Gibt Leo Grimm Landtag auf?

Südkurier meldet Ambitionen auf Präsidentenamt des FC 08 Villingen

(tutut). Eigentlich ist es weder Sensation noch Überraschung, was der Südkurier jetzt gemeldet hat: „FC 08 Villingen: Grimm stellt sich als Präsident zur Verfügung“. Denn schon am 1. April schrieb Wolfgang Gerster in „wir-in-vs.de“, sich auf die Badische Zeitung beziehend, von Rumoren im Vorstand des FC Villingen und von Einigkeitsappellen im Vorstand. Und dann heißt es da: „Martin Braun selbst hat in den vergangenen Wochen – wie zuvor auch schon wir-in-vs.de – das Gerücht geschürt, dass der ehemalige Präsident Leo Grimm erneut das Präsidentenamt beim FC 08 übernehmen könnte. Grimm ist bekanntlich schon jetzt Trikotsponsor, gehört zu den größeren Geldbringern für den Club und scheint – entgegen früherer Aussagen – nicht mehr abgeneigt zu sein. Eingedenk seiner eigenen negativen Erfahrungen aus seiner ersten Amtszeit – die mit einem Eklat und seinem Rücktritt endete – dürfte Grimm, der inzwischen über die FDP-Liste im baden-württembergischen Landtag sitzt, aber nur dann einsteigen, wenn weitere Geldgeber die Sicherheit für einen zumindest ausgeglichenen Etat bringen“.

Diese Anmerkung von Martin Braun, der Trainer und Vorstandssprecher des FC Villingen ist, bekräftigt nun der Südkurier mit Aussagen von Leo Grimm: “ ‚Ich werde antreten, wenn es vom Verein gewünscht wird‘, sagte der 51-Jährige“. Wie er dies anstellen will, als Unternehmer, Landtagsabgeordneter und gerade in den Spaichinger Gemeinderat und in den Tuttlinger Kreistag wiedergewält, deutet Grimm laut Südkurier an: „Neben der Firma und dem politischen Mandat nun auch noch Vereinspräsident? ‚Ja, ich weiß, das ist viel. Aber ich werde dafür bei anderen Dingen etwas kürzertreten‘, kündigt Grimm an“.

Kleines Einmaleins: Wo wird er kürzer treten können? Bei seinen beiden frisch gewählten Mandaten geht es nicht, dass er das Unternehmen aufgibt, ist ebenfalls nicht zu erwarten. Bleibt also nach dem Artikel die logische, aber offenbar von der Zeitung nicht gestellte  naheliegende Frage: Gibt Leo Grimm das Landtagsmandat auf? Logisch wäre es ja, denn was nützen der FDP noch ein paar einzelne Flieger, wenn es an Start-und Landebahnen fehlt? Sie können dann auch nur abstürzen. Deshalb muss unten eine Basis geschaffen werden, wenn die Partei noch Zukunft haben will. Kerrnerarbeit in der Kommunalpolitik ist notwendig. Hierzu ist langer Atem und Kondition notwendig. Mit schnellen Erfolgen ist nicht zu rechnen.

Nach Eigenauskunft ist „wir-in-vs.de (ist) eine Plattform für Themen aller Art aus Villingen-Schwenningen und der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die Plattform will zu einer breiten Diskussion über vornehmlich kommunale Themen anregen und hat nicht den Anspruch, Berichterstattung und Kommentierung der Tageszeitungen zu ersetzen, sondern allenfalls zu ergänzen“.Verantwortlich ist Wolfgang Gerster, „langjähriger Lokal- und Sportjournalist bei verschiedenen Zeitungen und Redaktionen in der Region. Freiberuflicher Mitarbeiter bei überregionalen Zeitungen und beim Rundfunk“. Wolfgang Gerster betont, viel spannender als eine beschworene Einigkeit im VS-Vorstand bleibe die Frage, ob es den Verantwortlichen gelinge, „die immer noch massiven wirtschaftlichen Probleme zu lösen“. Davon werde nämlich letztlich abhängen, ob es möglich sein werde, “durch die Verpflichtung des einen oder anderen etablierten Spielers, die sportliche Gesamtqualität” zu steigern, wie es in einer Pressemitteilung des FC Villingen heiße.

Martin Braun,der Vorstandssprecher und Trainer des FC Villingen, war zuvor  Pressesprecher des SC Freiburg und ist beschäftigt in dem Spaichinger Unternehmen MS Spaichingen. Wolfgang Gerster schreibt: „Eine andere spannende Frage ist auch, welche Rolle Braun selbst in dem sich abzeichnenden Personalkarussell spielt. Wenn Grimm sich tatsächlich erneut zum Präsidenten würde wählen lassen, wäre es durchaus denkbar, dass Braun den durch die Ankündigung von Wolfgang Häßler vakanten Posten des Sportvorstands mit übernimmt, um danach zeitnah seinen Job als Trainer zur Verfügung zu stellen. Mit dem A-Schein-Inhaber Markus Knackmus rückt zur neuen Saison  ein potentieller Nachfolger ins Trainerteam ein. Auch mit Jago Maric, der noch ein Jahr Vertrag als Fußballspieler hat, laufen Gespräche im Hinblick auf dessen Aufnahme ins Trainerteam. Braun ist ja inzwischen im Betrieb des FC 08-Freundeskreis-Mitglieds Armin Distel beschäftigt und dürfte neben seiner dann noch erweiterten Vorstandstätigkeit kein gesteigertes Interesse, aber vieleicht auch nicht mehr die Zeit finden, bis zu sechs Mal pro Woche für einige Stunden auf dem Sportplatz zu stehen. Als Manager könnte er den Verein in seinem Sinne lenken. Den Machtkampf im Vorstand hatte Braun schon mit seiner Vertragsverlängerung als Trainer und dem angekündigten Rückzug von Wolfgang Häßler gewonnen“.

Der Südkurier sieht die wirtschaftliche Situation des Oberligisten FC Villingen wohl weniger prekär: „Die Nullachter sind so gut wie schuldenfrei…“ Einen Klub wie den FC 08 Villingen zu führen, „betrachtet Grimm als reizvolle Aufgabe. ‚Der Verein ist sehr gut aufgestellt. Die Leute, allen voran Siegfried Kauder, haben einen guten Job gemacht. Mit Martin Braun hat der Verein außerdem einen hervorragenden Trainer.‘ “ Sollte er von den FC 08-Mitgliedern ins Präsidenten-Amt gewählt werden, habe Grimm bereits konkrete Vorstellungen für die Zukunft. „Der Verein muss noch weiter konsolidieren. Erst dann können wir uns höhere sportliche Ziele setzen.“ Langfristig, so der Südkurier,  halte es Grimm zumindest nicht für ausgeschlossen, den Aufstieg in die Regionalliga in Angriff zu nehmen.

Anmerkung: Der Verantwortliche der NBZ und Autor dieses Berichts und bekanntlich auch als Wahlkreismitarbeiter des Abgeordneten Leo Grimm tätig, kann an dieser Stelle aufgrund der oben genannten Veröffentlichungen hier auch nur als Journalist spekulieren, da er über persönliche Pläne des Abgeordneten selbstverständlich nicht informiert ist. Wäre er das, würde sich eine solche Spekulation natürlich ausschließen.

 

 

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.