Immer noch kein Exorzist in Sicht?

Neubau des Berufsschulzentrums Spaichingen eingeweiht
Kultusministerin Dr. Annette Schavan bezeichnet berufliches Schulwesen als „Flaggschiff des Bildungssystems in Baden-Württemberg“ Land fördert Baumaßnahme mit rund 4,6 Millionen Euro
Kultusministerin Dr. Annette Schavan hat am Montag (14. März) den Neubau des Berufsschulzentrums Spaichingen offiziell eingeweiht. Die vom Land mit knapp 4,6 Millionen Euro geförderte Baumaßnahme unterstreicht nach den Worten Schavans den Stellenwert der beruflichen Bildung im Land. „Das berufliche Schulwesen ist das Flaggschiff unseres Bildungssystems in Baden-Württemberg“, sagte die Ministerin. In Spaichingen sei durch den Neubau ein Berufsschulzentrum entstanden, „das höchsten Anforderungen entspricht.“ Dies sei das Ergebnis einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Land und Kreis. Baden-Württemberg sei bei der Qualität der beruflichen Ausbildung Spitzenreiter unter allen deutschen Ländern. Dies habe eine Vergleichsstudie der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ ergeben. „Es mag noch so viele Pisa-Studien geben, sie werden alle nichts daran ändern, dass wir in Deutschland und ganz Europa um die Stärke der beruflichen Ausbildung in Baden-Wïürttemberg beneidet werden“, betonte die Ministerin. Schavan sieht in der dualen Berufsausbildung einen Standortvorteil im europäischen und internationalen Wettbewerb. Bildung werde als Motor für kulturelle, soziale und ökonomische Entwicklungen zur entscheidenden Quelle fïür wirtschaftlichen Wohlstand. Insbesondere die Berufsausbildung im dualen System sichere der Wirtschaft den benötigten Fachkräftenachwuchs und biete für die Absolventinnen und Absolventen einen verlässlichen Weg in eine qualifizierte Berufstätigkeit. Zwei Drittel eines Schülerjahrganges gingen den Weg durch die berufliche Bildung. Es sei Aufgabe von Politik und Wirtschaft, jungen Menschen gute Startchancen für ein erfolgreiches Berufsleben zu schaffen. Dass Baden-Württemberg dabei besonders erfolgreich sei, belege die europaweit niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im Südwesten. In keinem Bereich des Schulwesens sei die Nähe zur Wirtschaft größer. Gerade im ländlichen Raum entwickelten sich die Berufsschulen immer stärker zu Kompetenzzentren für Bildung an der Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft. Veränderungen und Weiterentwicklungen in den Betrieben hätten unmittelbaren Einfluss auf die berufliche Bildung. Dies erfordere ein hohes und kontinuierliches Reformtempo im Bereich der beruflichen Schulen. „Baden-Württemberg wird das System der dualen Berufsausbildung dynamisch weiterentwickeln und zukunftsfest machen“, versicherte Schavan. Als Beispiel fïür den eingeschlagenen Modernisierungsprozess verwies die Ministerin auf die Lernfeldkonzeption der Bildungspläne. Der Unterricht werde noch stärker als bisher auf die betrieblichen Anforderungen ausgerichtet. „Der Schritt in die Berufswelt gelingt jungen Menschen umso besser, je stärker Schule und Arbeitswelt miteinander verzahnt sind“, betonte Schavan. Mehr Selbstverantwortung und Eigenständigkeit würden den beruflichen Schulen darüber hinaus mehr Freiräume verschaffen, um die Bildungsangebote gezielt an den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft zu orientieren. Auch der im Jahr 1996 eingeleitete Modernisierungsprozess der Ausbildungsberufe werde weiter fortgesetzt. Bis zum Beginn des laufenden Schuljahres sind bereits insgesamt 229 Berufe neu geschaffen oder neu geordnet worden. In diesem Schuljahr werden weitere 23 Ausbildungsberufe überarbeitet oder neu geschaffen und damit auf die Anforderungen der modernen Berufswelt ausgerichtet. Kultusministerin Schavan hob den ausgezeichneten Ruf des Berufsschulzentrums Spaichingen als starker Partner in der dualen Berufsausbildung hervor. Die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft sei vorbildlich. „Mittelstand und Handwerk schätzen die Qualität der beruflichen Schulbildung, die hier durch engagierte Lehrkräfte vermittelt wird.“ Durch den Neubau des Berufsschulzentrums würden die bisherigen rïäumlichen Engpässe beseitigt und die Rahmenbedingungen für den Unterricht weiter verbessert. Das Gebäude umfasst jetzt eine so genannte Programmflïäche von insgesamt 5310 Quadratmetern. Schavan bedankte sich in diesem Zusammenhang insbesondere für das Engagement von Landrat Guido Wolf, „der immer klargestellt hat, dass die Selbstständigkeit des beruflichen Schulstandortes Spaichingen auch künftig erhalten bleiben soll.“
(Pressemitteilung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport vom 14. März 2005. Nun, heute ist die Schavan ihren Doktor los, auch wenn sie noch dagegen streitet, die Schule hat Erwin-Teufels Namen bekommen, der Kreis eine als vorbildlich gelobte Mängelliste, weil der Teufel offenbar im Detail steckt und ein Bär nicht als Exorzist taugt nach einem  Wolf. Von zwei Drittel eines Schülerjahrganges, die den Weg durch die berufliche Bildung gingen, kann heute keine Rede mehr sein. Die Landesregierung ist dabei,.die duale Ausbidung zu ruinieren durch eine Akademisierung, und folgen selbst im Kreis Tuttlingen ihr dabei nicht selbst schwärzeste Bürgermeister allein des Geldes und Inkompetenz in Bildungsfragen?)

Stolze Paten und Ministerin Schavan weihen die neue Berufsschule ein
…Architekt Christian Decker…dem stolzen Hausherrn, Landrat Wolf den Schlüssel überreichte….
Maurer bekommt die Staufermedaille
Er sei ein „Brückenbauer“, so Kultusministerin Dr. Annette Schavan über den früheren Leiter der Spaichinger Berufsschulen, Ulrich Maurer. Für seinen Einsatz für und in der Region hat die Ministerin den Pädagogen bei der Einweihung der neuen Schule mit der Staufermedaille des Landes ausgezeichnet…Zur Einweihung hat der Landkreis übrigens eine tolle Festschrift herausgegeben…
Neubau statt erneutem Anbau für 950 Schüler
Die neue Kreisberufschule in Spaichingen ist nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt…im Areal der ehemaligen Möbelfabrik Blessing…Die Stadt stellte ihren Grundstücksanteil dem Landkreis kostenlos zur Verfügung und verpflichtete sich darüber hinaus, das alte Schulgebäude zu übernehmen…Einzige Verzögerung bildeten am Schluss die Risse im Estrich. Die Architekten Habermann.Stock.Decker aus Lemgo, die mit ihrem Entwurf von vier verbundenen Würfeln auf diesem Baugelände mit sieben Metern Höhendifferenz die überzeugendste Lösung anboten, gingen aus 49 letztlich am Wettbewerb teilnehmenden Baumeistern als Sieger hervor…
(Schwäbische Zeitung, 11., 15./16. März 2005. Ob die Schreiberin inzwischen weiß, dass die Staufermedaille keine Auszeichnung des Landes ist, sondern eine persönliche des Ministerpräsidenten? Beste architektonische Lösung? Wie mögen bloß die anderen Vorschläge ausgesehen haben?)

 

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