Kommt Spaichinger Gemeinderat unter die Räder?

Will das Lokalblättle Kommunalpolitik ersetzen?

Diese runde Leere soll unter die Räder Jürgen Knubbens kommen. Hier will die Spaichinger CDU mit Grün-Rot im Schlepp für 40 000 Euro ein vom Hersteller und seinen Freunden als Kunst bezeichnetes Räderwerk wieder aufstellen lassen, nachdem es ein paar Jahre dort still stand und aus Verkehrsicherheitsgründen entfernt worden ist. 10 000 Euro soll die Stadt hierfür selbst berappen.

(tutut). Bevor der Spaichinger Gemeinderat einen Antrag der Afghanistan-Fraktion von Schwarz-Grün-Rot überhaupt auf der Tagesordnung hat, will das Lokalblättle ihn offenbar bereits auf Knubbenrädern überholen und somit eine Sitzung überflüssig machen. Die CDU mit Grün-Rot im Schlepp ist gewillt, koste es was er, Knubben, wolle, 40 000 Euro locker zu machen, um Jürgen Knubben, der wohl als CDU-Kunstfreund anzusehen ist, einen Auftrag zuzuschanzen. Denn ein entsprechender wiederholter Antrag an die Stadt ist eindeutig: Das Räderwerk” von Jürgen Knubben, welches vor wenigen Monaten noch leihweise auf dem Ochsenkreisel stand, dann aber aus Gründen der Verkehrssicherheit weg musste, soll nicht nur auf Kosten der Bürger erworben, sondern auch wieder auf dem Kreisel nach dessen Umbau aufgestellt werden.

Während namentlich nicht genannte Spender 30 000 Euro hierzu beschaffen wollten, solle die Stadt die restlichen 10 000 Übernehmen. Die sich immer wieder als “Presse” bezeichnende Lokalblättleredakteurin scheint gleichzeitig nicht gewillt zu sein, abzuwarten, bis erstens der Antrag auf der Tagesordnung des Gemeinderats gelandet ist und zweitens dieser darüber beraten hat. Fragen kann sie ja mal, aber muss denn jemand antworten?

Versucht sie bereits eine Entscheidung vorwegzunehmen? In einer Art Rundumfrage an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden will sie deren “Haltung” erfahren: “Sind Sie dafür oder dagegen und warum? Wann wird der Antrag denn verhandelt?” Gleichzeitig fragt sie in die Runde, “Welche Reaktionen hat der Stadtkunstverein auf das Fehlen der Räder bekommen bzw welche Reaktionen haben Sie erhalten? Und von wem?”, so als wäre diese als CDU-Kunstverein anzusehende Gruppe von mutmaßlichen Stadtkunstliebhabern überparteilich.

Wohl befürchtend, dass dies nicht genug Stoff zur Altpapierherstellung liefern könnte, hängt die Fragerin gleich noch eine Art Vermisstenanzeige wegen des Verbleibs eines sogenannten “Heuberger-Bote-Wettbewerbs” an, – “hat das überhaupt jemand ernst genommen? Und wenn nicht, warum nicht?”

Ist das Journalismus? Muss das überhaupt jemand ernst nehmen? Und wenn ja, warum?

Wie ernst die Spaichinger das Ganze nehmen müssten, hat der Künstler, dies ist keine geschützte Berufsbezeichnung, so kann sich nennen, wer will, auch ein studierter Theologe Jürgen Knubben, am 31. Januar selbst im Lokalblättle veröffentlichen lassen. Zweifellos ist dem zu entnehmen, dass  der Künstler vermutlich davon ausgeht, dass die Spaichinger Bürger in Fragen der Kunst überfordert sein könnten, was auch die Meinung der CDU zu sein scheint, die die Stadt irgendwie zu einem Glück zwingen will, welches manche Zeitgenossen schlicht für verrostenden Schrott halten und meinen, dass es in der Stadt Wichtigeres geben könnte, um 40 000 Euro auszugeben.

Über Kunst muss und darf stets gestritten werden. In dieser Hinsicht ist in den letzten Jahren schon so manches Fragwürdige angeschafft worden, weshalb auch jene, die meinen die Hoheit über den Kulturstammtischen gepachtet zu haben, sich vielleicht hinterfragen lassen müssten, ob sie es nicht auch eine Nummer kleiner hätten.

Die CDU hat schon im Januar versucht, mit Knubbens Werk die Stadt zu rädern bei den  Ausgaben. Könnte es sein, dass die CDU bei Knubben im Wort steht oder ihm gar finanziell verpflichtet ist? Natürlich dürfte wohl niemand in der Bürgerschaft etwas dagegen haben, wenn sich jemand um diese Räder reißt, und sie ihm deshalb auch zu gönnen sind. Gibt es aber etwa Konkurrenz oder ist Spaichingen in diesem Fall ein “Alleinstellungsmerkmal”?  Bestimmt der Künstler oder die CDU den Preis? Ist es mit Kunstwerken nicht so, dass deren Wert Null beträgt, falls sie niemand haben will? Stand nicht sogar im Lokalblättle, dass das Räderwerk nach Auskunft des Landratsamtes auf keinen Fall zurück auf den Ochsenkreisel dürfe,  der Verkehrssicherheit wegen? Wissen dies die Antragsteller und die Fragerin nicht mehr?

Was wollte der Künstler Knubben  denn am 31. Januar per Lokalblättle den Spaichingern mitteilen, als er verkünden ließ: “Er wolle sich nicht instrumentalisieren lassen von den Ränkespielen eines Bürgermeisters, ‘dem es sicher nicht um die Kunst geht, und die für mich nicht nachvollziehbar sind’. Aber, so Knubben, er werde sie nicht nach Rottweil zurück holen, sondern nur zwischenlagern bei freundlichen Spaichingern. ‘Ich finde, einfach die Räder passen auf dem Ochsenkreisel.’ Noch sei sicherlich nicht alles in Sachen Kunst auf dem Kreisverkehr geredet…Diesen Umgang mit ihm empfindet Knubben als respektlos, vor allem nachdem er viel Zeit und Herzblut in das renommierte und beliebte Stadtkünstler-Projekt – mit eine Initiative des früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden Ludwig Oehrle – gesteckt habe und stecke. Es gehe ihm um die Stadt und ‘viele liebe Menschen, die versuchen, in der Stadt Kunst so zu vermitteln, dass sie die Menschen auch verstehen können’, sagte Knubben. Er halte trotz der Affäre jetzt Spaichingen und seinen Menschen die Treue”.

Laut Bericht bezeichnete Knubben es auch als “Unverschämtheit”, dass in der Gemeinderatssitzung im Januar ein Fraktionsvorsitzender die Frage aufgeworfen hatte, ob es sich bei dem Räderwerk um „Plagiate, Kopien oder Originale“ handele, da es davon Knubbens Eingeständnis nach vier Stück gibt.

Eine Frage sei vielleicht zum Schluss gestattet: Warum wollen die vielen lieben und freundlichen Menschen Knubbens in Spaichingen nicht das Räderwerk für 40 000 Euro einfach selbst kaufen? Warum soll dies die Stadt auf Kosten der Steuerzahler tun, möglicherweise zur Kunsterziehung durch den Theologen Knubben?  Gar als eine Art Strafarbeit für Spaichinger Kulturbanausentum und “Ränkespiele” eines Bürgermeisters? Warum sagt Knubben nicht B, nachdem er A gesagt hat und verweigert sich den Spaichingern einfach? Sollen die doch mal sehen, was sie bloß ohne ihn machen!

Weil’s Trossingen hat, aber schön versteckt im Außenbezirk (Foto unten) und nicht in der City,  wo der Ochsenkreisel in Spaichingen sich dreht, muss es Spaichingen auch haben?  Ist das nicht ein bisschen phantasielos, zumal die Dinger sich doch ziemlich ähnlich sehen, “Werkzyklus” von vier solchen “Kunstwerken” hin oder her? Oben das Ding vor nächtlichem Abbau in Spaichingen, seither bei “freundlichen Spaichingern”  zwischengelagert.

 

 

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