„Haustiere sind keine Spielzeuge“

Landwirtschaftsminister Schmidt eröffnete Interzoo 2014

(lifePR) – An die Verantwortung der Heimtierbranche und der Tierbesitzer für eine artgerechte Haltung von Haustieren hat der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, zum Auftakt der Interzoo 2014 in Nürnberg appelliert. „Es ist schön, dass Tiere nicht nur im Stall und auf der Wiese, sondern auch in den eigenen vier Wänden einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert einnehmen. Damit Haustiere auch wirklich beste Freunde der Menschen sind, sind der Handel und die Tierbesitzer dafür verantwortlich, dass es den Tieren gut geht und sie artgerecht gehalten werden“, sagte Schmidt in seiner Eröffnungsrede der Interzoo.

Inzwischen leben in fast jedem dritten deutschen Haushalt Menschen und Tiere zusammen. „Die Interzoo hält alles bereit, was sich Tierliebhaber wünschen. Leider gibt es aber im Handel und in den Häusern immer noch Artikel, die vielleicht den Besitzern gefallen, den Tieren das Leben aber schwer machen und in Teilen sogar gefährden“, sagte Schmidt. Für ein gesundes und artgerechtes Leben der Heimtiere seien ihre Halter auf qualitativ hochwertige Produkte angewiesen, die den Tierschutzstandards entsprechen müssen. Zur Verantwortung der Heimtierbranche gehöre zudem eine gute und sachgerechte Beratung der Tierhalter durch die Fachhandlungen. So gehöre ein Goldfisch nicht in ein kleines Rundglas, ein Stachelhalsband nicht um den Hundehals und ein Hamster nicht in eine sogenannte Hamsterkugel.

Eine gute Beratung sei aber nicht nur wichtig beim Verkauf von Heimtierprodukten, sondern insbesondere für den Verkauf von Tieren. „Unüberlegte Tierkäufe, weil das Tier so süß ausschaut, darf es nicht geben. Haustiere sind Lebewesen – keine Spielzeuge und auch kein Wirtschaftsgut. Jeder einzelne Mensch, der sich ein Haustier anschafft, hat eine Verantwortung für das Wohlergehen seines Tieres. Daher muss jeder prüfen, ob er Tiere in seiner Wohnung wirklich artgerecht halten kann“, sagte Schmidt. Er begrüßte die Initiativen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF), die neben einer Beratung vor Ort unter anderem eine Tierhotline, eine Online-Tierarztpraxis und verschiedene Tierhalterportale anbieten, die Tierfreunden Rat und Hilfe bieten.

Schmidt verwies auf die im Auftrag des BMEL erarbeiteten Gutachten und Leitlinien für zahlreiche Haustiere, die Mindestanforderungen an deren artgerechte Haltung definieren. Zudem sieht das Tierschutzgesetz ab dem 1. August 2014 vor, dass dem Tierkäufer beim gewerblichen Handel mit Wirbeltieren schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse der jeweiligen Tierart mitzugeben sind.

Runder Tisch zum illegalen Welpenhandel
Ein besonderes Anliegen ist Bundesminister Schmidt der Kampf gegen den illegalen Welpenhandel. „Der Gewinn, der mit diesen Welpen erzielt wird, wird auf dem Rücken der Tiere gemacht und ist illegal. Dies darf, zum Schutz der Tiere, aber auch der Verbraucher, so nicht weitergehen“, sagte Schmidt. Auf seine Initiative hin tagt am morgigen Freitag im Rahmen der Interzoo eine Expertenrunde zum Thema „Illegaler Welpenhandel“.

An dem Runden Tisch beraten neben der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Maria Flachsbarth, Vertreter von Tierschutzorganisationen, Hundezucht, Veterinärbehörden und Tierheimen die Problematik. Ziel ist es, vorhandene Erkenntnisse und mögliche weitergehende Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Welpenhandels auszutauschen.

 

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