Was nun, Herr Pradel

Warum gibt der Dürbheimer Bürgermeister Alfred Pradel sein Amt auf?

Alfred Pradel (links), ein Mann auch der Medien.

Die Antwort

Die Entscheidung war letztendlich eine Güterabwägung, auch in Verantwortung gegenüber meiner Familie. Ich denke, niemand kann ermessen, was sich in den letzten Monaten ereignet hat. Jede Äußerung des Landratsamtes wurde vom örtlichen Blatt und der Ortsredakteurin Braungart oder ihrem Adlatus Hochheuser in epischer Breite, manchmal in drei verschiedenen Rubriken ausgebreitet. Einige Male kam ich mir fast wie ein besonders wichtiger Mensch vor, bei den vielen Bulletins. Erstaunt war ich über manche Informationen, offensichtlich ganz aktuell, das lustige ist nur, ich habe mit den Redakteuren nie geredet.

Aber ganz im Ernst, das Lokalblatt, das sich als Zeitung für christliche Kultur und Politik betitelt, hat der anonymen Denunziation, der Beleidigung, der Verleumdung und anderen Spielarten der Diskreditierung in den Kommentarfunktionen Tür und Tor geöffnet. Das Perfide daran, die „Schwäbische“ gibt sich auch noch dazu her, anonyme Schmierereien wiederum anonym weiter zu transportieren. Viele Freunde und Bekannte, Rathäuser und andere öffentliche Stellen wurden so mit Mails bombardiert, Absender „info@schwaebische.de“. Das Renommee des Landkreises und das der Zeitung gesteigert hat dies sicherlich nicht. Ganz im Gegenteil. Und wenn die Ortsredakteurin meint, ich habe das Handtuch geworfen, dann irrt sie sich, wie so oft, einmal mehr.

Auch Aussagen aus der Dienstgemeinde, die im Prinzip Kriegserklärungen gegen mich waren, anonyme Drohanrufe bei uns zu Hause, waren nicht mehr geeignet, den Dienst wieder anzutreten. Was mich verwundert hat, ist die Tatsache, dass immer wieder interne Vorgänge zu meinem „Fall“ in anonymen Mails und in den Telefonaten zitiert wurden. Und aus diesen Vorgängen heraus kamen dann die Drohungen, dass ich, sollte ich zurückkehren, mein blaues Wunder erleben werde.

Hätte ich mit Personenschutz zurückkehren sollen? Die ganzen Vorgänge haben insbesondere meine unbeteiligte Familie stark belastet, deshalb auch die jetzt getroffene Entscheidung. Aber wenn ich mir die ganzen Vorgänge rund um die Wiederwahlen in Spaichingen und meiner Dienstgemeinde, um den Spaichinger Bürgermeisterkollegen in den letzten Wochen, die Nominierungen zur Kreistagswahl und vieles andere anschaue, dann wundert mich nichts mehr.

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