Zum Nachdenken

Wer andern eine Grube gräbt …

Der Wahlkampf in Spaichingen ist vorbei. Die Schlammschlacht ist geschlagen. Wer mit Schmutz wirft, bei dem bleibt immer etwas hängen. Jetzt werden die verdreckten Hände in Unschuld gewaschen und die kranken Hirne der Gerüchte-Designer haben erstmal Pause.

Der Unterhaltungswert der letzten Wochen war extrem hoch. Wer hat sich nicht alles in diesem Wahlkampf mehr oder minder qualifiziert an die Öffentlichkeit gewagt – und wie mühsam hat die örtliche Presse Objektivität geheuchelt.

Die zu Hilfe geeilten Bürgermeisterleins einiger umliegender Dörfer mussten zerknirscht feststellen, dass die Intelligenz der Spaichinger Wähler doch höher ist als vermutet – und dass Emotionen keine Argumente ersetzen. Die Unterstützung von der falschen Seite war zwar gut gemeint, aber Brecht bereits sagte: „Das Gegenteil von `gut` ist nicht `schlecht`, sondern `gut gemeint`“.

Und ob das 10-seitige Psychogramm (mit dem Unbeteiligte und Uninteressierte genervt wurden) eines auf einem Holzstuhl Sitzengebliebenen dem ursprünglichen Ziel des Autors dienlich war, das mag angesichts des Wahlergebnisses zu Recht bezweifelt werden.

Die Unterstützer aus Nachbargemeinden, die ohnehin nicht hier wählen durften, müssen sich fragen, ob sie nicht besser Abstand von Unterschriftensammlungen genommen hätten.

Irgendwie bekommt da der Spruch „Feind, Todfeind, Parteifreund“ eine ganz neue Bedeutung. Wer solche Freunde hat, der braucht eigentlich keine Feinde mehr.

In diesem Wahlkampf haben christliche Parteimitglieder einer so genannten christlichen Partei häufiger gegen mindestens eines der 10 Gebote verstoßen. Um nicht des Etikettenschwindels (das Vortäuschen eines spezifischen Inhaltes mit Hilfe einer falschen oder irreführenden Inhaltsangabe auf dem Etikett) schuldig zu werden, sollte zumindest die regionale Parteiorganisation das „C“ aus dem Namen nehmen. Der Namensgeber hätte bestimmt nichts dagegen. Dann blieben nur noch die Buchstaben D und U übrig. Daraus könnte man dann einen Slogan für die Zukunft (für ein neues Miteinander) formen: „DU sollst nicht mit schmutzigen Tricks arbeiten“ – denn sonst straft dich der Wähler nächstens wieder ab. Jürgen W. Goldfuß, www.goldfuss.com

Ein Gedanke zu “Zum Nachdenken

  1. Wie alle Medien-Kommentare von
    W.Goldfuß:

    Punktgenau kritisch, lesenswert und
    gewürzt mit feiner Ironie.