdacht der Veruntreuung heißt dies. Das ist ein Fall für den Staatsanwalt. Sind nicht zwei Polizeibeamte mit in diesem Gemeinderat? Sind diese dann noch als solche tragbar? Ein Fall für das Polizeipräsidium Tuttlingen, welches bisher so tut, als gehe es nichts an, was ihre Leute in der Öffentlichkeit treiben.

Ist der  Polizeibeamte Jürgen Thieriger, auch ein eifriger Wahlwerber des Bürgermeisters, nicht ein ganz spezieller Fall dieses Bürgermeisterwahlkampfs? Wann zieht er überfällige Konsequenzen? Als Bürgermeisterstellvertreter und Wahlausschussvorsitzender spielte ausgerechnet er auch noch den Wahlwerber nicht nur in Vereinsfunktionen, sondern ihm wird auch vorgeworfen, in offizeller Gemeindefunktion zur Wahl des Bürgermeisters aufgerufen zu haben. Wo bleibt Thieringers Anzeige gegen sich selbst, nachdem er öffentlich zugegeben hat, mit einer Geldtransaktion beim Jugendtreff zu tun zu haben, die seinen dort aktiven Sohn betraf? Hier müsste Thieringer für saubere Aufklärung sorgen! Ist wirklich alles in Ordnung, oder was hat die Sache mit dem Geld auf sich?

Nicht zuletzt hat das Landratsamt Tuttlingen eine denkbar schlechte Figur in diesem Fall Wuhrer abgegeben. Landrat Bär und sein erster Landesbeamter Helbig haben den Eindruck hinterlassen, dass der Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl ihnen sehr ungelegen kam. Lag es vielleicht an möglicher Kumpelei zwischen Wuhrer und Bär aus gemeinsamen FWV-Tagen im Kreistag? Rund drei Monate ist es her, dass die Bürgermeisterwahl stattfand! Eine Entscheidung gegen Gültigkeit, welche das Landratsamt nun verkündet mit dem Verstoß gegen die Neutralitätspflicht durch Gemeindebedienstete im Flyer, ist läppisch. Da gibt’snoch viel mehr!   Woher will das Amt wissen, das die Auszählung korrekt war, wenn die absurde Nachzählung ein anderes Ergebnis hatte? Leichter als diesen Fall ist kaum ein Einspruch zu beantworten: Fast drei Monate! Das ist für ein Landratsamt eine ungenügende Leistung!

Was haben Bär und Helbig solange im Landratsamt mit dem Einspruch gemacht? Haben sie gehofft, die Sache vergessen zu lassen? Was sollte die Farce mit der Zweitauszählung,  Wochen nach der Bürgermeisterwahl, mit Beteiligung des Landratsamtes? Wollten sich alle noch einen Jux machen? Und warum schaut das Landratsamt weiter zu, dass ein Bürgermeister, der keiner mehr ist, weil seine Amtsperiode abgelaufen ist, im Rathaus weiter zugange ist, als wäre nichts geschehen? Der Mann ist draußen. Steht ihm denn etwa noch Gehalt zu für September? Fühlt sich niemand zuständig in der Rechtsaufsicht Landratsamt?

Warum hat sich bis heute niemand im Landratsamt zum unberechtigten Ausschluss von zwei nicht befangenen Gemeinderäten geäußert? Wenn Landrat Bär und sein Stellvertreter den Aufgaben in einem Landratsamt nicht gewachsen sind, sollten sie abtreten. Und Mitarbeiter, die sich möglicherweise ebenfalls nicht in der Lage sehen, ihre  Anforderungen zu erfüllen, ebenso. Ist der Fall Wuhrer nicht auch zu einem Fall Bär geworden?

Wenn demnächst Guido Wolf im Umkreis des Denkinger Kirchturms auf einer Volksbelustigung den Schirmherrn spielt, dann hat er zwar das im Überfluss, was er immer vorgibt anzustreben, Menschen. Ob er sich das aber so vorgestellt hat, mitten in einem Denkinger Skandal auf einer Tribühne sich geehrt fühlen zu müssen als Wolf unter Schafen  in einem patentierten Albabtrieb, darf bezweifelt werden.

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