Eine unendliche Geschichte?

Kiehn, Fritz,
Geburtsdatum/-ort: 15.10.1885; Burgsteinfurt/Westfalen Sterbedatum/-ort: 01.09.1980; Trossingen  Beruf/Funktion:  Unternehmer, Mitglied des Reichstags – NSDAP
Kurzbiografie: …1908 Umzug nach Trossingen und Reisender für den Kartonagenhersteller Birk-Koch 1912 Übernahme eines Papierwarenladens in Trossingen
1915-1918 Kriegsfreiwilliger im I. Weltkrieg 1920 Aufnahme der Produktion von Efka-Zigarettenpapier und Etablierung des mittelständischen Efka-Werks 1930-1945 Eintritt in die NSDAP und Gründung zahlreicher Ortsgruppen, führender Aktivist und Finanzier der württembergischen NSDAP, ab 1931 NSDAP-Gemeinderat, zeitweilig 1. Beigeordneter, ab 1932 Mitglied des Reichstags – NSDAP; 1938 Aufnahme in den persönlichen Stab Heinrich Himmlers und Berufung in den „Freundeskreis Reichsführer SS“ und Parteigerichtsverfahren vor dem Obersten Parteigericht: 1939 Amnestie; bis 1943 persönliche Bereicherung bei der „Arisierung“ jüdischen Eigentums 1933/34 Ernennung zum Präsidenten der Handelskammern Rottweil und Stuttgart sowie des Württembergischen Industrie- und Handelstages 1945 Flucht und Inhaftierung durch US-Soldaten in Innsbruck, anschließend Haft in 14 verschiedenen Internierungslagern und Gefängnissen der Alliierten 1948-1949 Verfahren der Landgerichte Ellwangen und Sigmaringen wegen Mordverdachts („Röhmputsch“) und Erpressung jüdischer NS-Verfolgter: mangels Beweisen eingestellt; Haftentlassung und Entnazifizierung als „Minderbelasteter“ 1949-1972 Mittelständischer Unternehmer als Eigentümer mehrerer, meist in Württemberg gelegener Unternehmen; Aufbau eines betrieblichen Versorgungsnetzes für ehemalige Nationalsozialisten 1950-1954 Empfänger eines Großkredits des Landes Württemberg-Hohenzollern (Anmerkung: Gebhard Müller!); Mitglied des Bundestags Fritz Erler erwirkt die Einsetzung eines Landtagsuntersuchungsausschusses zur Klärung der Subventionsvergabe an Kiehn; ohne greifbare Resultate aufgelöst, vom Landgericht Tübingen wegen Meineids vor dem Ausschuss angeklagt, 1954 gemäß 2. Straffreiheitsgesetz für NS-Straftaten eingestellt, 1953 Wiederwahl in den Trossinger Gemeinderat erneut mit höchster Zahl der abgegebenen Stimmen, 1972 Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten erzwungenes Ausscheiden aus der Leitung des Efka-Werks … Auszeichnungen: Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Trossingen (1935), 1945 aberkannt, 1955 stillschweigend wieder zuerkannt; Benennung eines zentralen Trossinger Platzes nach dem Ehrenbürger Kiehn (1960); Ehrensenator der Universität Innsbruck (1966)…
(http://www.leo-bw.de web /guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/121925579/biografie.Eigenauskunft der Pattform: „Landeskunde entdecken online
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