2012: Niedergang der CDU im Kreis Tut

Die Partei hat nichts mehr im Busch, sie sitzt darin

Es war einmal. So beginnen normalerweise nur Märchen.

(tutut). War da was 2012 im Kreis Tuttlingen? Ja, die CDU war.  Roland Ströbele darf als letztes Aufgebot ein Fähnlein der noch Aufrechten in die Schlacht um die politische Hoheit im Monopollokalblatt führen. Mit der Seniorenunion. Der Rest hat nichts mehr im Busch. Er sitzt darin.

Der Kreisvorsitzende ist immer noch Kreisvorsitzender, obwohl er sich im für ihn aussichtslosen Bürgermeisterwahlkrampf in Spaichingen nicht nur die Finger verbrannt, sondern politisch Harakiri begangen hat. Die Auswechselbank allerdings ist leer.

Nach dem politischen Sebstmord in Spaichingen folgte der viel wichtigere für das Prestige der einstigen Kreismacht, als zweiter Streich, welcher noch tiefere Striemen hinterlassen hat. Mit dem Spaichinger CDU-Dilettantismus ging auch der Landratsposten verloren.

Diesen Misserfolg können sich noch ein paar mehr der schwarzen Granden, die zu Zwergen wurden, auf ihre Fahnen schreiben: der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende, der offenbar nicht hinter dem dörflichen Kirchturm vorbeizuschauen vermag, und auch zwei Abgeordnete.

Der eine, im Land, konnte den Landratsposten loswerden mit Hilfe eines zwar formal hochdotierten, aber bedeutungslosen Amtes im Landtag. Inzwischen muss er zuschauen, wie für den von ihm einst regierten Kreis Inventur gemacht wird. Besonders gut fällt diese nicht aus.

Das Monopollokalblatt versucht, den Mann zum Retter der im Land enterbten CDU schön und hochzuschreiben. Wie soll das mit einem bisherigen Hinterbänkler gehen? Im übrigen Land verpuffen solche Heldengesänge als ungehört, wenn nicht gar unerhört.

Der andere, vom Monopollokalblatt als eine Art pollitischer Gigant hinter dem Kittelzipfel der Kanzlerin gemalt, sitzt auch nur im Busch. Denn wie der CDU-Landmann übt sich auch der CDU-Bundesmann im belämmerten Schweigen.

Wenn sie die Bedeutung haben sollten, welche ihnen zugeschrieben wird, dann gilt dies sicher nicht bei ihrer Kreis-CDU, in der sie an mitverantwortlicher Stelle sitzen. Nur noch passiv? Ist es nicht interessant, wie lautlos ihre Stimmen zu sein scheinen? Ob sie weiterhin als Scheinheilige durchgehen werden,so als seien die drei berühmten Affen ihre Vorbilder?

Sitzen sie nicht mehr im Busch, sondern bereits dahinter? Machen sich nicht gemein mit dieser ihrer Partei im Kreis Tut, wenn sie so tun, als hätten sie mit deren Taten nichts zu tun? Hofft der CDU-Bundesmann zur großen Wahl 2013, dass dieser Stiefel an ihm vorübergeht, aus dem die Kreis-CDU bittere Schlucke getan hat, welche sie offenbar anderen gedachte einzuschenken? Analysen, Bilanzen, diese hält die CDU ihren Mitgliedern seit den Debakeln in Land und Kreis vor.

Der Begleitservice, den dieser CDU immer noch das Lokalblatt bietet, sozusagen als Buschtrommel, zum Teil wie Kampagnen erscheinend und  mit verheerenden Folgen für regionalen Journalismus, hat sich zum eigenen Fall entwickelt. Er ist wohl so etwas wie der Offenbarungseid einer einst angesehenen Tageszeitung im Südwesten geworden.

Wer andere hochschreibt auf Teufel komm raus, muss tief fallen. Wer unten liegt, für den verschieben sich die Perspektiven. Da werden Zwerge zu Riesen, während aus schwarzen Riesen längst Zwerge geworden sind. CDU-Land ist abgebrannt. Oh, du lieber Augustin. Alles ist hin für die CDU in Grünland. Für die Partei rächt sich nun, dass nichts in dem Topf ist, für den sie Jahrzehnte den Deckel lieferte.

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