Appell an die CDU

Bürgermeister kämpft für Umgehung von Spaichingen

spaichhauptstrverkehr

Die Ampeln in der Spaichinger Hauptstraße sind eine zusätzliche Verehrsbehinderung, da oft völlig wirkungslos.

(tutut) – Es war schon ein seltsamer Besuch im Sommerloch von MdB Volker Kauder in Spaichingen. Er schaute bei zwei Betrieben ausgewiesener CDU-Anhänger vorbei, die ihm nicht im mindesten unbekannt sind. Der eine produziert Särge, der andere Brötchen. Zu aktuellen Problemen war vom Wahlkreisabgeordneten nichts zu hören. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Deshalb richtete Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher in der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal einen „eindringlichen“ Appell an die CDU um Unterstützung Spaichingens bei der Forderung nach einer Umgehung der B 14. Andererseits, so der Bürgermeister, müsste der Abgeordnete im Fall eines Falles klar machen, dass vielleicht die Umgehung Spaichingen nicht mehr eine absolute Priorität genieße.

Es scheint, die Spaichinger sind an einer Umgehung gar nicht mehr sonderlich interessiert angesichts einer allgemein passiven Haltung zu über 20 000 Fahrzeugen täglich auf der B14 mitten durch die Stadt. Verdächtig still ist auch die CDU, was den schon über vier Jahrzehnte anhaltenden Wunsch der Stadt auf Verkehrsentlastung angeht. In all diesen Jahren, wo die CDU in Stadt,Land und Bund das Sagen hatte, sind die Spaichinger nicht zur Sache gekommen. Viel Gerede um Planungen und nichts dahinter. Als die Chance dann auf konkrete Projektverwirklichung bestand, lehnte die Stadt das Angebot dankend ab. Eine Umgehung könnte ja den Einzelhandel schwächen.Der schwächelt jetzt auch trotz oder vermutlich eher wegen des Verkehrs.

Als zuletzt der Bürgermeister mit dem örtlichen FDP-MdL beim Landesverkehrsminister wegen der Umgehung vorstellig wurden, da hatte der CDU-MdL nichts Besseres zu tun, eine Veröffentlichung im städtischen Nachrichtenblatt über die Tageszeitung zu torpedieren. Nach Unterstützung der Stadt durch CDU-Abgeordnete, deren Partei in Berlin die Regierung führt, sieht das nicht aus. Im Vergleich ist die B27 durch Behla mit ihrer höchstens halb so großen Belastung, für deren aktuell zugesagte Verwirklichkeit sich der CDU-MdL jetzt selbst rühmte, keine Dringlichkeit. Seitens der Landesregierung ist das Spaichinger Projekt als besonders dringend nach Berlin gemeldet worden für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans, die in diesem Jahr ansteht. Deshalb richtete der Bürgermeister seinen Ruf um Unterstützung zum wiederholten Mal an die CDU.  Von der Fraktion war dazu in der Sitzung nichts zu hören.

Der Bürgermeister machte auch darauf aufmerksam, dass aus der Bevölkerung heraus Druck auf die Politik kommen müsse, wenn sie Verkehrsentlastung wolle: „Wenn jetzt nicht geklopft wird und die Umgehung nicht in die Vordringlichkeit kommt, dann ist die Ortsumfahrung Spaichingen für mich jahrzehntelang erledigt. Es kann nicht sein, dass man das so einfach hinnimmt“. Die Landesempfehlung sei für die Umgehung, der Bund andererseits signalisiere, dass er die Landesempfehlung gar nicht berücksichtigen wolle. . Im Zusammenhang mit dem Bundesverkehrswegeplan und den aufzunehmenden Projekten werde auch der Bevölkerung eine entscheidende Rolle zukommen, da sie im Herbst sich direkt beim Bundesverkehrsministerium für ihre Anliegen einsetzen könne.

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