Von der Zeit verweht

Vor 120 Jahren schon hat Spaichingen auf Windkraft gesetzt

Dieses Windrad pumpte von 1893 bis 1953  Wasser auf den Dreifaltigkeitsberg.

(tutut). Welchen sieben Winden das Spaichinger Gasthaus „Zu den sieben Winden“  kurz (7 Wind) gewidmet ist, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Schon der Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob hat sich über diesen originellen Namen gewundert. Auf jeden Fall spricht dies dafür, dass im Primtal  des Windes Kraft schon immer eine besondere Rolle gespielt hat, nicht erst heute, da er oft windigen Spekulanten Geld in die Kasse weht, auf der Energiewende als Deckadresse steht.

Dass die Spaichinger Windkraft schon vor 120 Jahren nutzten, und zwar nicht, um damit zu spekulieren, sondern allein des Gebrauchswertes wegen, haben die meisten wohl schon vergessen oder von der Zeit verweht nie gewusst, welche heute meinen, Breschen in Natur und Landschaft für Windmühlen schlagen zu müssen. An Plätzen, wo sie zwar keinerlei öertlichen Nutzwert haben, und auch nicht einmal sicher ist, dass wenigstens einer von sieben Winden weht.

Dieses Spaichinger Windrad stand seit 1893 in der Nähe des Karlsbrunnens am Fuß des Dreifaltigkeitsbergs und pumpte Wasser auf den Berg. Erst 1953 wurde es durch eine elektrische Pumpe ersetzt. Könnten heute nicht auch Windräder nützliche Arbeit übernehmen, welche inzwischen Strom aus der Steckdose verrichtet? Das wäre mal eine echte Energiewende.

Vielleicht denken alle Windmacher mal ein bisschen nach über die Vergangenheit und schauen über den Tellerrand zu Nachbarn, beispielsweise zu den windumtosten Niederländern. Die machen sich nämlich gar nichts aus dem Wind außer dort, wo wie sie schon stets gebrauchen konnten, bei ihren nostalgischen Windmühlen.

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