Richard von Weizsäcker ist tot

Der frühere Bundespräsident (1984 bis 1994) starb mit  94 Jahren

-Weizsäcker-07Richard von Weizsäcker am 8.Mai 1985. Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

weizsäckerbaum

Wachsende Erinnerung am Ruhestein.

Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei der Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa
Bonn, 8. Mai 1985

Viele Völker gedenken heute des Tages, an dem der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ging. Seinem Schicksal gemäß hat jedes Volk dabei seine eigenen Gefühle. Sieg oder Niederlage, Befreiung von Unrecht und Fremdherrschaft oder Übergang zu neuer Abhängigkeit, Teilung, neue Bündnisse, gewaltige Machtverschiebungen – der 8. Mai 1945 ist ein Datum von entscheidender historischer Bedeutung in Europa.

Wir Deutsche begehen den Tag unter uns, und das ist notwendig. Wir müssen die Maßstäbe allein finden. Schonung unserer Gefühle durch uns selbst oder durch andere hilft nicht weiter. Wir brauchen und wir haben die Kraft, der Wahrheit so gut wir es können ins Auge zu sehen, ohne Beschönigung und ohne Einseitigkeit.

Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mußten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.

Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern. Die Menschen, die ihn bewußt erlebt haben, denken an ganz persönliche und damit ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Der eine kehrte heim, der andere wurde heimatlos. Dieser wurde befreit, für jenen begann die Gefangenschaft. Viele waren einfach nur dafür dankbar, daß Bombennächte und Angst vorüber und sie mit dem Leben davongekommen waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Niederlage des eigenen Vaterlandes. Verbittert standen Deutsche vor zerrissenen Illusionen, dankbar andere Deutsche vor dem geschenkten neuen Anfang.

Es war schwer, sich alsbald klar zu orientieren. Ungewißheit erfüllte das Land. Die militärische Kapitulation war bedingungslos. Unser Schicksal lag in der Hand der Feinde. Die Vergangenheit war furchtbar gewesen, zumal auch für viele dieser Feinde. Würden sie uns nun nicht vielfach entgelten lassen, was wir ihnen angetan hatten?

Die meisten Deutschen hatten geglaubt, für die gute Sache des eigenen Landes zu kämpfen und zu leiden. Und nun sollte sich herausstellen: Das alles war nicht nur vergeblich und sinnlos, sondern es hatte den unmenschlichen Zielen einer verbrecherischen Führung gedient. Erschöpfung, Ratlosigkeit und neue Sorgen kennzeichneten die Gefühle der meisten. Würde man noch eigene Angehörige finden? Hatte ein Neuaufbau in diesen Ruinen überhaupt Sinn?

Der Blick ging zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit und nach vorn in eine ungewisse dunkle Zukunft.

Und dennoch wurde von Tag zu Tag klarer, was es heute für uns alle gemeinsam zu sagen gilt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Niemand wird um dieser Befreiung willen vergessen, welche schweren Leiden für viele Menschen mit dem 8. Mai erst begannen und danach folgten. Aber wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte.

Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen.

Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.

Der 8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Erinnern heißt, eines Geschehens so ehrlich und rein zu gedenken, daß es zu einem Teil des eigenen Innern wird. Das stellt große Anforderungen an unsere Wahrhaftigkeit.

Wir gedenken heute in Trauer aller Toten des Krieges und der Gewaltherrschaft.

Wir gedenken insbesondere der sechs Millionen Juden, die in deutschen Konzentrationslagern ermordet wurden.

Wir gedenken aller Völker, die im Krieg gelitten haben, vor allem der unsäglich vielen Bürger der Sowjetunion und der Polen, die ihr Leben verloren haben.

Als Deutsche gedenken wir in Trauer der eigenen Landsleute, die als Soldaten, bei den Fliegerangriffen in der Heimat, in Gefangenschaft und bei der Vertreibung ums Leben gekommen sind.

Wir gedenken der ermordeten Sinti und Roma, der getöteten Homosexuellen, der umgebrachten Geisteskranken, der Menschen, die um ihrer religiösen oder politischen Überzeugung willen sterben mußten.

Wir gedenken der erschossenen Geiseln.

Wir denken an die Opfer des Widerstandes in allen von uns besetzten Staaten.

Als Deutsche ehren wir das Andenken der Opfer des deutschen Widerstandes, des bürgerlichen, des militärischen und glaubensbegründeten, des Widerstandes in der Arbeiterschaft und bei Gewerkschaften, des Widerstandes der Kommunisten.

Wir gedenken derer, die nicht aktiv Widerstand leisteten, aber eher den Tod hinnahmen, als ihr Gewissen zu beugen.

Neben dem unübersehbar großen Heer der Toten erhebt sich ein Gebirge menschlichen Leids,
Leid um die Toten,
Leid durch Verwundung und Verkrüppelung,
Leid durch unmenschliche Zwangssterilisierung,
Leid in Bombennächten,
Leid durch Flucht und Vertreibung, durch Vergewaltigung und Plünderung, durch Zwangsarbeit, durch Unrecht und Folter, durch Hunger und Not,
Leid durch Angst vor Verhaftung und Tod,
Leid durch Verlust all dessen, woran man irrend geglaubt und wofür man gearbeitet hatte.

Heute erinnern wir uns dieses menschlichen Leids und gedenken seiner in Trauer.

Den vielleicht größten Teil dessen, was den Menschen aufgeladen war, haben die Frauen der Völker getragen.

Ihr Leiden, ihre Entsagung und ihre stille Kraft vergißt die Weltgeschichte nur allzu leicht. Sie haben gebangt und gearbeitet, menschliches Leben getragen und beschützt. Sie haben getrauert um gefallene Väter und Söhne, Männer, Brüder und Freunde.

Sie haben in den dunkelsten Jahren das Licht der Humanität vor dem Erlöschen bewahrt.

Am Ende des Krieges haben sie als erste und ohne Aussicht auf eine gesicherte Zukunft Hand angelegt, um wieder einen Stein auf den anderen zu setzen, die Trümmerfrauen in Berlin und überall.

Als die überlebenden Männer heimkehrten, mußten Frauen oft wieder zurückstehen. Viele Frauen blieben aufgrund des Krieges allein und verbrachten ihr Leben in Einsamkeit.

Wenn aber die Völker an den Zerstörungen, den Verwüstungen, den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten innerlich nicht zerbrachen, wenn sie nach dem Krieg langsam wieder zu sich selbst kamen, dann verdanken wir es zuerst unseren Frauen.

Am Anfang der Gewaltherrschaft hatte der abgrundtiefe Haß Hitlers gegen unsere jüdischen Mitmenschen gestanden. Hitler hatte ihn nie vor der Öffentlichkeit verschwiegen, sondern das ganze Volk zum Werkzeug dieses Hasses gemacht. Noch am Tag vor seinem Ende am 30. April 1945 hatte er sein sogenanntes Testament mit den Worten abgeschlossen: „Vor allem verpflichte ich die Führung der Nation und die Gefolgschaft zur peinlichen Einhaltung der Rassegesetze und zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter aller Völker, das internationale Judentum.“

Gewiß, es gibt kaum einen Staat, der in seiner Geschichte immer frei blieb von schuldhafter Verstrickung in Krieg und Gewalt. Der Völkermord an den Juden jedoch ist beispiellos in der Geschichte.

Die Ausführung des Verbrechens lag in der Hand weniger. Vor den Augen der Öffentlichkeit wurde es abgeschirmt. Aber jeder Deutsche konnte miterleben, was jüdische Mitbürger erleiden mußten, von kalter Gleichgültigkeit über versteckte Intoleranz bis zu offenem Haß.

Wer konnte arglos bleiben nach den Bränden der Synagogen, den Plünderungen, der Stigmatisierung mit dem Judenstern, dem Rechtsentzug, der unaufhörlichen Schändung der menschlichen Würde?

Wer seine Ohren und Augen aufmachte, wer sich informieren wollte, dem konnte nicht entgehen, daß Deportationszüge rollten. Die Phantasie der Menschen mochte für Art und Ausmaß der Vernichtung nicht ausreichen. Aber in Wirklichkeit trat zu den Verbrechen selbst der Versuch allzu vieler, auch in meiner Generation, die wir jung und an der Planung und Ausführung der Ereignisse unbeteiligt waren, nicht zur Kenntnis zu nehmen, was geschah.

Es gab viele Formen, das Gewissen ablenken zu lassen, nicht zuständig zu sein, wegzuschauen, zu schweigen. Als dann am Ende des Krieges die ganze unsagbare Wahrheit des Holocaust herauskam, beriefen sich allzu viele von uns darauf, nichts gewußt oder auch nur geahnt zu haben.

Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht. Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich.

Es gibt entdeckte und verborgen gebliebene Schuld von Menschen. Es gibt Schuld, die sich Menschen eingestanden oder abgeleugnet haben. Jeder, der die Zeit mit vollem Bewußtsein erlebt hat, frage sich heute im Stillen selbst nach seiner Verstrickung.

Der ganz überwiegende Teil unserer heutigen Bevölkerung war zur damaligen Zeit entweder im Kindesalter oder noch gar nicht geboren. Sie können nicht eine eigene Schuld bekennen für Taten, die sie gar nicht begangen haben.

Kein fühlender Mensch erwartet von ihnen, ein Büßerhemd zu tragen, nur weil sie Deutsche sind. Aber die Vorfahren haben ihnen eine schwere Erbschaft hinterlassen.

Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen.

Jüngere und Ältere müssen und können sich gegenseitig helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten.

Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bewältigen. Das kann man gar nicht. Sie läßt sich ja nicht nachträglich ändern oder ungeschehen machen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.

Das jüdische Volk erinnert sich und wird sich immer erinnern. Wir suchen als Menschen Versöhnung.

Gerade deshalb müssen wir verstehen, daß es Versöhnung ohne Erinnerung gar nicht geben kann. Die Erfahrung millionenfachen Todes ist ein Teil des Innern jedes Juden in der Welt, nicht nur deshalb, weil Menschen ein solches Grauen nicht vergessen können. Sondern die Erinnerung gehört zum jüdischen Glauben.

„Das Vergessenwollen verlängert das Exil,
und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“

Diese oft zitierte jüdische Weisheit will wohl besagen, daß der Glaube an Gott ein Glaube an sein Wirken in der Geschichte ist.

Die Erinnerung ist die Erfahrung vom Wirken Gottes in der Geschichte. Sie ist die Quelle des Glaubens an die Erlösung. Diese Erfahrung schafft Hoffnung, sie schafft Glauben an Erlösung, an Wiedervereinigung des Getrennten, an Versöhnung. Wer sie vergißt, verliert den Glauben.

Würden wir unsererseits vergessen wollen, was geschehen ist, anstatt uns zu erinnern, dann wäre dies nicht nur unmenschlich. Sondern wir würden damit dem Glauben der überlebenden Juden zu nahe treten, und wir würden den Ansatz zur Versöhnung zerstören.

Für uns kommt es auf ein Mahnmal des Denkens und Fühlens in unserem eigenen Inneren an.

Der 8. Mai ist ein tiefer historischer Einschnitt, nicht nur in der deutschen, sondern auch in der europäischen Geschichte.

Der europäische Bürgerkrieg war an sein Ende gelangt, die alte europäische Welt zu Bruch gegangen. „Europa hatte sich ausgekämpft“ (M. Stürmer). Die Begegnung amerikanischer und sowjetrussischer Soldaten an der Elbe wurde zu einem Symbol für das vorläufige Ende einer europäischen Ära.

Gewiß, das alles hatte seine alten geschichtlichen Wurzeln. Großen, ja bestimmenden Einfluß hatten die Europäer in der Welt, aber ihr Zusammenleben auf dem eigenen Kontinent zu ordnen, das vermochten sie immer schlechter. Über hundert Jahre lang hatte Europa unter dem Zusammenprall nationalistischer Übersteigerungen gelitten. Am Ende des Ersten Weltkrieges war es zu Friedensverträgen gekommen. Aber ihnen hatte die Kraft gefehlt, Frieden zu stiften. Erneut waren nationalistische Leidenschaften aufgeflammt und hatten sich mit sozialen Notlagen verknüpft.

Auf dem Weg ins Unheil wurde Hitler die treibende Kraft. Er erzeugte und er nutzte Massenwahn. Eine schwache Demokratie war unfähig, ihm Einhalt zu gebieten. Und auch die europäischen Westmächte, nach Churchills Urteil „arglos, nicht schuldlos“, trugen durch Schwäche zur verhängnisvollen Entwicklung bei. Amerika hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg wieder zurückgezogen und war in den dreißiger Jahren ohne Einfluß auf Europa.

Hitler wollte die Herrschaft über Europa, und zwar durch Krieg. Den Anlaß dafür suchte und fand er in Polen.

Am 23. Mai 1939 – wenige Monate vor Kriegsausbruch – erklärte er vor der deutschen Generalität: „Weitere Erfolge können ohne Blutvergießen nicht mehr errungen werden … Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung … Es entfällt also die Frage, Polen zu schonen, und bleibt der Entschluß, bei erster passender Gelegenheit Polen anzugreifen … Hierbei spielen Recht oder Unrecht oder Verträge keine Rolle.“

Am 23. August 1939 wurde der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt geschlossen. Das geheime Zusatzprotokoll regelte die bevorstehende Aufteilung Polens.

Der Vertrag wurde geschlossen, um Hitler den Einmarsch in Polen zu ermöglichen. Das war der damaligen Führung der Sowjetunion voll bewußt. Allen politisch denkenden Menschen jener Zeit war klar, daß der deutsch-sowjetische Pakt Hitlers Einmarsch in Polen und damit den Zweiten Weltkrieg bedeutete.

Dadurch wird die deutsche Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht verringert. Die Sowjetunion nahm den Krieg anderer Völker in Kauf, um sich am Ertrag zu beteiligen. Die Initiative zum Krieg aber ging von Deutschland aus, nicht von der Sowjetunion.

Es war Hitler, der zur Gewalt griff. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bleibt mit dem deutschen Namen verbunden.

Während dieses Krieges hat das nationalsozialistische Regime viele Völker gequält und geschändet.

Am Ende blieb nur noch ein Volk übrig, um gequält, geknechtet und geschändet zu werden: das eigene, das deutsche Volk. Immer wieder hat Hitler ausgesprochen: wenn das deutsche Volk schon nicht fähig sei, in diesem Krieg zu siegen, dann möge es eben untergehen. Die anderen Völker wurden zunächst Opfer eines von Deutschland ausgehenden Krieges, bevor wir selbst zu Opfern unseres eigenen Krieges wurden.

Es folgte die von den Siegermächten verabredete Aufteilung Deutschlands in verschiedene Zonen. Inzwischen war die Sowjetunion in alle Staaten Ost- und Südosteuropas, die während des Krieges von Deutschland besetzt worden waren, einmarschiert. Mit Ausnahme Griechenlands wurden alle diese Staaten sozialistische Staaten.

Die Spaltung Europas in zwei verschiedene politische Systeme nahm ihren Lauf. Es war erst die Nachkriegsentwicklung, die sie befestigte. Aber ohne den von Hitler begonnenen Krieg wäre sie nicht gekommen. Daran denken die betroffenen Völker zuerst, wenn sie sich des von der deutschen Führung ausgelösten Krieges erinnern.

Im Blick auf die Teilung unseres eigenen Landes und auf den Verlust großer Teile des deutschen Staatsgebietes denken auch wir daran. In seiner Predigt zum 8. Mai sagte Kardinal Meißner in Ostberlin: „Das trostlose Ergebnis der Sünde ist immer die Trennung.“

Die Willkür der Zerstörung wirkte in der willkürlichen Verteilung der Lasten nach. Es gab Unschuldige, die verfolgt wurden, und Schuldige, die entkamen. Die einen hatten das Glück, zu Hause in vertrauter Umgebung ein neues Leben aufbauen zu können. Andere wurden aus der angestammten Heimat vertrieben.

Wir in der späteren Bundesrepublik Deutschland erhielten die kostbare Chance der Freiheit. Vielen Millionen Landsleuten bleibt sie bis heute versagt.

Die Willkür der Zuteilung unterschiedlicher Schicksale ertragen zu lernen, war die erste Aufgabe im Geistigen, die sich neben der Aufgabe des materiellen Wiederaufbaus stellte. An ihr mußte sich die menschliche Kraft erproben, die Lasten anderer zu erkennen, an ihnen dauerhaft mitzutragen, sie nicht zu vergessen. In ihr mußte die Fähigkeit zum Frieden und die Bereitschaft zur Versöhnung nach innen und außen wachsen, die nicht nur andere von uns forderten, sondern nach denen es uns selbst am allermeisten verlangte.

Wir können des 8. Mai nicht gedenken, ohne uns bewußtzumachen, welche Überwindung die Bereitschaft zur Aussöhnung den ehemaligen Feinden abverlangte. Können wir uns wirklich in die Lage von Angehörigen der Opfer des Warschauer Ghettos oder des Massakers von Lidice versetzen?

Wie schwer mußte es aber auch einem Bürger in Rotterdam oder London fallen, den Wiederaufbau unseres Landes zu unterstützen, aus dem die Bomben stammten, die erst kurze Zeit zuvor auf seine Stadt gefallen waren! Dazu mußte allmählich eine Gewißheit wachsen, daß Deutsche nicht noch einmal versuchen würden, eine Niederlage mit Gewalt zu korrigieren.

Bei uns selbst wurde das Schwerste den Heimatvertriebenen abverlangt. Ihnen ist noch lange nach dem 8. Mai bitteres Leid und schweres Unrecht widerfahren. Um ihrem schweren Schicksal mit Verständnis zu begegnen, fehlt uns Einheimischen oft die Phantasie und auch das offene Herz.

Aber es gab alsbald auch große Zeichen der Hilfsbereitschaft. Viele Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden aufgenommen. Im Laufe der Jahre konnten sie neue Wurzeln schlagen. Ihre Kinder und Enkel bleiben auf vielfache Weise der Kultur und der Liebe zur Heimat ihrer Vorfahren verbunden. Das ist gut so, denn das ist ein wertvoller Schatz in ihrem Leben.

Sie haben aber selbst eine neue Heimat gefunden, in der sie mit den gleichaltrigen Einheimischen aufwachsen und zusammenwachsen, ihre Mundart sprechen und ihre Gewohnheiten teilen. Ihr junges Leben ist ein Beweis für die Fähigkeit zum inneren Frieden. Ihre Großeltern oder Eltern wurden einst vertrieben, sie jedoch sind jetzt zu Hause.

Früh und beispielhaft haben sich die Heimatvertriebenen zum Gewaltverzicht bekannt. Das war keine vergängliche Erklärung im anfänglichen Stadium der Machtlosigkeit, sondern ein Bekenntnis, das seine Gültigkeit behält. Gewaltverzicht bedeutet, allseits das Vertrauen wachsen zu lassen, daß auch ein wieder zu Kräften gekommenes Deutschland daran gebunden bleibt.

Die eigene Heimat ist mittlerweile anderen zur Heimat geworden. Auf vielen alten Friedhöfen im Osten finden sich heute schon mehr polnische als deutsche Gräber.

Der erzwungenen Wanderschaft von Millionen Deutschen nach Westen folgten Millionen Polen und ihnen wiederum Millionen Russen. Es sind alles Menschen, die nicht gefragt wurden, Menschen, die Unrecht erlitten haben, Menschen, die wehrlose Objekte der politischen Ereignisse wurden und denen keine Aufrechnung von Unrecht und keine Konfrontation von Ansprüchen wiedergutmachen kann, was ihnen angetan worden ist.

Gewaltverzicht heute heißt, den Menschen dort, wo sie das Schicksal nach dem 8. Mai hingetrieben hat und wo sie nun seit Jahrzehnten leben, eine dauerhafte, politisch unangefochtene Sicherheit für ihre Zukunft zu geben. Es heißt, den widerstreitenden Rechtsansprüchen das Verständigungsgebot überzuordnen.

Darin liegt der eigentliche, der menschliche Beitrag zu einer europäischen Friedensordnung, der von uns ausgehen kann.

Der Neuanfang in Europa nach 1945 hat dem Gedanken der Freiheit und Selbstbestimmung Siege und Niederlagen gebracht. Für uns gilt es, die Chance des Schlußstrichs unter eine lange Periode europäischer Geschichte zu nutzen, in der jedem Staat Frieden nur denkbar und sicher schien als Ergebnis eigener Überlegenheit und in der Frieden eine Zeit der Vorbereitung des nächsten Krieges bedeutete.

Die Völker Europas lieben ihre Heimat. Den Deutschen geht es nicht anders. Wer könnte der Friedensliebe eines Volkes vertrauen, das imstande wäre, seine Heimat zu vergessen?

Nein, Friedensliebe zeigt sich gerade darin, daß man seine Heimat nicht vergißt und eben deshalb entschlossen ist, alles zu tun, um immer in Frieden miteinander zu leben. Heimatliebe eines Vertriebenen ist kein Revanchismus.

Stärker als früher hat der letzte Krieg die Friedenssehnsucht im Herzen der Menschen geweckt. Die Versöhnungsarbeit von Kirchen fand eine tiefe Resonanz. Für die Verständigungsarbeit von jungen Menschen gibt es viele Beispiele. Ich denke an die „Aktion Sühnezeichen“ mit ihrer Tätigkeit in Auschwitz und Israel. Eine Gemeinde der niederrheinischen Stadt Kleve erhielt neulich Brote aus polnischen Gemeinden als Zeichen der Aussöhnung und Gemeinschaft. Eines dieser Brote hat sie an einen Lehrer nach England geschickt. Denn dieser Lehrer aus England war aus der Anonymität herausgetreten und hatte geschrieben, er habe damals im Krieg als Bombenflieger Kirchen und Wohnhäuser in Kleve zerstört und wünsche sich ein Zeichen der Aussöhnung.

Es hilft unendlich viel zum Frieden, nicht auf den anderen zu warten, bis er kommt, sondern auf ihn zuzugehen, wie dieser Mann es getan hat.

In seiner Folge hat der Krieg alte Gegner menschlich und auch politisch einander nähergebracht. Schon 1946 rief der amerikanische Außenminister Byrnes in seiner denkwürdigen Stuttgarter Rede zur Verständigung in Europa und dazu auf, dem deutschen Volk auf seinem Weg in eine freie und friedliebende Zukunft zu helfen.

Unzählige amerikanische Bürger haben damals mit ihren privaten Mitteln uns Deutsche, die Besiegten, unterstützt, um die Wunden des Krieges zu heilen.

Dank der Weitsicht von Franzosen wie Jean Monnet und Robert Schuman und von Deutschen wie Konrad Adenauer endete eine alte Feindschaft zwischen Franzosen und Deutschen für immer.

Ein neuer Strom von Aufbauwillen und Energie ging durch das eigene Land. Manche alte Gräben wurden zugeschüttet, konfessionelle Gegensätze und soziale Spannungen verloren an Schärfe. Partnerschaftlich ging man ans Werk.

Es gab keine „Stunde Null“, aber wir hatten die Chance zu einem Neubeginn. Wir haben sie genutzt so gut wir konnten. An die Stelle der Unfreiheit haben wir die demokratische Freiheit gesetzt.

Vier Jahre nach Kriegsende, 1949, am 8. Mai, beschloß der Parlamentarische Rat unser Grundgesetz. Über Parteigrenzen hinweg gaben seine Demokraten die Antwort auf Krieg und Gewaltherrschaft im Artikel 1 unserer Verfassung:

„Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“

Auch an diese Bedeutung des 8. Mai gilt es heute zu erinnern.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein weltweit geachteter Staat geworden. Sie gehört zu den hochentwickelten Industrieländern der Welt. Mit ihrer wirtschaftlichen Kraft weiß sie sich mitverantwortlich dafür, Hunger und Not in der Welt zu bekämpfen und zu einem sozialen Ausgleich unter den Völkern beizutragen.

Wir leben seit vierzig Jahren in Frieden und Freiheit, und wir haben durch unsere Politik unter den freien Völkern des Atlantischen Bündnisses und der Europäischen Gemeinschaft dazu selbst einen großen Beitrag geleistet.

Nie gab es auf deutschem Boden einen besseren Schutz der Freiheitsrechte des Bürgers als heute. Ein dichtes soziales Netz, das den Vergleich mit keiner anderen Gesellschaft zu scheuen braucht, sichert die Lebensgrundlage der Menschen.

Hatten sich bei Kriegsende viele Deutsche noch darum bemüht, ihren Paß zu verbergen oder gegen einen anderen einzutauschen, so ist heute unsere Staatsbürgerschaft ein angesehenes Recht.

Wir haben wahrlich keinen Grund zu Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit. Aber wir dürfen uns der Entwicklung dieser vierzig Jahre dankbar erinnern, wenn wir das eigene historische Gedächtnis als Leitlinie für unser Verhalten in der Gegenwart und für die ungelösten Aufgaben, die auf uns warten, nutzen.

– Wenn wir uns daran erinnern, daß Geisteskranke im Dritten Reich getötet wurden, werden wir die Zuwendung zu psychisch kranken Bürgern als unsere eigene Aufgabe verstehen.
– Wenn wir uns erinnern, wie rassisch, religiös und politisch Verfolgte, die vom sicheren Tod bedroht waren, oft vor geschlossenen Grenzen anderer Staaten standen, werden wir vor denen, die heute wirklich verfolgt sind und bei uns Schutz suchen, die Tür nicht verschließen.
– Wenn wir uns der Verfolgung des freien Geistes während der Diktatur besinnen, werden wir die Freiheit jedes Gedankens und jeder Kritik schützen, so sehr sie sich auch gegen uns selbst richten mag.
– Wer über die Verhältnisse im Nahen Osten urteilt, der möge an das Schicksal denken, das Deutsche den jüdischen Mitmenschen bereiteten und das die Gründung des Staates Israel unter Bedingungen auslöste, die noch heute die Menschen in dieser Region belasten und gefährden.
– Wenn wir daran denken, was unsere östlichen Nachbarn im Kriege erleiden mußten, werden wir besser verstehen, daß der Ausgleich, die Entspannung und die friedliche Nachbarschaft mit diesen Ländern zentrale Aufgaben der deutschen Außenpolitik bleiben. Es gilt, daß beide Seiten sich erinnern und beide Seiten einander achten. Sie haben menschlich, sie haben kulturell, sie haben letzten Endes auch geschichtlich allen Grund dazu.

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion Michail Gorbatschow hat verlautbart, es ginge der sowjetischen Führung beim 40. Jahrestag des Kriegsendes nicht darum, antideutsche Gefühle zu schüren. Die Sowjetunion trete für Freundschaft zwischen den Völkern ein.

Gerade wenn wir Fragen auch an sowjetische Beiträge zur Verständigung zwischen Ost und West und zur Achtung von Menschenrechten in allen Teilen Europas haben, gerade dann sollten wir dieses Zeichen aus Moskau nicht überhören. Wir wollen Freundschaft mit den Völkern der Sowjetunion.

Vierzig Jahre nach dem Ende des Krieges ist das deutsche Volk nach wie vor geteilt.

Beim Gedenkgottesdienst in der Kreuzkirche zu Dresden sagte Bischof Hempel im Februar dieses Jahres: „Es lastet, es blutet, daß zwei deutsche Staaten entstanden sind mit ihrer schweren Grenze. Es lastet und blutet die Fülle der Grenzen überhaupt. Es lasten die Waffen.“

Vor kurzem wurde in Baltimore in den Vereinigten Staaten eine Ausstellung „Juden in Deutschland“ eröffnet. Die Botschafter beider deutscher Staaten waren der Einladung gefolgt. Der gastgebende Präsident der Johns-Hopkins-Universität begrüßte sie zusammen. Er verwies darauf, daß alle Deutschen auf dem Boden derselben historischen Entwicklung stehen. Eine gemeinsame Vergangenheit verknüpfte sie mit einem Band. Ein solches Band könne eine Freude oder ein Problem sein – es sei immer eine Quelle der Hoffnung.

Wir Deutschen sind ein Volk und eine Nation. Wir fühlen uns zusammengehörig, weil wir dieselbe Geschichte durchlebt haben.

Auch den 8. Mai 1945 haben wir als gemeinsames Schicksal unseres Volkes erlebt, das uns eint. Wir fühlen uns zusammengehörig in unserem Willen zum Frieden. Von deutschem Boden in beiden Staaten sollen Frieden und gute Nachbarschaft mit allen Ländern ausgehen. Auch andere sollen ihn nicht zur Gefahr für den Frieden werden lassen.

Die Menschen in Deutschland wollen gemeinsam einen Frieden, der Gerechtigkeit und Menschenrecht für alle Völker einschließt, auch für das unsrige.

Nicht ein Europa der Mauern kann sich über Grenzen hinweg versöhnen, sondern ein Kontinent, der seinen Grenzen das Trennende nimmt. Gerade daran mahnt uns das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Wir haben die Zuversicht, daß der 8. Mai nicht das letzte Datum unserer Geschichte bleibt, das für alle Deutschen verbindlich ist.

Manche junge Menschen haben sich und uns in den letzten Monaten gefragt, warum es vierzig Jahre nach Ende des Krieges zu so lebhaften Auseinandersetzungen über die Vergangenheit gekommen ist. Warum lebhafter als nach fünfundzwanzig oder dreißig Jahren? Worin liegt die innere Notwendigkeit dafür?

Es ist nicht leicht, solche Fragen zu beantworten. Aber wir sollten die Gründe dafür nicht vornehmlich in äußeren Einflüssen suchen, obwohl es diese zweifellos auch gegeben hat.

Vierzig Jahre spielen in der Zeitspanne von Menschenleben und Völkerschicksalen eine große Rolle.

Auch hier erlauben Sie mir noch einmal einen Blick auf das Alte Testament, das für jeden Menschen unabhängig von seinem Glauben tiefe Einsichten aufbewahrt. Dort spielen vierzig Jahre eine häufig wiederkehrende, eine wesentliche Rolle.

Vierzig Jahre sollte Israel in der Wüste bleiben, bevor der neue Abschnitt in der Geschichte mit dem Einzug ins verheißene Land begann.

Vierzig Jahre waren notwendig für einen vollständigen Wechsel der damals verantwortlichen Vätergeneration.

An anderer Stelle aber (Buch der Richter) wird aufgezeichnet, wie oft die Erinnerung an erfahrene Hilfe und Rettung nur vierzig Jahre dauerte. Wenn die Erinnerung abriß, war die Ruhe zu Ende.

So bedeuten vierzig Jahre stets einen großen Einschnitt. Sie wirken sich aus im Bewußtsein der Menschen, sei es als Ende einer dunklen Zeit mit der Zuversicht auf eine neue und gute Zukunft, sei es als Gefahr des Vergessens und als Warnung vor den Folgen. Über beides lohnt es sich nachzudenken.

Bei uns ist eine neue Generation in die politische Verantwortung hereingewachsen. Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird.

Wir Älteren schulden der Jugend nicht die Erfüllung von Träumen, sondern Aufrichtigkeit. Wir müssen den Jüngeren helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten. Wir wollen ihnen helfen, sich auf die geschichtliche Wahrheit nüchtern und ohne Einseitigkeit einzulassen, ohne Flucht in utopische Heilslehren, aber auch ohne moralische Überheblichkeit.

Wir lernen aus unserer eigenen Geschichte, wozu der Mensch fähig ist. Deshalb dürfen wir uns nicht einbilden, wir seien nun als Menschen anders und besser geworden.

Es gibt keine endgültig errungene moralische Vollkommenheit – für niemanden und kein Land! Wir haben als Menschen gelernt, wir bleiben als Menschen gefährdet. Aber wir haben die Kraft, Gefährdungen immer von neuem zu überwinden.

Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Haß zu schüren.

Die Bitte an die jungen Menschen lautet:

Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.

Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.

Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.

Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.
Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.

Kirchen haben Sonderrechte

Kopftuch im evangelischen Krankenhaus verboten

krankenhauskopftuch

(lifePR) – Die christlichen Kirchen gehören zu den größten Arbeitgebern in Deutschland – und sie genießen Sonderrechte. Laut Grundgesetz haben die anerkannten Kirchen das Recht ihre inneren Angelegenheiten selbst zu regeln. Das hat weitreichende Folgen in Tarifauseinandersetzungen, aber auch im Kündigungsrecht oder wenn es um das Tragen religiöser Symbole geht.

Vor einigen Jahren entschied das Bundesarbeitsgericht, dass eine muslimische Verkäuferin in einem Kaufhaus sehr wohl ein Kopftuch tragen darf, da dies den Arbeitsablauf in keiner Weise beeinträchtigt. Ganz anders entschied das höchste deutsche Arbeitsgericht nun allerdings im Fall einer Krankenschwester. Diese war seit Februar 2000 bei einer Klinik in konfessioneller Trägerschaft der evangelischen Kirche angestellt. Dass sie Muslimin ist, spielte lange keine Rolle – bis sich die heute 36-Jährige nach der Babypause und einer Krankschreibung im April 2010 entschloss, ihren Glauben künftig im Job sichtbar zu machen.

Nachdem sie dies dem Arbeitgeber mitgeteilt hatte, verzichtete dieser darauf, die Fachkraft nach der Babypause wieder einzusetzen. Sie zog bis vors Bundesarbeitsgericht. Das stärkte in seiner Entscheidung allerdings die Sonderrechte der Kirchen: Demnach dürfen kirchliche Einrichtungen ihren Mitarbeiterinnen in der Regel das Tragen eines muslimischen Kopftuchs verbieten.

Angestellte in kirchlichen Einrichtungen sind laut ARAG Experten zumindest zu neutralem Verhalten verpflichtet. Das Kopftuch als Symbol der Zugehörigkeit zum islamischen Glauben ist damit nicht vereinbar (BArbG, Az.: 5 AZR 611/12).

Gesagt

Ich bin meinen Fraktionskolleginnen und –kollegen von Herzen dankbar, dass sie mich  heute mit einem hervorragenden Ergebnis zu ihrem neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt haben.  Sie bringen mir damit großes Vertrauen entgegen und ich werde dieses Vertrauen in den kommenden Monaten zurückgeben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Abgeordneten der Fraktion. Wir sind 60 Köpfe und auf alle, auf jeden und jede einzelne kommt es jetzt an. Wir haben 2016 eine echte Perspektive und wir wollen diese Chance beherzt nutzen. Wir werden die Geschlossenheit, die wir auf dem Parteitag in Ulm ausgestrahlt haben, fortsetzen. Es gilt jetzt, ein gesundes Maß aus Angriffen gegen Grün-Rot und der Vermittlung von eigenen Inhalten und Konzepten zu finden. Die Zeit des reinen Angriffs ist vorbei. Die Menschen erwarten von uns, dass wir ihnen sagen, wie wir dieses Land besser regieren wollen als die aktuelle Landesregierung. Wir haben die bessere Politik für 2016 und das werden wir den Menschen in den kommenden Monaten aufzeigen. Wenn es Lob für die Politik von Grün-Rot geben kann, dann werden wir das auch zeigen. Aber wir sind die Opposition und als neuer Oppositionsführer werde ich die Landesregierung stellen und falsche Weichenstellungen korrigieren. Baden-Württemberg kann mehr und das werden wir aufzeigen.
(Guido Wolf. Waren es nicht nur 52 Köpfe? Sind die anderen 8 inzwischen dem Strahler Wolf beigerollt auf Gleisen, die bei den von der Gäubahn bekannten Weichenstellungen des neuen Zugführers nur zum Abstellen politischer Träume taugen können wie beim Angriff gegen seinen Landesvorsitzenden und dessen Vernichtung, Träume von der Erfindung der Politik für ein Land,  welches sich alles leisten kann, außer auf einen Problemwolf zu warten?)

Gefragt

Wissen Sie,  dass allein drei der zehn Gebote den zwei liberalen Freiheitsforderungen gewidmet sind, nämlich der nach Sicherheit und der nach Schutz des Eigentums, aber keins sozialistische Gleichmacherei will?

Du sollst nicht morden.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.

Gelesen

aggenhauserkapelleschnee

Droben in der grünen Au, steht ein Birnbaum, schau, schau, juche!

Mehrere Abgänge im Schwarzwald
Skifahrer sterben nach Lawinenunglück
Nach zwei Lawinenabgängen am Feldberg sind die beiden verunglückten Skifahrer ihren Verletzungen erlegen. Sie waren stundenlang vom Schnee begraben. Es ist eines der schwersten Lawinenunglücke im Schwarzwald seit Jahrzehnten.
(faz.net. Natur ist keine Party.)

„Leidtragende sind die Bürger der Ortschaft Schura“
Trossingens Bürgermeister zur bevorstehenden Standortentscheidung für ein Großgefängnis im Umkreis
(Schwäbische Zeitung. Was haben die wieder angestellt? Der Schmarren geht weiter? Kann der Bürgermeister sie nicht besuchen, wenn alle drin sind?)

„Mir fällt ein Stein vom Herzen“
Weigheim ist als Standort für ein neues Gefängnis endgültig vom Tisch. Dies hat gestern das baden-württembergische Justizministerium entschieden. (Sie Seite ..) Wir haben Schuras Ortsvorsteher Dieter Kohler (Foto: Archiv) gefragt, was diese Entscheidung für ihn bedeutet.
(Schwäbische Zeitung. Seit wann haben „Ortsrumsteher“ als Weisungsabhängige eines Bürgermeisters was zu sagen? Schura ist schon lange peinlich.)

Ringen oder Ringtreffen?
Nendinger stemmen am Samstag zwei Großevents – und die Entscheidung fällt schwer
(Schwäbische Zeitung. Großgroßes Dummdeutsch? Daheim hält’s in TUT niemand aus?)

Ein schönes Lächeln mit „Zahnlücken“
Barbara Sand von der IHK analysiert Stärken und Schwächen der Einkaufsstadt Trossingen
(Schwäbische Zeitung. Lachen über Trossingen? Sind die Kunden nicht schon weiter?)

Interview:
„Gewinnmaximierung und Wachstum sind bei uns untergeordnete Ziele“
Uwe Bader, Chef von UB-Software, hat eigene Erfolgsrezepte und dafür einen Preis bekommen
Die Spaichinger Softwarefirma UB-Software hat einen „Motivationspreis“ in Bronze einer Dauchinger Firma namens Robin-Akademie bekommen. Wir haben bei Uwe Bader nachgefragt, wie es dazu kam…
Was ist mit dem Preis verbunden?
Wir bekamen eine Urkunde und einen Gutschein über ein Seminar im Wert von 500 Euro…
(Schwäbische Zeitung. Tanderadei! Warum sich nicht selber eine Urkunde malen und einen Wurstsalat gönnen? Wer ist „wir“? Kein Platz im Anzeigenteil?)

Eltern bitten Räte um Hilfe
Schüleraustausch in vollem Umfang erhalten
Der Elternbeiratsvorsitzende des Gymnasiums appelliert dringend an den Gemeinderat, sich für den Erhalt des Schüleraustausches mit Sallanches einzusetzen. Und zwar in vollem Umfang. In diesem Jahr findet er, wie berichtet, wegen der Absage einer der beiden Partnerschulen nicht statt…
(Schwäbische Zeitung. Kann er nichts selber machen und mit Sallanches französisch reden, oder reichen hierfür die Sprachkenntnisse nicht? Sallanches ist nicht Frankreich! Gehhört eh erst seit Ende 19. Jahrhundert dazu. Dabei sind es bis Frankreich doch nur 100 Kilometer.)

Ringen oder Ringtreffen?
Nendinger stemmen am Samstag zwei Großevents – und die Entscheidung fällt schwer
(Schwäbische Zeitung. Daheim hält’s in TUT niemand aus?)

Beck und Kamm müssen vors närrische Gericht
(Schwäbische Zeitung. Luschtig, gell, der Karneval der toten Hosen in Tut?)

Trossinger Übersetzungsbüro unterstützt Frauenhaus
TD-Translations und Ralf Lemster Financial Translations GmbH spenden 1000 Euro
(Schwäbische Zeitung. Frau-Deutsch/Deutsch-Frau? Für 1000 Euro viel Reklame.)

Kinder haben keine Angst vor der bösen Hexe
(Schwäbische Zeitung. Verbrennen! Oder was sonst in Trossingen?)

Durchhausen ist für närrische Tage bereit
(Schwäbische Zeitung. Jetzt wird durchgehaust bis morgen früh?)

Die schönen Seiten des Winters
(Schwäbische Zeitung. Lokalblatt als Papierkorbersatz für misslungene Leserfotos.)

Bis in die Seele der schwäbisch-alemannischen Fastnacht
Professor Werner Mezger und Fotograf Ralf Siegele legen ein neues Standard-Werk vor
(Schwäbische Zeitung. Wofür kriegt der Erfinder der Fastacht eigentlich sein Geld vom Steuerzahler?)

„Der Ball liegt jetzt bei Griechenland“
Der Europa-Abgeordnete Andreas Schwab gibt sich besorgt, rät aber zur Ruhe
(Schwäbische Zeitung. Nicht verzagen, CDU fragen? Ballaballa als Politik in einem Kasperle-Parlament? Was hat ihm denn die Merkel vorgegeben?)

Rottweil
Senioren-Union will zu Guido Wolf
Für dieses Jahr hat die Senioren-Union im Kreis ein nach eigenen Angaben interessantes und anspruchsvolles Programm ausgearbeitet…Mit dem Ministerpräsidenten-Kandidaten Guido Wolf will die Senioren-Union noch vor der heißen Wahlkampfzeit einen Termin vereinbaren und sich mit dem Kreisvorstand abstimmen, heißt es in der Mitteilung…
(Schwarzwälder Bote. Ist denn schon Weihnachten?)

Wolf rudert zurück
Strobl soll CDU-Landeschef bleiben
Guido Wolf hat nun doch ausgeschlossen, CDU-Landeschef zu werden. Er will, dass Thomas Strobl Landesvorsitzender bleibt. In der Partei ist man erleichtert, dass das Postengeschachere ein Ende hat…Die grün-rote Regierungskoalition warf Wolf Wankelmütigkeit vor. „Was Guido Wolf heute verspricht, das bricht er morgen schon wieder“, sagte Grünen-Landeschefin Thekla Walker. Strobl solle damit rechnen, abserviert zu werden, sobald er seine Schuldigkeit getan habe. „Auf Wolfs Wort ist kein Verlass.“ Auch die SPD äußerte sich kritisch. Wolf, der sich gern als entscheidungsstark inszeniere, führe seit Tagen einen „unvergleichlichen Eiertanz“ auf, sagte Generalsekretärin Katja Mast. Das zeige, dass in der CDU ein Machtkampf tobe. „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – das nennt man gemeinhin regierungsunfähig“, meinte Mast.
(Stuttgarter Zeitung. Hat Wolf nun ausgetrickst? Ist Strobl so blöd und tanzt wie der pfeift?)wolflosgeht'sweiterhin

Ist er sich für seinen wahren Job als MdL für den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen zu fein? Da ist er seit Monaten weggetaucht  und hat hierfür auch keine website mehr! Alles Asche für den Ikarus von Tuttlingen?

Weiterer Ausbau der Rheintalbahn – Landesregierung muss gegenüber dem Bund Bereitschaft zur Mitfinanzierung zeigen
Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Guido Wolf MdL:
„Der weitere menschen- und umweltgerechte Ausbau der Rheintalbahn ist eines der wichtigsten infrastrukturpolitischen Projekte im Land Baden-Württemberg. Nur wenn sich Bund, Bahn und Land gemeinsam um eine finanzielle Lösung bemühen, wird eine Realisierung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, aber auch des gesamten Landes möglich sein“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Guido Wolf MdL, am Mittwoch (28. Januar) in Stuttgart.In einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Verkehrsminister Winfried Hermann habe er diese heute gebeten, die ablehnende Haltung der Landesregierung bezüglich einer Mitfinanzierung der Mehrkosten aufzugeben…
(cdu-bw.de. Wer hat ihm diesen Unsinn diktiert? Hat der neue Fraktionsvorsitzende keinen blassen Schimmer von der Sache? Nachdem er die Gäubahn hat entgleisen lassen, versucht er sich jetzt auch an der Rheintalbahn? Bewahre Gott die Bahn vor dem Wolf! Hier geht es um die Erfüllung eines internationalen Vertrags zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland, welche bekantlich von einer CDU-Kanzlerin regiert wird! Soll das Land verantwortlich sein für den Bund und dessen Schlampereien? Hat nicht die CDU im Land in der Vergangenheit alles versäumt, was zur Vertragserfüllung nötig ist, beispielweise auch die Verwirklichung einer seit über 30 Jahren fertigen Planung? Warum haben CDU-Abgeordnete in der Rheinebene seit Jahren keine Meinung zum Ausbau der Rheintalbahn? Weiß Wolf überhaupt, wovon er spricht? Vom Geld der Steuerzahler!)

Haushaltszahlen 2014 im Vergleich
Land beim Schuldenmachen spitze
Das Bundesfinanzministerium hat jetzt Zahlen über die Entwicklung der Länderhaushalte vorgelegt. Sie werfen kein rosiges Bild auf Baden-Württemberg: Nur acht Länder mussten sich 2014 auf dem Kreditmarkt bedienen; der Südwesten mit Abstand am meisten.Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr von allen 16 Bundesländern am meisten neue Kredite aufgenommen. Die Pro-Kopf-Verschuldung des Landes hat sich darum um 112 auf 4286 Euro verschlechtert. Der Südwesten liegt damit zwar immer noch auf Rang drei. Der Abstand nach oben hat sich aber spürbar vergrößert. Am wenigsten Außenstände hat Sachsen mit 783 Euro pro Kopf (minus 221 Euro) gefolgt von Bayern mit 1991 Euro (minus 114 Euro)…Die Riege der neuen Schuldenmacher wird vom Südwesten angeführt, wo 1,2 Milliarden Euro aufgenommen wurden. Rheinland-Pfalz hat am zweit heftigsten auf dem Kreditmarkt zugegriffen, hat sich mit 615 Millionen Euro aber nur halb so viel geholt wie Baden-Württemberg…Bemerkenswerterweise hat auch Baden-Württemberg 2014 mit einem Überschuss abgeschlossen, also unterm Strich mehr eingenommen als ausgegeben – und zwar um knapp 700 Millionen Euro. Zuletzt hatte das Land im August einen knappen Überschuss von 75 Millionen Euro erzielt, seither aber Defizite zwischen 500 und 650 Millionen Euro eingefahren.
(Stuttgarter Zeitung. Das Land der Griechen mit Schulden suchend. Mit diesem finanzpolitschen Offenbarungseid liefert die grün-rote Regierung das stärkste Argument gegen eine Wiederwahl. Im Geldausgeben Spitze!)

Südbaden erwartet in diesem Jahr 6000 weitere Flüchtlinge
Baden-Württemberg trifft Vorkehrungen für weitere Flüchtlingswelle. In Villingen-Schwenningen soll eine Kaserne vorübergehend als Asylunterkunft zur Verfügung stehen
(Südkurier. Haben die „Flüchtlinge“ sich schon alle angemeldet? Warum werden die Grenzen nicht kontrolliert?)

Gall begrüßt Absage von «Charlie Hebdo»-Wagen im Karneval
In der Debatte um einen Rosenmontagswagen zum «Charlie Hebdo»-Anschlag hat Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) die Absage des Kölner Karnevals befürwortet.
(Südkurier.Klar, Sozialisten sind gegen Meinungs- und Pressefreiheit.)

AfD-Landeschef kritisiert Bundesvize wegen Aussage zur Zuwanderung
Der Chef der baden-württembergischen AfD, Bernd Kölmel, hat den stellvertretenden Sprecher der Bundespartei, Alexander Gauland, wegen dessen Forderung nach einem Zuwanderungsstopp für Menschen aus dem Nahen Osten kritisiert.
(Südkurier.Wer?)

Jäger werfen Ministerium Mogelei beim Jagdrecht vor
Der Landesjagdverband hat Minister Alexander Bonde (Grüne) vorgeworfen, das umstrittene Jagdgesetz nach der Verabschiedung im Landtag durch die Hintertür verschärfen zu wollen. Ein jetzt veröffentlichter Entwurf einer Durchführungsverordnung (DVO) zu dem Gesetz regele bestimmte Punkte im Detail, die nach Mitteilung des Verbands
(Südkurier.Bonde jagt nun ja eigene Grüne.)

Landtagswahl
Doppelt genäht: Minister mit Mandat
Beim Tauziehen um die besten Landtagswahlkreise mischen auch Minister und Staatssekretäre mit. Rund ein halbes Dutzend der grün-roten Kabinettsmitglieder hat kein Landtagsmandat, die meisten wollen es aber 2016 erringen…Alexander Bonde zum Beispiel. Der verantwortet derzeit das Ressort für ländlichen Raum und Verbraucherschutz – und macht sich nebenbei Gedanken, wie er es am besten anstellt, dass er im Wahlkreis Freiburg/Hochschwarzwald für die Grünen zur Landtagswahl antreten darf. Auch sein SPD-Kollege Peter Friedrich war in Berlin und will 2016 in den Stuttgarter Landtag einziehen. Der Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten hat schon vor Wochen bekanntgegeben, dass er das Mandat gern im Wahlkreis Konstanz erringen würde. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wiederum hat sich die Filderebene im Stuttgarter Süden ausgesucht,…Allerdings haben auch die örtlichen Parteigliederungen großes Interesse daran, dass ein Minister oder ein anderes politisches Schwergewicht bei ihnen antritt…Das dürfte wohl auch der Grund sein, dass der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid Integrationsministerin Bilkay Öney zu einer Kandidatur bewegen will…In den vergangenen drei Jahren fiel Wegbegleitern jedenfalls auf, dass sie fast jeden freien Tag dazu nutzte, um in die Bundeshauptstadt zu fliegen…Ohnehin ist fraglich, wo die SPD-Frau überhaupt antreten könnte…Lediglich eine aus der Runde sagt, dass sie kein Interesse an einem Parlamentssitz hat: die Ministerin im Staatsministerium, Silke Krebs…
(Stuttgarter Nachrichten. Ums Geld geht es in erster Linie. Was sollen die sonst alle machen? Die Wirtschaft wartetncht auf sie. Da müssten die schon was Rechtes gelernt haben. Politiker und Minister dagegen kann jeder Depp werden.)

Ex-Ministerin vor U-Ausschuss „Schwarzer Donnerstag“
„Kein ausdrücklicher Zusammenhang“
Laut Ex-Umweltministerin Gönner (CDU) gab es keinen politischen Einfluss auf Baumfällaktion und Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten. Doch es bleiben Zweifel…Es besteht der Verdacht, dass die Räumung des Schlossgartens am 30. September 2010 und die anschließenden Baumfällarbeiten schnell durchgezogen werden sollten, damit der damalige Regierungschef Mappus bei einer anstehenden Regierungserklärung einen Erfolg vermelden konnte. Gönner, die als Vertraute von Mappus gilt, hat das am Freitag verneint…Eine bekannt gewordene E-Mail von Gönner an Mappus scheint ihrer Darstellung vom Freitag zu widersprechen. Darin soll es geheißen haben: „Ziel ist, dass bis zu deiner Regierungserklärung alles mit den Bäumen erledigt ist.“…Gegen die Veröffentlichung ihrer E-Mails rund um den Polizeieinsatz hat Gönner Klage eingereicht…Während ihrer Befragung sagte Gönner oft, an die Ereignisse vor gut vier Jahren könne sie sich nicht genau erinnern. Außerdem sei sie damals bei manchen Besprechungen nicht dabei gewesen…Neben Gönner wurde am Freitag auch der frühere Oberstaatsanwalt Bernhard Häußler gehört. Häußler war Chefermittler der Staatsanwaltschaft bei Stuttgart 21. Er hat offenbar keine Hinweise auf eine politische Einflussnahme auf den Polizeieinsatz. „Ich habe diesbezüglich nichts erfahren“, sagte der 65-Jährige am Freitag vor dem Untersuchungsausschuss…
(swr.de. Egal wie sie heißen, egal wie sie aussehen, am Schluss sind es offenbar immer drei Affen, die für alles im Land verantwortlich sind. Wer braucht da noch einen Guido Wolf?)

Telefonüberwachung:
BND sammelt noch mehr Daten als bislang bekannt
Der Bundesnachrichtendienst zeichnet offenbar wesentlich mehr Telefondaten auf als bisher bekannt war. Diese werden an die amerikanische NSA weitergeleitet – und zwar im großen Maßstab.
(spiegel.de. Im Land interessiert dies niemand, hierfür wird sogar demonstriert. Hat die FDP auch schon die freie Demokratie entsorgt?)radarnahe

Nebenan ist es auch lustig, im Europa-Park.

Folge der Euro-Rettungspolitik
Die Mitte verliert
Zunächst ging von Athen eine ökonomische Gefahr für Europa aus, jetzt eine politische: Radikale und populistische Bewegungen schlagen aus der Euro-Schuldenkrise Profit.
(faz.net. Wieso soll die Mitte zwischen blöden Rändern gescheit sein? Nur eine Frage der Dummheit.)

Mitgliederschwund
Deutsche verlassen in Scharen die Kirchen
Bei Katholiken wie Protestanten zeichnet sich ein dramatischer Zuwachs der Kirchenaustritte ab. Hauptgrund: das neue Verfahren bei Kirchensteuern auf Kapitalerträge. Da haben die Kirchen geschlafen….Die noch unvollständigen Zahlen lassen darauf schließen, dass 2014 bis zu 200.000 Menschen ihren Austritt erklärten. Das wäre der höchste Wert seit 1997, als die EKD 196.600 Mitglieder verlor…Ähnlich trifft es die katholische Kirche. Bei ihr liegen die Austrittszahlen für 2013 vor: Mit 178.000 waren es 60.000 mehr als im Jahr zuvor. Dieser Zuwachs, der viel mit Franz-Peter Tebartz-van Elst zu tun hatte, wurde 2014 noch einmal übertroffen. Dies lassen erste Angaben aus Großstädten mit Steigerungsraten um bis zu 20 Prozent erwarten. Damit nähert sich auch die katholische Kirche der Zahl von 200.000 Austritten…
(welt.de. Es gibt doch viele schöne und nützliche andere Vereine, warum einen kirchlichen Beamtenapparat unterstützen, der auch noch dem Islam nachläuft? Jesus war auch kein Kirchenmitglied.)

Harte Worte von Nikos Xydakis
Griechen-Minister ätzt: „Schäuble benimmt sich, als führe er das Vierte Reich an“
Der neu gewählte Vize-Kulturminister Griechenlands, Nikos Xydakis, hat eine deutliche Meinung von der deutschen Politik: Merkel habe Griechenland verraten, und die Kredite gab es seiner Meinung nach nur aus einem Grund.»
(foacus.de.Lasst die Griechen doch endlich kriechen!)

Grippemittel
Neue Analyse spricht Tamiflu geringen Nutzen zu
Deutschland hat Millionen Euro ausgegeben, um das Grippemittel Tamiflu für den Notfall einer Pandemie einzulagern. Doch wie wirksam ist das Medikament eigentlich? Jetzt liegt die bislang umfassendste Studienanalyse dazu vor.
(spiegel.de. Sinnlose Geldvergeudung. Wer hat wem Geschäfte zugeschustert?)

Private Raumfahrt:
Mini-Shuttle könnte in Rostock landen
Im Jahr 2016 soll die private US-Raumfähre „Dream Chaser“ erstmals ins Weltall starten. Als möglicher Landeort für spätere Flüge ist Rostock im Gespräch. Ob das aber praktikabel ist, steht in den Sternen.
(spiegel.de. Dem Lahrer OB durch die Lappen gegangen?)

Hessen
Städtetag will keine Teenager als Rathauschefs
Wer volljährig ist, soll auch Bürgermeister werden dürfen, fordert die Landesregierung. Doch der Städtetag lehnt 18 Jahre alte Rathauschefs ab. Er sagt, solche Ämter erforderten „große Lebenserfahrung“
(faz.net.Einfach irre der Kinderwahn.)

Nach nur wenigen Wochen
Problemflugzeug A400M der Bundeswehr nicht mehr einsatzbereit
Ganze vier Jahre verspätet lieferte Airbus der Bundeswehr im Dezember das erste Transportflugzeug vom Typ A400M. Nun stellt sich heraus: Die Maschine ist schon jetzt gar nicht mehr einsatzbereit.
(stern.de. Sind da nicht noch ein paar JU 52 übrig?)JU52Freiburg

Eklat in Athen
Griechischer Finanzminister setzt Troika vor die Tür
Die neue griechische Regierung schaltet auf harte Konfrontation: Sie werde nicht mehr mit den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber zusammenarbeiten, weil sie die Sparauflagen der Troika ablehne.
(spiegel.de. Wie lange macht die EU noch den Deppen für das Ruinenvolk?)

Saudi-Arabien
Wer Blogger auspeitscht, ist nicht mein Partner
Man kann nicht „Verbündeter“ des Westens sein und dann auf die Werte des Westens pfeifen. Der Fall des vom Tod unter der Peitsche bedrohten saudischen Bloggers Said Badawi schreit zum Himmel.
(welt.de.Hört jemand einen Mucks von den bunten Vögel der Anti-Pegida-Schreier?)

Urteil in Essen
Wer „Zionisten“ den Tod wünscht, ist Volksverhetzer
Ein Mann, der 2014 in Essen „Tod und Hass den Zionisten“ gebrüllt hatte, ist wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Die Richterin stellte klar: „Zionist“ sei ein antisemitischer Code für „Jude“.
(welt.de. Anderen darf der Tod gewünscht werden, und Staatsanwaltschaften ermitteln dann gar nicht? Tolle Justiz in Deutschland! Wenn das nicht blanker Hohn ist! Und was sagt dieses Gericht zum Alten Testamant, das ja als „Wort des lebendigen Gottes“ gilt,  wo es u.a. heißt, um nur ein Beispiel zu nennen: Deuteronomium = 5. Mose 20, 10-18:  „Wenn du vor eine Stadt ziehst, um sie anzugreifen, dann sollst du ihr zunächst eine friedliche Einigung vorschlagen. Nimmt sie die friedliche Einigung an und öffnet dir die Tore, dann soll die gesamte Bevölkerung, die du dort vorfindest, zum Frondienst verpflichtet und dir untertan sein. Lehnt sie eine friedliche Einigung mit dir ab und will sich mit dir im Kampf messen, dann darfst du sie belagern. Wenn der Herr, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, sollst du alle männlichen Personen mit scharfem Schwert erschlagen. Die Frauen aber, die Kinder und Greise, das Vieh und alles, was sich sonst in der Stadt befindet, alles, was sich darin plündern lässt, darfst du dir als Beute nehmen. Was du bei deinen Feinden geplündert hast, darfst du verzehren; denn der Herr, dein Gott, hat es dir geschenkt. So sollst du mit allen Städten verfahren, die sehr weit von dir entfernt liegen und nicht zu den Städten dieser Völker hier gehören. Aus den Städten dieser Völker jedoch, die der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, darfst du nichts, was Atem hat, am Leben lassen. Vielmehr sollst du die Hetiter und Amoriter, Kanaaniter und Perisiter, Hiwiter und Jebusiter der Vernichtung weihen, so wie es der Herr, dein Gott, dir zur Pflicht gemacht hat, damit sie euch nicht lehren, alle Gräuel nachzuahmen, die sie begingen, wenn sie ihren Göttern dienten, und ihr nicht gegen den Herrn, euren Gott, sündigt“. Macht’s der „IS“ anders?)

Trotz Tsipras-Wahlsieg
Bundesregierung bereit zu 20-Milliarden-Paket für Athen
Die neue griechische Regierung geht auf Konfrontationskurs zu den Euro-Partnern. Dennoch erwägt die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen ein neues Hilfspaket über 20 Milliarden Euro – wenn Athen bestimmte Bedingungen erfüllt
(spiegel.de. Bundesregierung in die Produktion! Geht’s noch? Ist das nicht kriminell gegen das deutsche Volk? Niemand in Europa braucht den Zwerg Griechenland mitseinen 320 Milliarden Euro Schulden.)
Längere Tilgungsfristen: Schulz kommt Griechenland entgegen
Einen Schuldenerlass lehnt EU-Parlamentspräsident Schulz ab, doch er will Griechenland mehr Zeit geben für die Rückzahlung der Hilfskredite. Im SPIEGEL warnt er vor einem Euro-Austritt des Landes.
(spiegel.de.Wer ist Schulz? Zu sagen hat dieser kleinstastbürgermeister nichts! Schmeißt endlich de Griechen raus!)

 Polizei rechnet mit tausenden AfD-Gegnern
In Bremen beginnt ein Mitgliederparteitag der AfD mit mehreren tausend Teilnehmern. Aber auch tausende Gegner wollen auf die Straße gehen. Die Polizei rechnet mit Krawallen von Linksautonomen.
(faz.net. Die Polizei soll nicht rechnen, die soll ihre Arbeit machen! Wer lässt Kriminelle überall frei herumlaufen und ständig Gegendemonstrationen genehmigen? Sind die Autonomen nationalsozialistische linskextremistische Prügeltrupps des Staates? So etwas hatten wir ja schon einmal.)

„Eine Heimsuchung“

Franz Weinmann: ein Priester büßte seine „Zeitmäßigkeit“ im KZ

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Franz Weinmann, als Kaplan in Mannheim,1945 im KZ Dachau und 1975 auf einem Pfarrfest. Quelle: Hausacher online-chronik

(tutut) – Während katholische Bischöfe Pater Rupert Mayer aus dem Verkehr gezogen und ins Kloster Ettal gesteckt haben, damit er nicht weiter mit dem Regime im Dritten Reich streiten konnte, heute ist er ein Seliger, hatten Priester wie der gebürtige Deilinger Franz Weinmann nicht soviel Glück. Immerhin hatte er das Glück, drei Jahre das KZ Dachau zu überleben, im Gegensatz zu manchem anderen Priester oder Pfarrer. Die Kirchen hätten sehr wohl etwas tun können für ihr Bodenpersonal, sie haben es aber nur in seltenen Fällen getan.

Viel wichtiger war es ihnen, sich mit den Herrschenden gut zu stellen. So gilt ja das Konkordat zwischen Katholischer Kirche und Hitler noch heute. Franz Weinmann (1909 – 1996 ist nicht in Deilingen aufgewachsen, sondern ab 1912 in Hinterzarten, studierte im Badischen, wo er auch zum Prester geweiht wurde und war iber Stationen wie Mannheim, KZ Dachau, Heiligenzell bei Lahr, vor allem in Hausach tätig und im Ruhestand in Wittichen. Der Leiter der NBZ hat aus seiner Tätigket als Redaktionsleiter von Offenburger Tageblatt und Schwarzwälder Bote im Kreis Wolfach gute persönliche Erinnerungen an Dekan Franz Weinmann in Hausach als einen aufrechten, geradlinigen sympathischen Menschen. An dieser Stelle soll heute und in unregelmäßigen Abständen aus Weinmanns Aufzeichnungen an die Zeit im Dritten Riech und im KZ Dachau berichtet werden, aus seiner Niederschrift vom 11. April 1946 in Heiligenzell, dem Jahrestag sener Entassung aus Dachau unter dem Titel „Eine Heimsuchung – Seelsorgebriefe aus der Verbannung“.

Eine Heimsuchung
Seelsorgsbriefe aus der Verbannung
Von Franz Weinmann

Vorbericht
In Mannheim, an der oberen Pfarrei, an der Jesuitenkirche, war ich Kaplan. Dort hatte ich als Jugendseelsorger die männliche und weibliche Pfarrjugend zu betreuen und sie in einer Gruppe gesammelt. — Katholische Jugendorganisationen waren längst von der Gestapo verboten und aufgehoben.— Diese Aufgabe war in den vergangenen Jahren sehr schwer und sehr gefährlich, zumal in den Großstädten, was jeder Priester und Pfarrer und jeder sehende Katholik wohl wußte. Jeden Dienstag abend hielt ich mit meiner Jugend in einer Seitenkapelle der Kirche eine Seelsorgsstunde ab. In diesen Stunden behandelte ich immer rein religiöse Themen. Ich sprach zu meiner Jugend über schwebende religiös-weltanschauliche Dinge und Fragen, über Glaubens- und Moralfragen, wie sie der ständige weltanschauliche Kampf von seiten der Partei, der nazistischen Jugendorganisationen und der rosenbergianischen neuheidnischen Bewegung immer wieder notwendig machte.

Ich sprach zu ihnen auch über kirchenpolitische und kulturkämpferische Ereignisse und Vorgänge, wie da waren Klosteraufhebungen, Priesterverhaftungen, Euthanasie, das Töten sogen. „unwerten Lebens“, also das Töten geisteskranker, alter und unheilbar kranker Menschen als ein furchtbares Verbrechen gegen das fünfte Gebot. Solche und ähnliche Themen wurden laufend behandelt. Erstens war es meine Pflicht, zu solchen Dingen nicht zu schweigen. Zweitens mußte gerade die heranwachsende Jugend über die sie immer wieder bedrängenden Fragen klar unterrichtet werden. Und drittens haben sie von mir das nicht nur verlangt, sondern als selbstverständlich erwartet. Wohl wußte ich, daß es nicht leicht war und gefährlich werden konnte. Aber diese Erkenntnis konnte und durfte mich nicht von der Erfüllung meiner Erzieherpflichten gerade gegenüber einer in den Entwicklungsjahren so schwer umkampften und von unzähligen Einflüssen gefährdeten Großstadtjugend abhalten.

Die Sache ging lange gut. Im Oktober 1941 erfolgte dann plötzlich eines Nachts um 9 Uhr bei totaler Verdunkelung ein Überfall auf meine Jugend, wie sie gerade die Seelsorgsstunde verließ. Die Überfallenden waren HJ und Streifendienst der H J. Sie waren bewaffnet mit Schlägern und Gummiknüppeln, Lederriemen und Messern. Es gab eine richtige Schlägerei. Nach einer Viertelstunde kamen einige meiner Jungmänner zurück und meldeten mir, daß alle Straßen um die Kirche herum versperrt seien, und sie zeigten mir ihre zerrissenen Kleider und Wunden. Meine Kerle blieben ihnen allerdings auch nichts schuldig. Das war auch die einzig richtige Verteidigung. Ich rief die Polizei an, machte Meldung von dem Überfall und bat um polizeilichen Schutz für die Jugend. Nach einer halben Stunde fanden sich zwei Polizisten ein und stellten fest, daß schon alles vorbei sei. Das reichte mir.

Ich dankte ihnen und ließ sie in Frieden. Am andern Tag wollte ich offiziell Anzeige erstatten, aber ich stand wieder davon ab, weil ich zur Erkenntnis gekommen war, daß der Überfall eine von der Gestapo gewußte und begünstigte und durch ihre jugendlichen Helfershelfer vom Streifendienst durchgeführte Aktion gewesen war. Anzeige hatte keinen Sinn, weil die Behörde, bei der man es hätte anzeigen müssen, selbst die Hand im Spiel hatte. Wie eine solche Sache ausgegangen wäre, das kann sich ja jeder selber denken. Ich erklärte es meiner Jugend, Anzeige wäre sinnlos, weil doch nichts geschehen würde, da heute mit zweierlei Maß gemessen würde und man höchstens noch uns selbst als Urheber des Überfalls hingestellt hätte. Damit war die Sache erledigt.

Ich erzähle es deshalb, weil es der Anfang zu meiner Bespitzelung und Beobachtung gewesen ist. Bald darauf erschien in meiner Jugendstunde ein junger Mann, den ich vorher nicht kannte. Ich hatte gegen ihn von vornherein ein gewisses Abwehrgefühl und traute ihm nicht. Er kam herein durch meine eigenen, guten und zuverlässigen Jungmänner. Ich erkundigte mich sogleich,was mit dem sei. Sie sagten mir,ich könne ohne Sorge sein, der Jungmann sei früher schon in der kath. Jugend gewesen, käme aus der Jesuitenschule in St. Blasien, die aufgehoben worden sei, und er wolle wieder bei uns mitmachen. Das waren für mich keine Beweise der Zuverlässigkeit, aber ich wollte ihn nicht ohne weiteres entlassen.

Der Gang meiner Seelsorgsstunden allerdings und die Behandlung der Themen wurde beibehalten. Und so fuhr ich fort. Das Mißtrauen wurde ich nicht los, ohne strikte Beweise zu haben. Und in der Tat, dieser junge Mensch hat mich ein halbes Jahr bespitzelt, hat laufend den Gang und Inhalt meiner Seelsorgsstunden auf der Gestapo gemeldet, wie ich
bei meiner Verhaftung erfuhr, und hat auch Anzeige gegen mich erstattet.

Daß er von der Gestapo geschickt worden ist, ist wohl anzunehmen. Ein halbes Jahr haben sie aber trotzdem gebraucht, bis sie glaubten, mich festnehmen zu können. Der Verrat hat geklappt. Und so erfolgte am 16. März 1942 eine Haussuchung durch zwei Gestapo-Beamte, die zwei Stunden dauerte. Sie beschlagnahmten meine schriftlichen Aufzeichnungen von den Jugendstunden, Feldpostbriefe meiner Jungmänner und sonst einige Dinge. Um 1 Uhr wurde ich auf die Dienststelle der Gestapo befohlen, und ich wußte, daß ich nicht mehr zurückkäme. Ich sagte das auch meinem verehrten 80-jährigen Chef, dem hochw. Herrn Prälaten Bauer. Er wollte es nicht glauben. Und noch heute weiß ich seine letzten Worte, die er zu mir sagte, als ich Abschied von ihm nahm. „Ich werde Sie mit Sehnsucht erwarten.“ Er lebt noch, und ich habe ihn in der Zwischenzeit begrüßen können.

Es folgte nun eine zweieinhalbstündige Vernehmung vor dem längst berüchtigten und sattsam bekannten Gestapomann Gerst. Er durchwühlte das vom Verräter gelieferte Material, stellte Fragen und nahm ein Protokoll auf. Es fiel mir gleich auf, daß er mir nicht vorwarf, ich hätte Unwahres behauptet oder Falsches ausgesagt. Er versuchte es zwar, aber es gelang ihm nicht. Schließlich sagte er mir, ich hatte unter der Jugend zu viel getan und hätte die Jugend „zu zeitgemäß“ unterrichtet.

Darauf sagte ich ihm: „Das kann mir nur zur Ehre gereichen. Schließlich bin ich dazu von meinem Bischof bestellt, um der Jugend Lehrer und Erzieher zu sein, und zwar so, wie es die Zeit erfordert. Das nenne ich zeitgemäß. Oder meinen Sie, ich wäre dazu da, der Jugend Märchen zu erzählen?“ Er warf mir weiter vor, ich hätte der Jugend ein Schreiben des Erzbischofs, das privaten Charakter trug, bekanntgemacht. Darauf sagte ich ihm: »Glauben Sie, die Schreiben, die die bischöfliche Behörde uns heute zuschickt, und die weltanschauliche und religiöse Fragen oder kirchenpolitische Ereignisse zum Inhalt haben, seien zum Privatgebrauch? Wenn wir heute so etwas bekommen, dann ist das Material für die Seelsorge.“

Der Kampf war heftig. Ich verlangte dann noch, daß folgender Satz in das Protokoll aufgenommen werde: „Zu dem, was ich gesagt habe, stehe ich voll und ganz, soweit es wahrheitsgetreu berichtet wurde. Ich habe nur so gehandelt, wie es meine Berufs- und Amtspflicht gewesen ist.“ Er nahm es mit Widerwillen auf, und dann unterschrieb ich das Protokoll.

Ich wußte in diesem Augenblick wirklich nicht, ob die Unterschrift zum Leben oder zum Tode ist. Dann erklärte er mir, ich sei hiermit in Schutzhaft genommen. Von diesem Augenblick an bis zum Schluß im April 45 ist nichts mehr geschehen. Keine Vernehmung, keine Verhandlung, kein Verhör, kein Urteil, keine Verteidigung. Es führten mich dann zwei andere Gestapobeamte ab und brachten mich per Auto in das Gefängnis,
wo ich um 3.45 Uhr landete.

Vor den Toren des Gefängnisses ereignete sich noch ein kleiner, aber für die damaligen Verhältnisse bezeichnender Vorfall. Einer der beiden Beamten,die beide in Zivil waren und das Hakenkreuzabzeichen trugen, kam beim Verlassen des Autos auf mich zu und sagte mir halblaut ins Ohr: „Herr Kaplan, es tut mir ja leid, daß ich das machen muß.
Ich bin auch katholisch, aber ich bin gezwungen, während des Krieges bei der Gestapo Dienst zu tun.“

Ich gab ihm keine Antwort. Es war ein bezeichnendes Zeitbild. Es begann die Gefängniszeit im Mannheimer Schloßgefängnis. Sie dauerte 11 Wochen. Ich war ständig in Einzelhaft. Das Essen war durchweg schlecht und wenig. Zulagen von außen waren verboten, Besuche ebenfalls. An meine Angehörigen konnte ich jede Woche schreiben. Die Behandlung im Gefängnis war gut, besonders durch einen Gefängnisaufseher, den guten Herrn Becker, der ein treuer Katholik und ein Pfarrkind von uns war. Ebenso gehörte der Gefängnisinspektor Kirchgäßner zur Pfarrgemeinde. Er war ein guter, edler Mann, der selbst genug zu leiden hatte durch die Gestapo, weil er gerecht und menschlich war und nicht so, wie sie ihn gerne gehabt hätten. Täglich wurde ich mit einem Teil der Gefangenen etwa 20 Minuten im Gefängnishof spazierengeführt.

Da wurde mir immer am drastischsten zum Bewußtsein gebracht, was das Wort aus der Passion Christi bedeutet: „Er wurde unter die Übeltäter gezählt.“ Und am Karfreitag und überhaupt in der Karwoche jenes Jahres wurde mir klar wie noch nie bis dahin in meinem Priesterleben, was der göttliche Meister mit dem Wort sagen wollte: „Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Ich ahnte ja nur zu deutlich, daß ich erst am Anfang eines langen und schmerzlichen Kreuzweges stand, und daß die schwerste Station Dachau heißen wird. Schwer an der Gefängniszeit war die Einzelhaft. Das schwerste aber war die seelische Bedrückung und die vollständige Ungewißheit. Im Gefängnis konnte ich täglich mein Brevier beten, konnte lesen und eine leichte Arbeit verrichten. Zu dieser Arbeit war kein theologisches Studium nötig. Sie bestand darin, Papierservietten zusammenzufalten, eine äußerst „geistvolle“ Tätigkeit. Mitte Mai kam der endgültige Schutzhaftbefehl von Berlin, unterschrieben von Heydrich mit der Verfügung: Ist in das Konzentrationslager Dachau zu verbringen.

Alaaf, Helau und Ho Narro

Karnevals- und Fastnachtshochburgen in Deutschland laden ein

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Köln.

(lifePR) – Jetzt wird’s wieder Jeck – die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange! Überall schmeißen sich die Narren wieder in ihre schicksten Kostüme und präsentieren sich bei den vielen Umzügen in ganz Deutschland. Das Reiseportal HolidayCheck stellt zehn Karnevalshochburgen vor, in denen es in den nächsten Wochen wieder besonders bunt zugeht.

Köln
„Wenn et Trömmelche jeht…“, dann ist die Domstadt wieder im Karnevalsfieber. Pünktlich um 11.11 Uhr wird an Weiberfastnacht (Donnerstag) der bunte Straßenkarneval eröffnet. Der Höhepunkt folgt am Montag: Beim „Rosenmontagszooch“ fliegen „Kamelle, Strüssche und Bützje“ (Süßigkeiten, Sträußchen und Küsschen) durch die Luft und verwandeln die Stadt in ein buntes Narrenmeer. Kölle Alaaf!

Rottweil
Am „Schmotzigen“ (Donnerstag) übernehmen die Narren das Zepter der Stadt. 8 Uhr am Fasnetsmontag beginnt mit einem Glockenschlag der erste „Narrensprung“ (Umzug). Federahannes, Gschell und Guller, traditionelle Figuren der Rottweiler Fasnet, laufen durch die Stadt und „rügen“ die Bürger. Diese bekommen als Trost eine Süßigkeit. Danach gibt es kein Halten mehr. Mit viel Musik und Tanz enden die Sprünge in einer bunten Straßenfasnet.

Mainz
„Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ – der Titel der bekannten Fernsehsendung ist das Dauermotto der Mainzer Fasnacht. Hier wird man besonders ausgelassen mit dem typischen „Helau“ begrüßt. Markenzeichen sind die „Schwellköpp“: 25 kg schwere überdimensionale Pappmachéköpfe, die satirisch die Abbilder von Mainzer Charakteren darstellen.

Aachen
Wer in Aachen Karneval feiert, sollte vorher typische „Oecher“ Karnevalsvokabeln lernen. Denn wenn „d’r Zoch kött“ bleibt dafür keine Zeit mehr. Über 150 Gruppen schlängeln sich in bunter Formation durch die Straßen und heizen die Stimmung mit einem schallenden „Oche Alaaf“ richtig an. Wem das noch nicht ausgelassen genug ist, der findet sein Karnevalsglück bei einer der zahlreichen anderen „Tollitäten“ in der Stadt.

Würzburg
Die fünfte Jahreszeit macht auch vor den Toren Bayerns nicht halt. Prunkvolle Umzüge mit Motivwagen und Kamelle findet man aber fast nur in Würzburg – hier hat sich die rheinische Tradition durchgesetzt. Bis Aschermittwoch regiert das närrische Prinzenpaar über die Stadt und sorgt für heitere Stimmung und buntes Durcheinander auf den Straßen.

Konstanz
„Ho Narro, ihr Mäschgerle“ tönt es über den Bodensee. Schon um sechs Uhr morgens wecken Fasnachtskapellen am „Schmotz’ger Dunschtig“ die Bewohner der Altstadt. Tagsüber tummeln sich fantasievoll verkleidete Narren in der Stadt. Der Abend endet mit dem Hemdglonker-Umzug, bei dem Schüler in weißen Nachthemden ihre Lehrer verulken. Der große Umzug am Sonntag gehört den Narrengruppen. Hexen sperren dann gerne mal junge Mädchen in den mitgebrachten Käfig ein.

Düsseldorf
Wie in der Nachbarstadt Köln, wird auch in Düsseldorf der rheinische Karneval gefeiert. Ein freudiges „Alaaf“ führt hier aber zu bösen Blicken, schmettert man in der schicken Rheinmetropole doch ein lautes „Helau“. Gebützt wird trotzdem – am liebsten beim alljährlichen „Karnevalszooch“ durch die Stadt. Am Aschermittwoch ist Schluss mit lustig – mit der traditionellen „Nubbel“- (Sündenbock) Verbrennung endet die fünfte Jahreszeit.

München
Wer in München am närrischen Treiben teilhaben möchte, schwingt das Tanzbein bei einem der traditionellen Faschingsbälle. Elegant, schräg oder urig – jeder Narr findet hier den passenden Maskenball. Von Sonntag bis Dienstag wird dann der Marienplatz zu einer großen Partymeile. Bei Musik, Glühwein und ausgelassener Stimmung wird bis in die Nacht getanzt und gefeiert.

Bremen
„Der große Circus“ ist das Motto des 30.Bremer Karnevals, der eine Woche vor dem Rest der Republik gefeiert wird. Auch sonst setzt er sich von den typischen Traditionen ab: Südamerikanische Sambatänzer, Maskenträger und Stelzenläufer zeichnen das Bild der Hansestadt und verwandeln die Straßen in eine riesige Bühne.

Braunschweig
„Mit Lebensfreud und Fastnachtstrubel feiert die Region Schoduvel!“ lautet das Motto des diesjährigen Karnevalsumzugs. Norddeutschlands größter und längster Zug basiert auf einem uralten Brauch: Durch Lärm und Verkleidung versuchte man böse Geister zu verscheuchen. So steht der Begriff „duvel“ für Teufel und „Scho“ für verscheuchen. Heute gibt es statt Grusel-Gesichtern süße Kamellen und fröhliche Gesichter.

Gefragt

Ist es richtig, traumatisierte Flüchtlinge im erdbebengefährdeten Baden-Württemberg unterzubringen?