28 Prozent Migrationshintergrund

Im Raum Stuttgart anteilig die meisten Menschen mit Migrationshintergrund

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(tutut) – Nach Angaben des Mikrozensus lebten im Jahr 2013 fast 3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund 1 in Baden‑Württemberg. Damit hatten mehr als ein Viertel (knapp 28 Prozent) der rund 10,6 Millionen Baden‑Württemberger einen Migrationshintergrund. Hiervon besaßen rund 1,2 Millionen eine ausländische Staatsangehörigkeit, etwas mehr als 1,7 Millionen waren deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund. Damit lag der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung bei knapp 12 Prozent, der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund bei gut 16 Prozent.

28 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund jünger als 20 Jahre
Die Bevölkerungsgruppe der Menschen mit Migrationshintergrund weist eine deutlich jüngere Altersstruktur auf als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Im Jahr 2013 lebten knapp 818 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (Altersgruppe 0 bis unter 20 Jahre) mit Migrationshintergrund in Baden‑Württemberg. Damit waren fast 28 Prozent und damit mehr als ein Viertel der Migranten jünger als 20 Jahre. Bei den Menschen ohne Migrationshintergrund waren rund 16 Prozent und damit deutlich weniger unter 20 Jahre alt. Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren hingegen fiel bei den Menschen mit Migrationshintergrund erheblich niedriger aus als bei den Menschen ohne Migrationshintergrund. Während von den Baden‑Württembergern mit Migrationshintergrund nur rund 10 Prozent 65 Jahre oder älter waren, lag dieser Wert bei den Baden‑Württembergern ohne Migrationshintergrund bei fast 24 Prozent.

Die Region Stuttgart wies im Vergleich der baden-württembergischen Regionen mit fast 31 Prozent den höchsten Migrantenanteil auf. Die Stadt Stuttgart als Zentrum der Region übertraf diesen Wert mit einem Anteil von rund 39 Prozent noch deutlich. Werte über dem Landesdurchschnitt waren darüber hinaus in den Regionen Rhein‑Neckar mit annähernd 30 Prozent, Heilbronn-Franken (gut 28 Prozent) sowie in der Region Mittlerer Oberrhein (knapp 28 Prozent) zu verzeichnen. Weit unterdurchschnittliche Werte waren in der Region Südlicher Oberrhein (23 Prozent) sowie in den Regionen Bodensee‑Oberschwaben und Donau‑Iller (jeweils knapp 22 Prozent) anzutreffen.

70 Prozent der Baden‑Württemberger mit Migrationshintergrund erwerbstätig
Im Jahr 2013 waren nach den Ergebnissen des Mikrozensus rund 5,5 Millionen Baden‑Württemberger erwerbstätig, davon fast 1,5 Millionen bzw. rund 26 Prozent mit Migrationshintergrund und knapp 4,1 Millionen (fast 74 Prozent) ohne Migrationshintergrund. Knapp 5,4 Millionen Erwerbstätige zählten zur Altersgruppe von 15 bis unter 65 Jahren (1,4 Millionen mit und gut 3,9 Millionen ohne Migrationshintergrund). Diese Altersgruppe wird für gewöhnlich zur Berechnung der Erwerbstätigen- und Erwerbslosenquoten 2 herangezogen. Die Erwerbstätigenquote, welche die Zahl der erwerbstätigen Personen zur Bevölkerung im Alter von 15 bis 65 Jahren ins Verhältnis setzt, lag im Jahr 2013 in Baden‑Württemberg bei rund 76 Prozent.

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Bei den Menschen mit Migrationshintergrund derselben Altersgruppe betrug die Erwerbstätigenquote im Jahr 2013 rund 70 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Baden‑Württemberger ohne Migrationshintergrund lag 9 Prozentpunkte über der Quote der Baden‑Württemberger mit Migrationshintergrund (fast 79 Prozent). Die Erwerbslosenquote insgesamt lag 2013 bei etwas über 3 Prozent. Die Erwerbslosenquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund betrug fast 6 Prozent, die der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund knapp 3 Prozent.

Wirtschaftsbereich »Handel, KFZ, Gastgewerbe« auf Platz 1
Zwei Drittel der erwerbstätigen Baden‑Württemberger im Alter von 15 Jahren und älter waren im Jahr 2013 in den drei Wirtschaftsbereichen »Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe« (fast 28 Prozent), »Öffentliche und private Dienstleistungen« (knapp 23 Prozent) und im Bereich »Handel; KFZ; Gastgewerbe« (16 Prozent) beschäftigt. Deutlich geringere Anteile wiesen die übrigen Wirtschaftsbereiche wie bspw. der Bereich »Grundstücks-/Wohnungswesen; wirtschaftliche Dienstleistungen« (knapp 10 Prozent), der Bereich »Verkehr; Lagerei, Kommunikation« (nahezu 7 Prozent), das Baugewerbe und die öffentliche Verwaltung (jeweils knapp 6 Prozent) auf. Im Wirtschaftsbereich »Handel; KFZ; Gastgewerbe« ist der Anteil der Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund mit rund 32 Prozent am höchsten, dicht gefolgt von den Wirtschaftsbereichen »Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe« mit einem Migrantenanteil von rund 30 Prozent und dem »Baugewerbe« mit einem Migrantenanteil von gut 29 Prozent.

Im Bereich »Verkehr; Lagerei, Kommunikation« lag der Anteil der Migranten an allen Erwerbstätigen bei fast 28 Prozent, im Bereich »Grundstücks-/ Wohnungswesen; wirtschaftliche Dienstleistungen« wiesen rund 26 Prozent der Beschäftigten einen Migrationshintergrund auf. Vergleichsweise geringe Migrantenanteile wurden in den Wirtschaftsbereichen »Öffentliche Verwaltung« (knapp 12 Prozent) und in der »Land- und Forstwirtschaft; Fischerei« (rund 8 Prozent) festgestellt.
1
Migrationshintergrund im weiteren Sinn (siehe i-Punkt).
2
Nach dem im Mikrozensus zu Grunde liegenden Labour-Force-Konzept der ILO gliedert sich die Bevölkerung nach ihrer Beteiligung am Erwerbsleben in Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose) sowie Nichterwerbspersonen. Die Erwerbstätigenquote beschreibt den Anteil der Erwerbstätigen an der gleichaltrigen Gruppe in der Gesamtbevölkerung, die Erwerbslosenquote beschreibt den Anteil der Erwerbslosen an der gleichaltrigen Gruppe der Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose).

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