Bärendienst

Kalt, warm, heiß in Renquishausen: Wer sorgt für Aufklärung?

renquisnahwärme

(tutut) – Der Aufsichtsratsvorsitzende heißt Stefan Bär und ist Landrat des Kreises Tuttlingen. Der Geschäftsführer heißt Kurt Teufel. Mal ist’s kälter, mal heißer, aber so richtig warm scheinen sie mit der Nahwärme Renquishausen GmbH nicht zu werden. Denn die gehört mit zu ihren Aufgaben in der Baugenossenschaft Donau-Baar-Heuberg. Bio und Energie, dies sind heute Zauberwörter wie zu Ali Babas Schatzhöhle. Denn da winken Subventionen ohne Ende. Bio-Energiedorf Renquishausen war der Schatz, den nicht nur der damalige Landrat Guido Wolf und die zeitgleiche Umweltministerin Tanja Gönner auf dem Heuberg heben wollten. Was aus ihnen geworden ist? Blowing in den Wind. Manches, was wie  Gold glänzt, entpuppt sich als Katzengold.

Aus dem Schatz Renquishausen ist, so scheint es, ein Schätzelein geworden. Inzwischen haben sich daran offenbar Nutzer und Nutznießer verhoben. Träume werden manchmal zu Albträumen. Schall und Rauchzeichen drangen und dringen  seit ein paar Jahren aus dem Energiedorf. Die Nachrichten aus dieser Energiewende-Metropole sind rarer geworden. Zu kompliziert offenbar für Veröffentlichungen. Drehen und Wenden finden wohl mehr und mehr in Anwaltskanzleien und vor Gericht statt. Einsteiger wollen aussteigen. Handel und Wandel als Geschäftsgrundlage zwischen Kundschaft und Verkäufer geben manchmal den Anschein, als das Bio-Energiedorf ein einziger Basar. Wer was und mit wem, das wäre eigentlich etwas für Bürgermeister und Landrat. Denn auch Bürgernähe und Transparenz haben etwas mit Wärme zu tun. Aber nah sollte sie sein und nicht fern des Begreifbaren.

Der Bürgermeister und seine von den Bürgern gewählten Kontrolleure bräuchten nur etwas Energie aufzuwenden, um eine Wende zu schaffen hin zu nackten Zahlen, damit jeder Zahler in diesem System Nahwärme Renquishausen GmbH (50 Prozent Donau-Baar-Heuberg, 50 Prozent Gemeinde Renquishausen) hinter die Verpackung schauen kann. Allein schon als Landrat täte sich jemand und den Bewohnern des Kreises, von den Renquishausenern nicht zu reden, einen Bärendienst, würde er nicht an Aufklärung interessiert sein, nach Kant ist Auflärung ja der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache nicht am Mangel des Verstandes, sondern am Verzicht auf seine Nutzung liegt. Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, das ist der Wahlspruch der Aufklärung. Lässt sich  treffender sagen, was Not tut in Renquishausen?

frickrenquishausen

Ein gutes Zeichen, alles im Warmen, wenn wie ein Symbol der Heizungsbauer vor dem Haus des früheren Bürgermeisters Frick steht, unter dem der Weg zum Bio-Energiedorf Renquishausen eingeschlagen worden ist?

Als Aufsichtsratsvorsitzender trifft den Landrat in diesem Fall eine besondere Verantwortung. Oder will er auslöffeln, was andere eingebrockt haben? Es geht um die Wahrheit, um die ganze Wahrheit der Nahwärme Renquishausen GmbH und nicht um Schlüssellochguckerei! Ist’s heiß, ist’s warm, ist’s vielleicht auch ganz kalt, was da oben auf dem Heuberg köchelt? Rathaus, Landratsamt und natürlch die Donau-Baar-Heuberg sind gefordert. Nahwärmeversorgungen, vor allem in kleinen Orten, sind umstritten. Streitereien in Renquishausen sind keine Werbung. Wer will es den Bürgern verübeln, wenn sie genau hinschauen, wenn es ums Geld geht? Dies ist Bürgerpflicht! Für Rathaus und Landratsamt nicht selbstverständlich?

Bauch ist kein Ersatz für Gehirn. Allein die Fakten zählen. Und geht es nicht um Fakten, wenn Nahwärmenutzer in Renquishausen aussteigen? Wenn bis hin zum Gericht über Ausstiegsmodalitäten gestritten werden muss und, wie es scheint, die GmbH und ihr Geschäftsführer dabei nicht unbedingt auf der Siegesstraße zu wandeln scheinen? Und droht nicht auch der Gemeinde selbst, alle Karten auf den Tisch zu legen über ihre eventuellen Verpflichtungen dem System gegenüber, möglicherweise auf Kosten aller Bürger? Geheimnistuerei ist der schlechteste Berater für diese Nahwärme GmbH, wobei  erstaunlich ist, wie  Gemeinde und Wohnungsbau  mit Informationen knausern über ein Werk, welches doch wohl einst von Guido Wolf maßgeblich angeschoben worden ist. Gibt’s was zu verheimlichen?

Gut gemeint ist meist das Gegenteil von gut. Auf diesem Weg droht die Nahwärme Renquishausen zu sein, wenn nicht schleunigst für Aufklärung statt für Gerüchte gesorgt wird. So wird kolportiert, die Biogasanlage werde nicht weiter vergrößert. Dort, wo man es wissen müsste, wird dies offenbar nicht bestätigt. Spricht es für das System, wenn dem Schriftverkehr zwischen Nahwärmekunden und Geschäftsführer Kurt Teufel über Abrechnungen, in den auch noch eine Anwaltskanzlei eingeschaltet werden musste,  entnommen werden kann, dass der Preis zwar heiß, aber offenbar Verhandlungssache ist? Kann es sein, dass dem Imperium egal ist, wieviele Leute mitmachen, es dürften weniger sein als einst angestrebt, und man deshalb sogar mit Kündigungen  reagiert, falls der Kund sich falsch abgerechnet wähnt?

Mit hinein spielt ein Kuddelmuddel um Verträge und Zusatzverträge, da sich ja sehr schnell herausstellte, dass die Nahwärme Renquishausen GmbH sich verkalkuliert hatte mit Subventionen für Anschlüsse und  bei den Energiepreisen. Da mahnt der Geschäftsführer beispielsweise die Bezahlung einer Abrechnung an, welche der Kunde als nicht korrekt bezeichnet. In der Mahnung heißt es: „Sie erhielten im Januar 2015 die Jahresabrechnung mit einer Nachzuzahlung in Höhe von € 896,76. Selbst wenn man der irrigen Meinung ist, dass die Preisanpassung nicht gerechtfertig ist, bleibt eine Nachzahlung in Höhe von € 364,80…Ich fordere Sie auf, mindestens den Betrag in Höhe von € 364,80 bis zum 15. April 2015 zu bezahlen,ansonsten müssen sie mit Konsequenzen rechnen…Falls Sie ihre(r!) Zahlungspflicht nicht nachkommen, sind wir berechtigt, die Lieferung einzustellen…“

Vom betroffenen Kunde werden weder Rechnung noch Mahnung akzeptiert, „da die Berechnungsgrundlage erneut nicht stimmt…Zur nochmaligen Erinnerung (zum wievielten Mal eigentlich?): Ich habe bei keinem meiner Verträge den Zusatzvertrag unterschrieben. Es handelt sich um keine „irrige Meinung“, sondern zeugt nur von Ihrer arroganten Ignoranz, bestehende Tatsachen zu akzeptieren. Warum schicken Sie nur eine Abschlussrechnung? Es bestehen doch 3 Verträge. Ich lege hiermit Widerspruch gegen Ihre Murksmahnung ein, da es laut Gesetz nicht möglich ist, eine Mehnung zusammen mit einer Rechnung zu präsentieren. Ich fordere Sie stattdessen nochmals auf, mir ordnungsgemäße Rechnungen mit den für mich gültigen Berechnungsgrundlagen (9,64 und 7,39 sind falsch!!!!!!) bis spätetens…zu schicken…“

Mit Schreiben vom 30. April („Freundlicher Gruß“) folgt vom Geschäftsführer der Nahwärme Renquishausen GmbH die „Kündigung des  Wärmelieferungsvertrags“ zum  31.Januar 2019, vertragsgemäß zehn Jahre nach Lieferungsbeginn“. Im Auftrag des Kunden wendet sich danach dessen Anwalt an Geschäftsführer Kurt Teufel: „…Mir liegt für alle obigen Abnahmestellen für das Jahr 2014 keine – auf der Grundlage des im Jahre 2008 abgeschlossenen Wäremlieferungsvertrages gültige Abrechnung vor. Wir bitten den in diesem Vertrag festgelegten Arbeitspreis zu beachten! Wir ersuchen Sie, nachdem die Schreiben von …auf keinen fruchtbaren Boden bei Ihnen gefallen sind, für obige drei Abnahmestellen eine dem Vertrag entsprechende Abrechnung an uns vorzulegen und zwar bis zum 20.05.2015.  Ansonsten muss ich die Sache wieder einer gerichtlichen Klärung zufügen“.

Gefahren durch Minderdruck

Falscher Reifendruck schadet gleich mehrfach

130201_HUF, ©berndgabriel

Nicht mit bloßem Auge zu erkennen: Dieser Reifen hat einen Minderdruck von 60

(lifePR) – Ist der Reifendruck in Ordnung? Diese Frage haben sich die meisten Autofahrer in der Vergangenheit viel zu selten gestellt. Die negativen Folgen waren beeindruckend: steigende Schadstoff-Emissionen, höherer Spritverbrauch, schnellerer Reifenverschleiß und deutlich mehr Betriebskosten bei sinkender Fahrsicherheit.

Daher müssen seit Jahresbeginn alle Neuwagen über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verfügen. Bei direkt messenden Systemen ist in jedem Reifen ein Funksensor montiert, der den Reifendruck an die Bordelektronik des Fahrzeugs übermittelt. Damit das RDKS ganzjährig funktioniert, benötigen sowohl die Sommer- als auch die Winterreifen entsprechende Sensoren. Hierfür hat Huf Hülsbeck & Fürst, einer der führenden Hersteller von RDKS, den Universalsensor IntelliSens auf den Markt gebracht. Er kann schnell und problemlos montiert werden, da er für die meisten Fahrzeuge kompatibel ist. Die Batterie im Sensor hält bis zu sieben Jahren – er überlebt also mehrere Reifengenerationen.

Die Investition macht sich in der Regel schnell bezahlt. Was viele nicht wissen: Wird ein Reifen mit einem Unterdruck von nur 0,3 bar gefahren, verkürzt sich die Lebensdauer um bis zu 25 Prozent, gleichzeitig steigt der Spritverbrauch um drei Prozent. Das macht sich schon für den einzelnen Fahrer deutlich im Portemonnaie bemerkbar. In der Summe führt die Einführung des RDKS bundesweit zu deutlich weniger klimaschädlichen Treibhausgasen – denn nicht nur der Spritverbrauch sinkt, es müssen auch weniger Reifen neu produziert werden.

Brexit: Spinnen die Briten?

Zentralismus, Willkür, Planwirtschaft  scheinen der EU wichtiger zu sein

Von  Frank Schäffler

Jetzt drückt der Wahlgewinner David Cameron auf die Tube. Schon im Sommer 2016 möchte er die Briten über den Verbleib in der Europäischen Union abstimmen lassen. Er will die Gunst der Stunde nutzen und setzt die Staats- und Regierungschefs und die EU-Kommission unter Druck. Denn seit seiner viel beachteten Europa-Rede im Januar 2013 ist nicht viel passiert. Man gewinnt vielmehr den Eindruck, das restliche EU-Europa wäre froh, wenn die ständig nörgelnden Briten endlich die „Schicksalsgemeinschaft“ verlassen würden.

Gerade in Deutschland widmet man dem Verbleib Griechenlands im Euro-Club eine viel größere Aufmerksamkeit als dem Weg des Vereinigten Königreichs in Europa. Dabei ist die Bedeutung Griechenlands für den Wohlstand in Deutschland von untergeordneter Bedeutung. Aus Griechenland wurden 2014 nach Deutschland lediglich 1,73 Milliarden Euro Waren importiert und lediglich knapp 5 Milliarden Euro exportiert. Jedoch exportieren heimische Unternehmen über 76 Milliarden Euro Waren und Dienstleistungen auf die Insel. Für britische Unternehmen ist Deutschland der wichtigste Handelspartner. Von dort werden für 42 Milliarden Euro Güter und Dienstleistungen nach Deutschland exportiert.

Das scheint EU-Parlamentspräsident Martin Schulz egal zu sein. Er hat schon einmal vorgebaut. Nicht infrage komme, dass die Briten vor der Volksabstimmung Forderungen stellten nach dem Motto: „Sagt uns mal, was ihr uns gebt, dann sagen wir Euch, ob wir bleiben.“ Unabhängig davon, dass Schulz damit die bisherige Entscheidungsfindung in der Europäischen Union präzise beschrieben hat, tut er Cameron in diesem Fall unrecht. Cameron hat in seiner Rede in Davos 2013 tiefgreifende Reformen angemahnt und eine Trendumkehr für eine Europa von unten gefordert. Mehr vom Gleichen werde keinen Vorteil bringen, sondern die ökonomische Misere befördern. Es war ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den Zentralismus in der EU. Die Europäische Union steckt spätestens seit der Eurokrise in der Sackgasse: Sie ist zu zentralistisch, wo Non-Zentralismus und ein Systemwettbewerb gefragt wäre. Sie ist zu willkürlich, wo Rechtsstaatlichkeit notwendig wäre. Und sie ist zu planwirtschaftlich, wo Marktwirtschaft erforderlich wäre.

Die Antwort der Kommission und des EU-Parlaments sind Forderungen nach immer neuen Kompetenzen und mehr Macht in Brüssel. Diese Antwort ist zentralistisch, wenn es um die Steuerbemessungsgrundlagen von Unternehmen, um die Beaufsichtigung von Banken oder die Sammelwut von persönlichen Daten geht. Sie ist willkürlich, wenn es um die Auslegung der gemeinsamen Verträge geht, ob es die Maastricht-Kriterien waren oder ob es der Fiskalpakt ist: immer wird mindestens ein Auge zugedrückt. Und sie ist planwirtschaftlich, weil die Kommission und das Parlament glauben, dass Wirtschaftswachstum und Wohlstand – wie aktuell durch den Juncker-Plan – durch öffentliche Investitionslenkung erzielt werden können.

Hinter dieser freiheitszerstörenden Entwicklung steckt der Glaube an das Primat der Politik. Doch Europa muss dem Primat von Recht und Freiheit folgen. Großbritannien hat dafür eine Schlüsselrolle in der Europäischen Union inne. Das Vereinigte Königreich mit seiner jahrhundertelangen Tradition der Marktwirtschaft, des Freihandels und des Rechts ist natürlicher Verbündeter eines non-zentristischen Europas. Namen wie John Locke, Adam Smith, John Stuart Mill und Lord Acton stehen bis heute für diese große Freiheitstradition. Scheidet Großbritannien aus der Staatengemeinschaft aus, verschiebt sich das Koordinatenkreuz in der Europäischen Union zum Unguten. Die Zentralisten, Planer und Umverteiler würde in einer EU der dann 27 noch mehr Überhand gewinnen. Die Gewichte würden sich noch stärker, noch schneller und noch unumkehrbarer in Richtung Südeuropa verschieben.

Die wichtige Rolle Großbritanniens für die Europäische Union zeigte sich vor zwei Jahren bei den Verhandlungen über den Finanzrahmen der Europäischen Union. Damals wollte Cameron die Mittel für die EU radikal kürzen. Kommission, Südländer und EU-Parlament wollten dagegen die Mittel massiv erhöhen. Es war die vermittelnde Seite Deutschlands, die ein Einfrieren des EU-Haushaltes erreichen konnte. Dies wäre ohne die radikale Position der Briten nie gelungen. Scheidet Großbritannien aus, dann hält kein Damm mehr.

Die Europäische Union braucht jetzt eine offene Diskussion über ihre weitere Entwicklung, die bereits vor dem Referendum in Großbritannien geführt werden muss. Die Antwort auf ein Europa des Zentralismus, der Willkür und der Planwirtschaft muss eine Europa von Recht und Freiheit sein, das einen Wettbewerb der Regionen und Staaten zulässt und die Marktwirtschaft als tragende Gesellschaftsordnung manifestiert. In diesem Europa sollen tausend Blumen blühen.

Frank Schäffler, geboren 1968 in Schwäbisch Gmünd, war von 2005 bis 2013 Abgeordneter des Deutschen Bundestages. In der FDP initiierte er 2011 einen viel beachteten Mitgliederentscheid gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus. Er ist Gründer des klassisch-liberalen Think Tanks „Prometheus – Das Freiheitsinstitut“ und ist Mitglied der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft.

Sonntag, Leute!

aberglaube

Uber den Aberglauben
Es wäre weit besser, überhaupt keine Vorstellung von Gott zu haben als eine, die seiner unwürdig ist. Das erstere hieße Unglaube, aber das andere Beschimpfung. Aberglaube ist nämlich in Wahrheit eine Erniedrigung der Gottheit. Plutarch äußert sich treffend zu diesem Gegenstand. »Gewiß«, sagt er, »wäre es mir bedeutend lieber, wenn viele Leute behaupteten, es gäbe gar keinen solchen Menschen wie Plutarch, als daß sie erzählten, es gäbe einen gewissen Plutarch, der seine Kinder zu verzehren pflegte, sobald sie geboren wären«, was die Dichter dem Saturn nachsagen. Wie aber die Beschimpfung um so größer ist, weil sie sich gegen Gott richtet, so ist die daraus entstehende Gefahr auch um so größer für den Menschen. Dem Atheisten bleiben noch Verstand, Philosophie, natürliches Gefühl, Recht und Achtung auf den guten Namen, welche allesamt als Führer zu einem äußerlich sittlichen Wandel dienen können, wenn auch die Religion fehlt. Der Aberglaube aber bringt sie alle zum Schweigen und beherrscht allein und unumschränkt die menschlichen Gemüter. Deshalb hat der Atheismus auch niemals Unruhen in Staaten zuwege gebracht, denn er macht den Menschen auf sich selber bedacht, weil er nicht über sich hinaussieht. Auch erweisen sich die zur Gottesleugnung neigenden Zeitalter (wie dasjenige des Kaisers Augustus) als gesittete Zeiten. Dagegen hat der Aberglaube den Sturz manches Staates herbeigeführt, weil er ein »primum mobile«, eine neue Urkraft darstellt, die verheerend den ganzen Staatskörper überfällt. Beim Aberglauben gibt das Volk den Ton an, und in diesem Punkte folgen Weise den Toren nach, und in verkehrter Reihenfolge passen sich die Ver-nunftgründe hinterher der Praxis an. Einige Prälaten auf der Kirchenversammlung von Trient, wo die Lehre der Scholastik Triumphe feierte, erklärten treffend, die Scholastiker machten es wie die Sternkundigen, die exzentrische Kreise, Epizyklen und ähnliche Gestaltungen der Himmelsbahnen erdichteten, um den Naturerscheinungen gerecht zu werden, obschon sie wüßten, daß dergleichen Dinge nicht vorhanden seien; und ebenso hätten die Scholastiker eine Anzahl spitzfindiger und verwickelter Lehrsätze ersonnen, um die Praxis der Kirche zu retten. Die Ursachen des Aberglaubens sind: gefällige und den Sinnen schmeichelnde Kirchengebräuche und Gepränge; Ubermaß an äußerlicher und scheinheiliger Frömmigkeit; übertriebene Ehrfurcht vor Überlieferungen, die die Kirche nur belasten; die dem eigenen Ehrgeiz und Gewinnstreben dienenden Kunstgriffe der vornehmen Geistlichkeit; die übergroße Begünstigung frommer Einfalt, dem Tor zu sonderbaren Neuerungen; das Bestreben, göttliche Dinge aus menschlichen Gesichtspunkten zu erklären, was nur Verwirrung von Begriffen hervorruft, und schließlich barbarische, namentlich mit Elend und Ungemach verbundene Zeitalter. Der unverschleierte Aberglaube ist abstoßend; denn wie es die Häßlichkeit eines Affen erhöht, daß er dem Menschen so ähnlich sieht, ebenso macht auch die Ähnlichkeit mit der Religion den Aberglauben um so abstoßender, und wie sich nahrhafte Speisen in kleine Würmer verwandeln, so verkehren sich gute Sitten und kirchliche Einrichtungen in eine Menge inhaltloser Bräuche. Es verfällt aber gar mancher erst recht in Aberglauben in dem Bestreben, den Aberglauben zu meiden; er entfernt sich dann nämlich allzuweit von den früher aufgenommenen abergläubischen Vorstellungen. Man hüte sich daher, daß nicht, wie bei schlechten Abführmitteln, das Gute gleichzeitig mit dem Schlechten ausgeschieden wird, wie es meistenteils geschieht, wo die Menge den Reformator spielt. (Francis Bacon, 1561-1626)

Gefragt

Kommt niemand auf die Idee zu fragen, wie korrupt europäische Regierungen und Justiz sind, wenn jetzt nach Jahrzehnten die USA anfangen müssen,  gegen die FIFA zu handeln? Werden Merkel und Gauck als gelernte DDR’ler weiterhin wie gewohnt auf  FIFA-Veranstaltungen wie Winkelemente herumhopsen?

Gesagt

Zukunft ist gut für alle!
(Dr. Udo Brömme, CDU-MdB. Vorläufer von Guido Wolf.)

Gelesen

naturschauspiel

 

Für Durchblicker.

Interview:
„Die Desertec-Vision ist nicht tot“
Andreas Huber aus Mahlstetten ist Vorstand der Stiftung, die Thema Wüstenstrom vorantreibt
(Schwäbische Zeitung. Wetten, dass, auch  wenn Regina Braungart mit der Toten gesprochen hat! Strom aus Thema! Die Wüste lebt. In Afrika ist Muttertag!)

Internet vermittelt heimisches Brennholz
Revierförster Reger hat eine Brennholzbörse eingerichtet: Start am 8. Juni
(Schwäbische Zeitung. Wird in Spaichingen nicht schon länger im Internet geholzt?)

Spaichinger Jugendliche kochen für Kirchentagsbesucher
Spenden und mögliche Überschüsse sollen der AWO-Wärmestube in Tuttlingen zugute kommen
(Schwäbische Zeitung. Der Trick mit der Speisung funktioniert nicht mehr? Jetzt machen’s die Sozialisten?)

Blütenpracht wie auf der Mainau
Dr. Rainer Sefrin aus Wehingen hat die Blütenpracht in seinem Garten fotografiert…
(Schwäbische Zeitung. Fotograf wie ein Graf?)

Zehntklässler üben sich im Golfen
(Schwäbische Zeitung. Früh übt sich, wer ein Loch werden will?)

Blumenwiesen mit viel „Sprengstoff“
Landwirte befürchten wirtschaftlichen Schaden durch EU-Schutzgebiete auf ihrem Land
Bunte Blumenwiesen machen den Bauern in der Region gerade Bauchschmerzen…
(Schwäbische Zeitung. Bumm! Deshalb müssen Leser auch Krämpfe kriegen? Ist der Reichsnährstand ausgebrochen? Ist Landwirtschaft nicht EU-Eigentum? Sind Maismonokulturen für Gasfabriken schöner als Blumenwiesen? Wieviel Land ist Bauernland? Anteil am Bruttosozialprodukt in Deutschland: 0,9 Prozent! Die Kirchen haben mehr Beschäftigte als die Landwirtschaft. Welcher Bauer lebt nicht mit Zuschüssen? Wer zahlt, bestimmt! Bericht aus Absurdistan.)

Sonntagsläuten
Ein neuer Lebensentwurf
….Johannes Thiemann, Pfarrer ev. Kirchengemeinde Spaichingen
(Schwäbische Zeitung. Nit schwätze, mache! Verzichtet er jetzt auf Gehalt und hängt seinen schwarzen Behang an den Nagel? Geschwurbel mit leeren Versprechungen kann jeder!)

Trossingen
(Schwäbische Zeitung. Lieben es Zeitungsleser auch, beim Bäcker nur halbe Brötchen zu bekommen und ganze zu bezahlen? Ist das nicht Betrug?)

Interview:
„Humba-Täterä hat sich zur niveauvollen Musik entwickelt“
Professor Hubert Kempter führt den Qualitätswandel der Blasmusik auf Ausbildung und Kooperation zurück
(Schwäbische Zeitung. Er meint wohl, alles auf Augenhöhe?)

Ein Hauch von Adel weht durchs Tal
Umrahmt von Gutacher Trachtenträgern tragen sich Markgraf Max von Baden und seine Frau Valerie bei ihrem Besuch im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in das Gästebuch der Gemeinde ein…Eine knallgelbe Postkutsche mit adeligen Fahrgästen fährt auf der B 33 von Hornberg nach Gutach – das erlebt man im Gutachtal nicht alle Tage...
(Schwarzwälder Bote. Halloween im Mai! Begegnungen der Abartigkeit. Vier schreibende junge Leute zeigen, dass sie in Geschichte nichts gelernt haben und wohl auch nicht bereit sind, als Journalistendarsteller etwas zu lernen. Und so streicht ein Furz von Aschenbrödeladel  aus Wartezimmerpostille für Klein Lieschen über Aschenbrödeladel, nachdem der Adel 1919 abgeschafft worden ist und wirft falsche Markklößchen in ein Tal, welches einst alles andere war als badisch und die Geschichte nie einen Adeligen in Postkutsche erlebt hat. Baden hat erst Napoleon gemacht, der Kaiserhochstapler und Massenmörder aus Korsika. Und das dumme Volk klatscht dazu! Woher stammt wohl der Ausdruck „Lügenpresse“? Nicht auch von der landesweiten Fabel wie der, Offenburg sei schuldenfrei?)

Parlament künftig ohne Bürgermeister und Landräte
Wilfried Klenk ist seit vier Monaten Landtagspräsident – und versteht bis heute nicht, warum damals die Frauenfrage hochkam.
(Badische Zeitung. Nix versteh? Dann ist er richtig. Kam sie nicht Guido Wolf hoch, bis er sie nach Gebrauch ausgekotzt hat?)

Trotz Sanktionen: Handel zwischen USA und Russland floriert
Europäische Firmen befolgen die Russland-Sanktionen und leiden darunter. Dagegen hat der amerikanisch-russische Warenaustausch nach SPIEGEL-Informationen stark zugelegt – trotz der Strafmaßnahmen gegen die Regierung in Moskau
(spiegel.de. Die EU in ihrer versammelten Blödheit merkt nicht, wie sie von den USA ausgespielt und gegen Russland gehetzt wird, um als Konkurrenz klein gehalten zu werden.)

Zu den Griechen fällt mir nichts mehr ein
Nach über fünf Jahren Griechenland-Rettung ist die Schuldenlast dort so hoch wie nie zuvor. Unsere Ratlosigkeit könnte hochgefährlich werden. Der Verfall der rechtlichen und moralischen Normen in Europa schreitet fort.
(faz.net. Die Dummen haben immer die Mehrheit.)

Debatte um Fifa-Präsident
Beckenbauer stellt sich hinter Blatter
Nach der Wiederwahl bekommt der umstrittene Fifa-Präsident Joseph Blatter Rückendeckung von Franz Beckenbauer. Der Ehrenpräsident des FC Bayern übt zudem deutliche Kritik an den europäischen Widersachern Blatters.
(faz.net. Gehört dazu.)

Verkehr und Bauen am wichtigsten

Umfrage:  Wunsch nach mehr Einfluss an Stadtentwicklung

spaichfachwerk

(lifePR) – Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (58 Prozent) hätte gerne stärkeren Einfluss darauf, was in ihrer Stadt entschieden und umgesetzt wird. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt hat. Nur 24 Prozent der Befragten waren demnach der Meinung, bereits heute genug Einfluss auf lokale Entscheidungen zu haben. In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern waren sogar lediglich 19 Prozent der Umfrageteilnehmer mit den jetzigen Einflussmöglichkeiten zufrieden, 66 Prozent sehen Verbesserungsbedarf.

Wissenschaft und Forschung sollten bei Fragen der Stadtentwicklung nach Meinung der Befragten mehr als bisher einbezogen werden. 71 Prozent der Deutschen sehen laut der Umfrage einen stärkeren Beratungsbedarf der Kommunalpolitik durch wissenschaftliche Experten. Dieser Bedarf wird von einer großen Mehrheit in allen Bevölkerungsgruppen gesehen. Hier setzt der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ an, den das BMBF im laufenden Wissenschaftsjahr gestartet hat: 52 ausgewählte Kommunen entwickeln dabei gemeinsam mit ihren Bürgern eine „Vision 2030+“ von der Weiterentwicklung ihrer Stadt.

Der Fokus liegt dabei auf regional ganz unterschiedlichen Aspekten. So will sich etwa die Hansestadt Stendal unter der Überschrift „Junge Perspektiven“ damit befassen, wie sie noch kinderfreundlicher werden kann. Die Stadt Ulm dagegen will sich insbesondere mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Kommune beschäftigen. Dormagen konzentriert sich auf die Frage, wie sich die Kommune entwickeln muss, um neue Bürger zu gewinnen und in der Stadt zu halten. Alle Projekte des Städtewettbewerbs werden von wissenschaftlichen Partnern begleitet. Auch übergreifend zeigt das aktuelle Wissenschaftsjahr mit seinen deutschlandweiten Veranstaltungen, Dialogformaten und Ausstellungen auf, wie Forschung dazu beiträgt, Städte nachhaltig lebenswert zu gestalten.

„Die Stadt der Zukunft kann nur als Gemeinschaftsprojekt funktionieren. Jetzt geht es darum, die Ideen der Wissenschaftler, die Vorstellungen der Menschen vor Ort und die Akteure in den Städten und Gemeinden zusammen zu bringen. Mit dem Wettbewerb Zukunftsstadt wollen wir dieses Zusammenspiel vorantreiben und verbessern“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Wichtige Themen, auf die Bürger gerne Einfluss nehmen würden, sind laut der Befragung für die große Mehrheit die Bereiche Verkehrsplanung (71 Prozent) und Bauprojekte (65 Prozent). Seltener wurden Umweltschutz (44 Prozent), kommunale Finanzen (43 Prozent) oder auch die Unterbringung von Flüchtlingen oder Asylbewerbern (40 Prozent) genannt. Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung sind dabei unter den Deutschen durchaus verbreitet. Eine knappe Mehrheit (42 Prozent) der Befragten hat sich laut der Umfrage schon einmal an einem Vorhaben oder einer Entscheidung in der eigenen Stadt bzw. Gemeinde beteiligt. 40 Prozent haben dies dagegen noch nie getan. Weitere 14 Prozent der Befragten gaben an, es gebe in ihrer Stadt keine Möglichkeiten zur Beteiligung.

Das Meinungsbild von Forsa stützt sich auf 1003 Befragte Anfang April 2015.
Mehr zur Umfrage unter: www.bmbf.de/de/27059.php
Mehr Informationen zum Wissenschaftsjahr finden Sie unter:
http://www.wissenschaftsjahr-zukunftsstadt.de/…