„Figuren, Räume, Landschaften“

Hohenkarpfen: Sonderführung in der aktuellen Ausstellung  von Werner Rohland

(tutut). Am kommenden Sonntag, dem 1. Juni, um 16 Uhr findet wieder die monatliche Sonntagsführung im Kunstmuseum Hohenkarpfen in Hausen ob Verena bei Spaichingen (Landkreis Tuttlingen) statt.

Im Juni wird der Rundgang durch die aktuelle Ausstellung „Werner Rohland. Figuren Räume Landschaften“ in Form einer Sonderführung stattfinden.
Zum Anlass des 40. Todestages von Werner Rohland – er starb am 3. Juni 1974 werden Dr. Stefan Borchardt, Kustos der Kunststiftung Hohenkarpfen, und Michael Rohland, der älteste Sohn des Künstlers, gemeinsam im Gespräch durch die Ausstellung führen. Im Dialog wird so ein umfassender Einblick in die historischen und persönlichen Dimensionen des Lebenswegs und malerischen Werkes von Werner Rohland gegeben.

Der Maler Werner Rohland, 1899 in Crimmitschau in Sachsen geboren und 1974 in Stuttgart-Bad Cannstatt gestorben, wagte nach verschiedenen Tätigkeiten im Buchdruckergewerbe 1932 den Sprung in die Existenz eines freien Künstlers. Er lebte und arbeitete bis zum Zweiten Weltkrieg am Bodensee, wo er eng mit dortigen Literaten- und Künstlerkreisen verbunden war. Im Krieg wird er zum Sanitätsdienst eingezogen, verliert beim Bombenangriff auf Dresden den größten Teil seines Werkes und muss ein Jahr in französischer Kriegsgefangenschaft verbringen.

1948 lässt er sich in Tiefenbach am Federsee nieder und nimmt am erwachenden Kunstleben in Oberschwaben. Anfang der 1950er Jahre ist er Mitglied der Freien Gruppe in Stuttgart, bewegt sich hier im Kreis um Alfred Wais und Manfred Henninger. Obwohl seine schwäbischen Künstlerfreunde wie er an den gegenständlichen Ausdrucksformen der Malerei festhalten in Zeiten, zu denen die Abstraktion als quasi einzig rechtmäßige zeitgemäße Sprache der Gegenwartskunst gesehen wurde, bleibt er in dieser Gruppe und in der Folgezeit künstlerisch ein Einzelgänger.

Bevorzugte Motive seiner Landschaften und Innenräume, Figurenbilder und Stillleben sind die ihm vertrauten Umgebungen und sein persönliches Umfeld. Stilistisch ist Rohlands Malerei geprägt von seiner entschiedenen Neigung zur französischen Malerei seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, insbesondere ihrer kultivierten Farbigkeit, kompositorischen Ausgewogenheit und differenzierten flächigen Textur.

Zur Ausstellung erscheint ein von Stefan Borchardt herausgegebenes Begleitbuch im Stuttgarter Belser-Verlag, mit einer Dokumentation zur zeitgenössischen Kunstkritik und einem autobiographischen Text von Werner Rohland.

Die Daten zur Ausstellung in Kürze:
Ausstellung: Werner Rohland. Figuren Räume Landschaften
Ort: Kunstmuseum Hohenkarpfen, Hausen ob Verena bei Spaichingen (Landkreis Tuttlingen)
Veranstalter: Kunststiftung Hohenkarpfen e.V. (Kunstverein Schwarzwald-Baar- Heuberg)
Dauer: 13. April – 20. Juli 2014
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen, 13.30-18.30 Uhr
Information: Tel. 07424/4017, museum@kunststiftung-hohenkarpfen.de
Katalog: Belser-Verlag Stuttgart, 92 Seiten mit ca. 100 Abbildungen, ISBN 978-3-7630-2646-3, Preis 19,95 €

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