Tarifvertrag mit Mindestlohn – vor 100 Jahren

Sechs-Tage-Woche – Vom 10-Stunden- zum 91/2 Stunden-Tag

Die Möbelfabrik Bühler im Jahr des Abbruchs 1984. Auf ihrem Gelände ist das Wohngebiet „Kirchwiesen“ entstanden.

(tutut).Vor 100 Jahren, im Jahr 1913, hat eines der größten Spaichinger Unternehmen einen neuen Tarifvertrag mit Mindestlohn eingeführt. Die Möbelfabrik H.G. Bühler schloss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern einen „Vertrag ab, der an Stelle der bisher 10stündigen Arbeitszeit erst die 93/4 stündige und ab 1. März 1913 die 91/2 stündige Arbeitszeit vorsieht.  Samstag ist um 5 Uhr Schluß der Arbeitszeit. Als Lohnausgleich tritt eine Erhöhung der Stundenlöhne um 2 Pfg. sofort und 2 Pfg. am 1.März 1913 ein.

Die Aklordsätze werden entsprechend dieser Erhöhung neu festgesetzt und tritt ab 1. März 1913 5 Prozent Aufschlag ein. Bei Anfertigung neuer Muster ist der zuletzt erzielte Durchschnittsverdient des betreffenden Arbeiters garantiert. Der Mindestlohn für ungelernte Detailarbeiter ist 34 Pfg., für gelernte Schreiner 44 Pfg. pro Stunde.

Möbelfabrik Bühler im Jahr 1913, als ein Ungelernter in der Stunde 34 Pfennige verdiente und ein Schreiner 44 Pfennige. Bei Sechs-Tage-Woche und  von 10 auf 91/2 Stunden  herabgesetzten Arbeitstagen.

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