Rappelige Räder

Warum sollen Spaichinger nicht selbst entscheiden, was ihnen gefällt?

Nein, dies ist nicht eine Kunstvereinsvorsitzende mit ihrem Kleinen als neuer Kreiselschmuck in Spaichingen. Obwohl…Dieses Rad wird auf dem Neuen Schloss in Stuttgart gedreht. Was ist eigentlich aus dem Volkskunsterziehungsverein in Spaichingen geworden, dem die CDU 10 000 Euro aus der Stadtkasse hat aufgezwungen für Kunstkauf? Was ist aus den 10 000 Euro geworden, die hinterher von einem offensichtlichen CDU-Mitläufer im Rat aus angeblich eigener Tasche zum Kaufrückausgleich gespendet worden sind? Hat es jetzt allen Beteiligten dieser Spaichinger Performance die Sprache verschlagen, selbst dem Verein, welcher für vergangenen Donnerstag seine Hauptversammlung angekündigt hatte? Bericht folgt nicht?

(tutut). Man bricht die Kunst nicht vom Zaune, sagt ein altes deutsches Sprichwort. Dies haben jene nicht bedacht, welche auf Teufel komm raus Spaichingen mit ihrem Geschmack des Gönnenkönnens beglücken wollen. Dies auf Kosten anderer zu vollstrecken, bedeutet lediglich viel Kunst, viel Torheit. Denn Kunst macht Narren. Angesichts der Tatsache, dass man wahre Kunst nicht kaufen kann, was also ist das Räderwerk wirklich wert, liegt wirklich die Frage nahe, die der Bürgermeister im jüngsten „Stadtspiegel“ aufgeworfen hat: Warum keinen „Bürgerentscheid über Stadtkunst“?

Wollen die Spaichinger das Ding da auf einem Kreisel, welche ihnen ein Verein aufdrängt? Wie kommt überhaupt ein Verein dazu, sich als Kunsthüter der Stadt aufzuspielen und meinen, dass er zusammen mit dem Landkreis Entscheidungsgewalt über die Gestaltung der Spaichinger Hauptstraße hat, obwohl der Mutterverein dieses Kunstvereins gerade im Gemeinderat gegen jegliche Gestaltungsregelung an der Hauptstraße abgewehrt hat?

Deshalb ist sehr bedenkenswert, ob nicht einfach die Einwohner Spaichingens darüber äußern sollten, was sie selbst als Kunst zu empfinden haben, ob ihnen gefällt, was ihnen als Möblierung der Stadt gefallen soll? So heißt es im „Stadtspiegel“: „Nachdem sich nach der Gemeinderatssitzung wegen des Themas des Ankaufs der Räderskulptur, die nach dem Willen der CDU-Fraktion, der Fraktion Grün-Rot und Harald Niemann angekauft werden soll, von vielen Bürgerinnen und Bürgern Widerstand geregt hat, diese sich zum Teil massiv bei Bürgermeister Schuhmacher über diesen Beschluss des Gemeinderats beschwert haben, hat Bürgermeister Schuhmacher dem Gemeinderat mitgeteilt, in Erwägung zu ziehen, ihn mit der Frage eines Bürgerentscheids in dieser Sache zu befassen. Nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung kann entweder die Bürgerschaft oder der Gemeinderat über einen Bürgerentscheid beschließen. Bürgermeister Schuhmacher erwägt, den Gemein­derat in der Sitzung am 25.11.2013 mit einem Vorschlag zu befassen, ob die Bürgerschaft über die vorbezeichnete Frage des Aufstellens der Räder auf dem Kreisel entscheiden soll. Dies kann der Gemeinderat mit einem Stimmenanteil von mehr als einem Drittel der Stimmen aller Mitglieder ablehnen. Eine Ablehnung des Rates würde die Vermutung nähren, dass die Bürgerschaft in ihrer Entscheidungskompetenz bei einem Bürgerentscheid in dieser Sache eine wahrscheinlich andere Entscheidung treffen würde, als der Gemeinderat in der Sache ‚Ankauf der Räder‘ beschlossen hat. Ob dies nochmals Gegenstand der Beratung wird, hängt von den weiteren Ereignissen in den nächsten Tagen ab, nachdem nun ein Gemeinderat öffentlich über die Presse erklärt hat, den vom Gemeinderat als Zuschuss beschlossenen Betrag in Höhe von 10.000 Euro aus privater Tasche auszugleichen. Bisher hat Bürgermeister Schuhmacher dies noch nicht bestätigt bekommen“.

Wie man sieht, ein Rad sorgt in Spaichingen für gewisse Ratlosigkeit. Es bewahrheitet sich mal wieder ein weiteres deutsches Sprichwort: Rappelige Räder laufen am längsten. Oder gilt: Ungeschmierte Räder knarren?

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