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Kunst darf auch Hörner aufsetzen.

Runter vom Balkon
Auch in dieser Woche gibt es wieder dünnere Zeitungen. Baden-württembergische Journalisten streiken, um ihre Verleger zu einem Abschluss zu zwingen. Kontext-Autor Bruno Bienzle erklärt, warum das so schwierig ist. Unter anderem, weil die Pressebengels zu lange auf dem Balkon gesessen haben. Ja, wir Journalisten sind Besserwisser…Nur in eigener Sache tun wir uns schwer, wie der seit Monaten sich hinziehende Tarifkonflikt der Printmedien zeigt…Tatsächlich aber steht nicht weniger als das Berufsbild der Journalisten auf dem Spiel…Wir Journalisten sollten darüber nicht vergessen, uns an der eigenen Nase zu packen, haben wir uns doch in Zeiten satter zweistelliger Renditen gern hätscheln lassen mit den Zuckerle der Verleger wie komfortables Tarifwerk, Zusatzurlaub, steuerfreier Sonntagszuschlag. Darüber geriet das Thema innere Pressefreiheit, also Mitbestimmung in Tendenzfragen, aus dem Blickfeld… Mit der bequemen Beobachterrolle muss Schluss sein. Wir sind Dienstleister mit dem Medium der Sprache und der Bilder. Wir reflektieren die Wirklichkeit tunlichst nicht von oben, sondern auf Augenhöhe mit unseren Kunden, den Noch-immer-Lesern…Dies setzt Unabhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Interessen voraus. Verleger, die ihre Zeitungen kaputtsparen, diese zu Verlautbarungsorganen und Amtsblättern degenerieren, indem sie mit von PR-Agenturen konzipierten Sonderveröffentlichungen sowie mit dem ungeprüften Abdruck von Pressemitteilungen Journalismus vortäuschen, sollten sich nicht länger auf den Tendenzschutz berufen und den ermäßigten Mehrwertsteuersatz beanspruchen dürfen… wäre Waffengleichheit zwischen Herausgebern und ihrem schreibenden und gestaltenden Personal vonnöten. Die aber ist nicht einmal andeutungsweise vorhanden…(Autor) Bruno Bienzle, Jahrgang 1943, war bis 2007 Leiter der Lokalredaktion der „Stuttgarter Nachrichten“.
(kontextwochenzeitung. Ist es nicht spaßig, wie ein Lokalblatt in Spaichingen eine Serie über Betriebsräte und Betriebsratswahlen lostritt und offenbar unter dem Banner der drei schwarzen Punkte auf gelbem Feld schon so blind ist, dass die Balken im eigenen Auge gar nicht mehr gesehen werden? Wie ist’s denn so mit der Mitsprache im eigenen Laden? Kein Thema? Könnte d a s die Leser nicht mal brennend interessieren?)

Umstrittener Bildungsplan
Kretschmann spricht mit Evangelikalen und Pietisten
Die Debatte um den Bildungsplan wird ziemlich emotional geführt. Ministerpräsident Kretschmann will Dampf rausnehmen und geht auf die evangelikalen und pietistischen Gemeinden zu, die sich besonders am Thema sexuelle Vielfalt stoßen. Indes steht die nächste Demo an.
(Stuttgarter Zeitung. Wann spricht er mit den Pferden über den Weingartner Blutritt? Steht die Kirche des FSM auch schon ins Haus?)

Hermann Bareiss wird 70 Jahre alt
Ein Baiersbronner mit Visionen
Hermann Bareiss, der Patron des Luxusferienhotels in Baiersbronn-Mitteltal feiert seinen 70. Geburtstag ganz groß. Schließlich hat der Hotelier in seiner Heimatgemeinde schon etliche gewinnbringende Projekte angestoßen
(Stuttgarter Zeitung. Hat er Engel gesehen?)

Energiewende
Deutsche kämpfen gegen den Windrad-Wahn
Der Widerstand gegen Windräder wird zur Massenbewegung: Ein deutschlandweites Bündnis wehrt sich gegen den Bau neuer Anlagen – vor allem, wenn sie ausgerechnet in Naturschutzgebieten entstehen.
(welt.de. Gegenwind. Wann wird um preiswerteren Strom und Verlängerung der AKW-Laufzeiten gekämpft und nicht mehr die eigenen Metzger selber gewählt?

Neues Turnier: Uefa beschließt Einführung der Nations League
Europas Nationalmannschaften kämpfen ab 2018 um einen weiteren Titel: Die Uefa hat die Einführung einer Nationenliga verabschiedet. Über den neuen Wettbewerb soll auch die EM-Qualifikation möglich sein.
(spiegel.de. Sport lässt sich als Geschäft auch ohne Pferd totreiten.)

Schweizer Sprit soll teurer werden
In den meisten grenznahen deutschen Gemeinden herrscht eine Tankstellen-Armut. Nur eine Tankstelle ist im Jestetter Zipfel am Hochrhein noch übrig. Eine Preiserhöhung im Nachbarland Schweiz nähme deutschen Autofahrern den Sparvorteil beim Tanken.
(Südkurier. Tankstellen zurück aus der Schweiz?)

Opposition wettert gegen neues Jagdgesetz
Die Opposition hat das neue Jagdgesetz am Donnerstag im Landtag erneut hart kritisiert. Grün-Rot gängele und bevormunde mit «ideologischer Verbotskultur» nicht nur die 40 000 Jäger im Land, sondern auch die Landwirte, sagte der FDP-Abgeordnete Friedrich Bullinger in Stuttgart
(Südkurier. Grün gegen Grün neben das Schwarze?)

SPD-Fraktion: 20 000 Vollzeit-Beschäftigte im Land brauchen Hartz IV   
Mehr als 20 000 Arbeitnehmer mit Vollzeitjob im Land sind nach Angaben der SPD-Fraktion trotzdem auf Hartz IV angewiesen. Die geplante Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 2015 an sei «gut für alle», betonte der SPD-Abgeordnete Rainer Hinderer am Donnerstag im Stuttgarter Landtag.
(Südkurier. Durch Mindestlohn werden von diesen Vollzeitbeschäftgten viele ihren Job verlieren, denn bei höherem Lohn wird auch mehr Leistung verlangt. Frankreich hat seit 60 Jahren Mindestlohn, zur Zeit 9,53, und hohe Arbeitslosigkeit. Wer stellt Geringkönner für hohe Löhne ein?)

Sprachnotstand an der Uni
Studenten können keine Rechtschreibung mehr
„Vorrausetzung“, „wiederrum“, „Kommulitionen“ – eine genervte Politik-Dozentin berichtet über den abenteuerlichen Umgang mit der deutschen Sprache in Seminararbeiten.
(faz.net. Dafür haben sie doch die Saufreife?)

Bilanz: Bahn-Chef Grube macht Wetter für Gewinneinbruch verantwortlich
Trotz eines Passagierrekords hat sich der Gewinn der Bahn im vergangenen Jahr mehr als halbiert. Laut Rüdiger Grube hat vor allem das schlechte Wetter den Staatskonzern „nasskalt erwischt“. Das Gehalt des Bahn-Chefs sank wegen der schwachen Zahlen  um rund eine Million Euro.
(spiegel.de. „Keiner redet vom Wetter, nur wir, die Bahn“.)

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