Konnten sie mal alles?

Hans Volle und Guido Wolf unter den „Herrgöttle aus dem Süden“

Baden-Württemberg ist ein Dauerfeierland. Gerade wird wieder ein Rummelplatz vor dem Neuen Schloss, dem Kultusministerium, aufgebaut.

(tutut). Zum 60. Geburtstag Baden-Württembergs, der ein Jahr lang gefeiert wird, als wäre es ein richtiges Jubiläum, sind eine Menge Bücher erschienen. Eins widmet sich mit „60 Einblicken in die Geschichte Baden-Württembergs“ auch dem „CDU-Land, Landräteland“, wobei den „Herrgöttle aus dem Süden“ auch zwei Tuttlinger Landräte zugesellt werden: Hans Volle und dessen Nachfolger Guido Wolf, jetziger Landtagspräsident.

„Wir können alles“ heißt das Werk von Andreas Braun und Gabriele Renz und ist erschienen im Theiss Verlag, zu haben im Buchhandel für 19,95 Euro.

Als die klassischen „Hergöttle im Süden“ werden natürlich die oberschwäbischen Landräte herausgestellt, denn, so die Autoren: „Selbstbewusst überhört man dort den giftig-bösen Spottvers: ‚Wo hoch die Kanzel und tief der Verstand, da ist das schwäbische Oberland‘ „. Aber, so heißt es da: „Ein anderes Herrgöttle aus dem Süden war der Tuttlinger Landrat Guido Wolf, der als Nachfolger von Willi Stächele im Herbst 2011 zum Landtagspräsidenten gewählt wurde. Kurz: Die Landräte in Baden-Württemberg empfehlen sich regelmäßig zu Höherem – oder werden empfohlen von denen, die sie gut kennen“. Vergessen zu erwähnen haben die Autoren dabei, dass Wolf ebenfalls aus dem Oberland kommt, aus Weingarten…

In diesem Zusammenhang erwähnt wird auch „Wolfs Vorgänger, Hans Volle, der…stattliche 24 Jahre lang Landrat war“. Er habe zu den „eifrigsten Strippenziehern in Baden-Württemberg“ gehört. Selbst Regierungschef Teufel sei zu seiner aktiven Zeit Teil von dessen Netzwerk gewesen. Volle, „über Jahrzehnte hinweg Wegbegleiter des Fraktionsvorsitzenden und späteren Ministerpräsidenten, beriet Erwin Teufel am Ende sogar ganz offiziell. Die Verwaltungsreform, so wird in Stuttgart kolportiert, sei auf Volles Mist gewachsen“.

Ob das Buch da richtig liegt? Nach jeder Landtagswahl mit Erwin Teufel als Regierungschef mutmaßte das Lokalblatt stets über Minister- oder Staatssekretärsposten Volles unter Erwin Teufel. Nichts war damit. So ein großer Strippenzieher, der über den Kreis hinaus reichte, war Volle sicher nicht. Tatsache aber ist, und das wird übersehen: Volle machte auch Karriere über das Spaichinger Rathaus wie so mancher andere CDU’ler. Solange Erwin Teufel dort als Bürgermeister regierte. Das musste man ihm lassen: Er hat stets tüchtige Leute um sich geschart, für die Spaichingen zum Karriere-Sprungbrett geworden ist.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.