Kannitverstan?

Volker Kauder: „Es gibt wohl nichts, was es nicht gibt“.

(tutut). Klar, die Schagzeilen bestimmt zur Zeit sein Bruder. Die CDU im Wahlkreis Schwarzwald-Baar hat es bis jetzt nicht fertig gebracht, einen Siegfried Kauder anstatt zur erneuten Kandidatur für den Bundestag in die Wüste zu schicken, derweil Bruder Volker in seinem Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen Museen heimsuchte. Ein Problem hatte dieser dabei ausgerechnet nur mit Spaichingen und dem dortigen CDU-Bürgermeister Schuhmacher.

Denn der war im März zur Überraschung wohl auch des MdB wiedergewählt worden. Dabei hatte die Kreis-CDU gegen ihn doch sogar den einheimischen CDU-Kreisvorsitzenden Schumacher in Stellung gebracht. Vermutlich wohl ohne Wissen und zur Überraschung der Abgeordneten Kauder und Wolf.

Nun also drängte es Volker Kauder nach dem Motto oh Wahlkreis, oh Heimat, in das Spaichinger Gewerbemuseum, wo ihm die örtliche CDU offenbar schwarz versucht hatte, einen Teppich auszurollen, aber dazu den Hausherrn Bürgermeister nicht gefragt hatte, ganz nach der Gleichung Spaichingen=CDU. Diese ist wohl zur Überraschung Kauders nicht aufgegangen, ist er es doch anscheinend gewohnt, barrierefrei durch das Leben der Untertanen zu laufen.

Dass in Spaichingen alles seine Ordnung hat, muss ihn dabei verblüfft haben, zitiert ihn seine website doch mit den Worten: „So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt, aber es gibt wohl nichts, was es nicht gibt“. Das wird sich offenbar auch der Bürgermeister gedacht haben, denn zu Wahlkampfzeiten wie diesen hat es sicherlich keine Katze gern, wenn ihr die Mäuse auf dem Kopf herumtanzen.  Statt ins Museum zog es den Kaudertross dann in die Firma Hogri – geschenkt.

Irgendwie scheinen Kauder und sein Gefolge nicht mitbekommen haben, was der Bürgermeister ihnen ins Stammbuch geschrieben hatte, denn Hausrecht in öffentlichen Spaichinger Gebäuden hat die CDU nicht und für parteipolitische Veranstaltungen schon gar nicht. Der Bürgermeister in seiner Replik im „Stadtspiegel“: „Es kann schon sein, dass Herr Kauder so etwas in seinem Leben noch nie erlebt hat, es kann aber nicht sein, dass sich Herr Kauder oder der CDU-Ortdsverband darüber hinwegsetzt, was unter normalen Gepflogenheiten geboten wäre, nämlich, dass man die Nutzung des Gewerbemuseums, also eine öffentliche Einrichtung der Stadt, auch vor der Nutzung zunächst beantragt, bevor man die Nutzung ankündigt“.

Was könnten Volker Kauder und seine CDU dazu noch sagen? Wahrscheinlich dies: Wir haben nicht verstanden. Oder auf echt Tuttlingerisch: kannitverstan.

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