Warum hält sich das Lokalblatt nicht an den Pressekodex?

Wo bleibt die vorgeschriebene Richtigstellung?

(tutut). Das Lokalblatt (Heuberger Bote alias Schwäbische Zeitung) hat am 3. November 2012 berichtet:

„Fakt ist, dass Bauhofmitarbeiter gefesselt und am Lastkran aufgehängt wurde“. Ein Sprecher der Polizeidirektion Tuttlingen wird mit den Worten zitiert: “Sicher ist, dass der Vorfall in der Art und Weise stattgefunden hat“.

Die Polizeidirektion Tuttlingen aber bestätigt diese angebliche Aussage gegenüber einem Anwalt nicht.

Eine durch Berichterstattung im Lokalblatt erfolgte Untersuchung durch Polizei und Staatsanwaltschaft führte zu keinem Ergebnis, zumal der angeblich Betroffene inzwischen an schwerer Krankheit gestorben war. Das Verfahren wurde ergebnislos eingestellt.

Auf die Berichterstattung des Lokalblatts hin folgten Leserbriefe und ein offener Brief vom halben Gemeinderat an den Bürgermeister, initiiiert von der siebenköpfigen CDU-Fraktion und je einem Stadtrat der Grünen und der FWV.

Daraufhin ging der Bürgermeister mit dem Fall vor Gericht. Eine Schlichtung brachte bisher auch keine Richtigstellung der Veröffentlichungen.

Laut Pressekodex ist das Lokalblatt verpflichtet zu einer Richtigstellung. Das ist bisher nicht geschehen. Wer Veröffentlichungen übernimmt, wie es im Fall des offenen Briefes und auch in Leserbriefen geschehen ist, ist mitverantwortlich für den veröffentlichten Inhalt, auch wenn dieser nur übernommen worden ist. Es gilt das Prinzip „mitgegangen, mitgehangen“.

Auslöser des ganzen Streites in Spaichingen war offensichtlich das Lokalblatt durch seine Veröffentlichungen, welche sich später wohl als haltlos herausgestellt haben.

Im Pressekodex heißt es:

1. Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

2. Sorgfalt
Nachrichten und Informationen sind auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.

3. Richtigstellung
Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, die sich nachträglich als falsch erweisen, sind unverzüglich richtigzustellen.

Wo bleibt bis heute die Richtigstellung durch eine Redakteurin, welche durch einen vor ihr beklagten „Bauhof-Fall“ , welche offensichtlich wohl selbst zu einem Fall geworden ist? Wo bleibt die Richtigstellung durch die Polizeidirektion, wenn diese angeblich falsch zitiert worden ist?

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