Wer anpackt, kann auch einpacken

Das Gegenteil von Professionalität ist meist Dilettantismus

(tutut). Oft ist keine Rettung in Sicht vor all den Anpackern und Freiwilligen, die im kollektiven Drang sich vorgenommen haben, die Welt zu retten. Es macht ihnen auch nichts aus, dass das Gegenteil von Professionalität keineswegs Ehrenamtlichkeit ist, sondern meist Dilettantismus.

Als Ergebnis werden dann stolz öffentlich die Werke stündlicher oder gar mehrtägiger Stümperei präsentiert. Übersehen wird, dass wer anpackt, auch einpacken kann.

Denn außer der Selbstdarstellung mit gegenseitigem Schulterklopfen ist in Wirklichkeit doch keinem geholfen. Im Gegenteil.

Wenn sich unbekannte Nichtpromis von ihrer Tagwerkbühne herabsteigen bzw. herabsteigen müssen, um in artfremden Berufen den störenden Hiwi oder Herumsteher zu mimen und dann auch noch der uninteressierten Allgemeinheit von wertvollen Erfahrungen vorzuflunkern, hat niemand etwas davon. Der nicht, der vom Profi zum Dilettanten wird, und jener auch nicht, der freundliche Miene zum tumben Spiel macht, in der Hoffnung, vom Strahl der Mediensonne gestreift zu werden.

Wem hilft’s denn unterm Strich? Es hilft wenig jenen, denen durch solchen Einsatz geholfen werden soll, es hilft auch denen nicht, die besser am angestammten Arbeitsplatz geblieben wären und ihren dort verdienten Lohn zur Verfügung gestellt hätten anstatt das niedrigere Praktikanten- oder Hilfsarbeitergeld.

Denn allein ums Geld dreht sich doch die ganze Chose. Und da sollte angestammtem qualifiziertem Personal nicht auch noch der Job weggenommen werden, und sei es nur für Stunden. Selbstlosigkeit und Freiwilligkeit sind ja keineswegs im Spiel. Denn sonst würde solche Eierlegerei vermutlich nicht mit soviel Gegacker begleitet werden.

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