Gelesen

Wer setzt, wer streicht in Spaichingen zuerst seine Segel?

Viele Spaichinger blicken gefesselt ins Funkenfeuer
Ein großer Fackelzug mit selbstgemachten Fackeln ist vom Dreifaltigkeitsberg hinunter zur Bleiche gezogen, wo schon zahlreiche Zuschauer beim aufgeschichteten Funken warteten. Vor den Fackelträgern weinten die Funkenhexen der Fasnet hinterher. Im Anschluss verbrannten sie symbolisch mit einer Hexenpuppe im gewaltigen Spaichinger Funkenfeuer.
(Schwäbische Zeitung. Gerade das Baumschulpraktikum gemacht? So etwas würde keinem Drittklässler durchgelassen werden! So hat noch niemand den Spaichingern ihr Brauchtum erklärt, denn sie werden es nicht wiedererkennen.)

Frager fühlen Kandidaten auf den Zahn
Mehr als zwei Stunden stehen Schumacher und Schuhmacher Rede und Antwort
(Schwäbische Zeitung. Mit einem solchen Text hätte früher kaum jemand eine Chance gehabt, wenigstens schreibender Dorfmitarbeiter zu werden. „Frager fühlen Kandidaten auf den Zahn“: Da weiß jeder Leser gleich, was er nicht hat. Tobias Schumacher fällt auf, dass er gebetsmühlenartig sein Mantra mit abgedroschenen Schlagworten herunterleiert, bei keinem seiner Auftritte ist bisher etwas anderes von ihm gekommen.)

Die kleine Hexe kommt nach Spaichingen
Am Mittwoch, 14. März, wird in der Stadthalle gehext. Denn dann ist die kleine Hexe zu Gast.
(Schwäbische Zeitung. Pm-plemplem. Sind die Gänsefüßchen immer noch ausgegangen?)

Maisner findet den richtigen Ton
Der 33-jährige Bürgermeisterkandidat stellt sich in Dürbheim rund 400 Bürgern vor
…Er scheint den richtigen Ton zu treffen…Einerseits habe er Berufserfahrung durch die praktische Ausbildung in der Stadtverwaltung Balingen erhalten, andererseits habe er das klassische Studium des Bürgermeisters an der Fachhochschule Kehl erworben.
(Schwäbische Zeitung. In der Überschrift trifft sie schon den richtigen Ton. Hier lobsudelt Regina Braungart. Die kann wohl nicht anders, vor allem nicht journalistisch. „Dipomverwaltungswirt“ ist ihr Kandidat, immerhin, denn der Spaichinger Tobias Schumacher scheint ja gar keinen Beruf zu haben. Zur Sache Dürbheim erfährt der Leser so gut wie nichts, sondern eher nur über eine etwas seltsam von ein paar Dürbheimern initiierte „Bewerbung“. Bürgermeister hat er studiert. Ganz was Neues. Wenn die Kehler das könnten, wären sie dort ja nicht Professoren und Dozenten.)

In Mühlheim-Stetten brennt ein „Bio-Funken“
(Schwäbische Zeitung. Sieht aus wie ein Feuer.)

„Rausschmiss ist eine Granatensauerei“
CDU-Bundestagsabgeordneter Jung schimpft in Mühlheim über Demission Würtenbergers
Die Abberufung von Regierungspräsident Julian Würtenberger ist das zentrale Thema der traditionellen Kässalatvesper der Mühlheimer CDU am Freitagabend im Gasthaus Lamm in Stetten gewesen. Nach den Rednern Volker Kauder und Guido Wolf in den vergangenen Jahren blickte diesmal der Stockacher Bundestagsabgeordnete Andreas Jung auf aktuelle politische Geschehnisse.
(Schwäbische Zeitung. Scheinheiliger Kanonier. Warum gab es in der Vergangenheit fast ausschließlich CDU-Regierungspräsidenten? Der erste in Freiburg war noch ein FDP-Mann gewesen, Paul Waeldin aus Lahr. Regierungspräsidenten sind nicht vom Volk gewählte Statthalter der Landesregierung. Ist den Leuten entgangen, dass Würtenberger lange krank war und es möglicherweise auch noch ist? Der fällt sehr sanft.)

Unbekannte zünden Kinderwagen an
(Schwäbische Zeitung. Siedelt im Raum Tut ein Stamm der Unbekannten?)

Innere des Klinikums strebt nach Fortschritt
Seit dem 1. Januar gibt es eine Rund-um-die-Uhr Versorgung bei akuten Herzbeschwerden
(Schwäbische Zeitung. Früher tot?)

Roland Keinert geht mit einem „Vergelt’s Gott“
Pfarrer verabschieden langjährigen Diakon mit einem Gottesdienst in der Kirche Maria Königin
(Schwäbische Zeitung. Gott heißt Keinert?)

Wenn’s unter den Füßen knackt
Trossinger Wasserrettungsgruppe übt in der Troase die Eisrettung
(Schwäbische Zeitung. Landesweit wohl die 1000. Übung. Ist das Eis in Trossingen anders als in Tut?)

Hausbrand macht Familie obdachlos
Ursache ist bislang nicht bekannt – Keine Personenschäden – Drei Feuerwehren im Einsatz
(Schwäbische Zeitung. Durch Schnaps obdachlos?)

Neues Navi

(tutut). Niemand kann mehr behaupten, er hat nur eine Mauer gesehen, wenn er durch Spaichingen gefahren ist. Auch der frühere Bundesinnenminister Baum würde jetzt auf Anhieb finden, was er vor Jahrzehnten noch verpasst hatte. „Ich suchte einen Marktplatz, und fand ein Betongebirge!“ seufzte er. Nun ist in einer Tag- und Sonnenaktion der Stadt ein neues Navi neben dem Marktplatz aufgestellt worden. Und auch der Bürgermeister wird wohl nicht nur für sich festgestellt haben, dass es gut ist. Das Ding steht übrigens jetzt auch von ganz alleine, Personal muss zum Halten nicht extra eingesetzt werden,

Lesen!

Dem schwarzen Hermann Polzer im grünen Tarnanstrich empfohlen

(tutut). Der Stadtrat der Spaichinger Schwarzen im grünen Tarnanstrich, Hermann Polzer, hat sein eigenes zehnseitiges Psychogramm in die Öffentlichkeit geworfen. Statt zum Florett greift er zur Dachlatte. Polzer wird sich mit Gerhard Uhlenbruck gesagt haben: „Der billigste Psychiater ist immer noch ein weißes Blatt Papier“. Zehn hat er verbraucht. Ein Psychotherapeut würde analysieren: Da ruft jemand um Hilfe.

Ein alternder Mann, eigentlich müsste er die Midlifecrisis schon hinter sich gelassen haben, neigt sich einem Jüngling zu und verliert dabei viele Worte. Sein Credo: „Sollte Tobias mit den Jahren seinem Vorgänger im Umgang mit dem Gemeinderat und der Verwaltung ähnlicher werden oder ganz neue Untugenden entwickeln, wird ihn ein ähnliches Schicksal erwarten: Widerspruch, Kritik und Abwahl“. Tobias also heißt sein Problem, dem er prophetisch ein Drohorakel widmet.

Dem Mann muss, dem Mann kann geholfen werden. Zumindest mit diesem Buch:

Narzissmus und Macht: Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik

geschrieben von Hans-Jürgen Wirth. Der Gießener Psychoanalytiker und Privatdozent interpretiert in seiner Untersuchung zur „Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik“ Macht und Narzissmus als „siamesische Zwillinge“.

Hermann Polzer scheint zu den (Kommunal)Politikern zu gehören, die das demokratische Brimborium eher als lästig empfinden. Als Ein-Mann-Fraktion im Gemeinderat hat er sich im CDU-Anhängerland, inzwischen ein politisches Atlantis der Alb, auf Gedeih und eher Verderb in wahnhafter Selbstüberschätzung an einen Jüngling gefesselt, anstatt, wie es in der Politik üblich sein sollte, der Spaichinger Sache zu dienen.

Dass ihm die Bürger, die Wähler völlig wurscht, wenn nicht gar Wurstsalat zu sein scheinen, bemerkt er wohl gar nicht. Auch nicht, dass er seine Verpflichtung als Gemeinderat anscheinend vor dem Rathaus in den Mülleimer gesteckt hat. Was haben Gemeinderäte zu tun? Gemeindeordnung § 32, 3: „Die Gemeinderäte entscheiden im Rahmen der Gesetze nach ihren freien, nur durch das öffentliche Wohl bestimmten Überzeugung. An Verpflichtungen und Aufträge, durch die diese Freiheit beschränkt wird, sind sie nicht gebunden“.

Hermann Polzer droht mit seinem Rückzug im Falle der Wiederwahl des Bürgermeisters. Damit gibt er sich als Undemokrat zu erkennen, als Wegbereiter grüner Diktatur, übrigens nicht der einzige, der im Zuge des Wahlkampf mit der Lücke droht, die ihn zweifellos bei einem Verschwinden aus dem Gemeinderat ersetzen würde.

Macht jeglicher Art, und sei es nur in einem Verein, zieht besonders auch Personen an, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Da geht es dann um Besessenheit in der Karriere, grenzenlose Selbstbezogenheit, Größenphantasien von narzisstisch gestörten Persönlichkeiten auf dem Weg an Schaltstellen ökonomischer oder politischer Macht, um auf die Hermann Polzer empfohlene Lektüre zurückzukommen. Bei ihm hat sich politische Gegnerschaft in ein Feindbild verwandelt, das möglicherweise krankhafte Züge angenommen hat. Aber darüber sollte sich ein Psychotherapeut den Kopf zerbrechen.

Eine Frage hat Hermann Polzer übrigens noch nicht beantwortet: Woher hat er die Adressen für seine verschickten Psychogramme? Kann es sein, dass er gegen den Datenschutz verstoßen hat?

Gefragt

Wissen Sie, dass auch einem Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums Griechenland Spanisch vorkommt? Wenn er an Aschermittwoch im Angesicht der Wutachschlucht seinen Parteifreunden noch nicht sagen konnte, wie er am heutigen Montag zur geplanten Milliardentransaktion in Richtung Schluchten des Balkans abstimmen wird, ist sicher davon auszugehen, dass dank höherer Eingebung seine Meinungsbildung nun abgeschlossen ist, oder?

Gelesen

(Südkurier, Ausriss. Damit lockt die VHSbaar in Donaueschingen eine Menge Leute an. Da muss wohl ein Lied umgeschrieben werden: Wer will nackte Handwerker seh’n…)

Adieu, nackte Schönheit – ade VHS!
Er schuf nackte Tatsachen auf dem Titelblatt des VHS-Programms und nun schafft er neue Tatsachen an der Spitze der Bildungseinrichtung: Jens Kohne verlässt Donaueschingen zum 1. April.“Zwei Jahre 48-Stunden-Ehe sind genug“, sagt der 33-Jährige Rotschopf im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten und bestätigt unsere Informationen, wonach der VHS-Leiter die Kündigung eingereicht hat. Die Stadt Donaueschingen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Nachfolger für die Leitung der Volkshochschule Baar.Die schöne Nackte auf dem aktuellen VHS-Heft war es nicht, die Jens Kohne weglockte, viel mehr ist es seine Ehefrau, die während Kohnes Amtszeit in Donaueschingen in Rheinland-Pfalz wohnen blieb und dort auch beruflich aktiv ist. Trotzdem spielt die nackte Cover-Frau jetzt eine tragende Rolle in Kohnes Leben: Sie bescherte ihm während der kurzen Zeit, die er seit seinem Dienstantritt am 1. Juli 2010 in Donaueschingen gewesen ist, einen Riesenerfolg und kontroverse Diskussionen.
(Schwarzwälder Bote. Kann sich im Kreis TUT jemand die vHS-Damen nackt auf dem Programmheft vorstellen?)

Rund 400 sind neugierig auf den „Neuen“
Harry Maisner stellt sich als Gegenkandidat zu Alfred Pradel in Dürbheim vor
Einen so großen Andrang haben selbst die Initiatoren des Treffens – darunter einige Dürbheimer Geschäftsleute – nicht erwartet. Rund 400 Frauen und Männer, darunter überraschend viele junge, wollten die Vorstellung des Balingers Harry Maisner (33) als Bürgermeisterkandidat in der Dürbheimer „Rose“ am Freitagabend erleben. Trotz eilig herbei gebrachter Bierbänke stand immer noch eine große Anzahl an Bürgern. Einige gingen sogar gleich wieder angesichs des Gedränges. Maisner, der Diplomverwaltungswirt ist, umriss seine Motive und Ziele für Dürbheim und erläuterte vor allem den Grund für die überraschende, nach Ende der Frist bekannt gewordene Bewerbung.
(Schwäbische Zeitung. Abrakadabra: 400 in der „Rose“. Wo waren da Polizei und Feuerwehr?)

Die Zeit zum Loswerden
Nach dem Feiern kommt das Fasten. Doch die sieben Wochen bis Ostern sind mehr als der Verzicht auf Genuss und Vergnügen. „Es geht um ein bewussteres Leben“, sagt Pfarrer Stefan Werner von der katholischen Kirchengemeinde.
Da ist er sich mit seinem evangelischen Kollegen einig. „Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der Christen über sich und das Leben nachdenken“, sagt Stadtpfarrer Frank Banse. Und dazu gehöre, erst mal alles loszuwerden. „Das Äußere lenkt vom Inneren ab“, meint Pfarrer Banse. Deshalb gehört für ihn das Ballastabwerfen ganz fest zur Fastenzeit. Stichwort: Gifte aus dem Körper heraus.
(Neckarquelle. Bares kann auch Ballast sein, nicht nur die Medizinmänner der Kirchen in VS nehmen’s gerne.)

„Farbenfrohe und ruhige Fasnet“
Auf eine farbenfrohe und vor allem aus polizeilicher Sicht ruhige Fasnet 2012 können die Beamten der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen in diesem Jahr zurückblicken.
(Neckarquelle. Langweilig. Fasnet, wie sie die Polizei erlaubt.)

Dürrheimer Arzt Dr. Huber sagte kein Wort
Der Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke und der langjährige deutsche Olympia-Arzt Georg Huber aus Bad Dürrheim haben vor dem Landgericht Freiburg ihren jahrelangen Streit fortgesetzt. Eine Entscheidung kündigte Richter Claude Mathonia für den 1. März an.Hintergrund ist ein Vergleich, den beide Seiten im Jahr 2007 geschlossen hatten. Darin ließ Huber Franke untersagen, ihn als Doper zu bezeichnen. Im Juni 2011 erstattete der Heidelberger Molekularbiologe dann Anzeige gegen den ehemaligen Verbandsarzt der deutschen Rad- und Skirennfahrer, weil der inzwischen von dem früheren Bahnradfahrer Robert Lechner schwer belastet worden war. So hatte der Bronzemedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele von 1988 gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» erklärt, von Huber systematisch gedopt worden zu sein.
(Neckarquelle. Wo gibt’s Spitzensport ohne Doping?)

Bad Dürrheim: Podiumsdiskussion und Menschenkette
Vor der großen Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheitsrisiko Massentierhaltung“ wird es am Samstag, 3. März, um 18.30 Uhr in Bad Dürrheim eine Demonstration in Form einer mindestens 225 Meter langen Menschenkette geben.Genau 225 Meter lang sollen die Ställe des Oberbaldinger Bauers Urban Messner für die geplanten Schweinezuchtanlage zwischen Öfingen, Oberbaldingen, Sunthausen und Biesingen werden. Die Bürgerinitiative rief gestern die Bürger auf, sich an der Demonstration zu beteiligen. Die Menschenkette beginnt an der Klinik Irma und geht bis über die Luisenpassage zum Haus des Bürgers. Dort gibt es im Anschluss ein Expertengespräch unter der Diskussionsleitung von Günther Baumann, dem Leiter der Lokalredaktion der Südwest Presse/DIE NECKARQUELLE. Auf dem Podium sitzen Eckhardt Niemann (Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken), Dr. Peter Ammann (ehemaliger Hygieniker am Kreiskrankenhaus in Coesfeld und Mitglied in der BI in Billerbeck), der über „Gesundheitsrisiko Massentierhaltung“ spricht und Prof. Alexander Doderer (Villingen), der meint: „Massentierhaltung schwächt die Region“. „Wir setzen alle Hoffnungen auf die Bundes- und Landespolitiker, den Paragraphen 35 zu kippen“, sagt Gerold Wölfle.
(Neckarquelle. Perverse tierquälerische Agrarpolitik inEuropa mit Bauern als EU-Angerstellten.)

Von der Schwäz geheiligt

Was tut eigentlich ein Landtagspräsident?


Der Liebling der Schwäz: Guido Wolf.

(tutut). Für die Schwäbische Zeitung ist er der Größte. Der kann machen, was er will. Ob er Narren etwas vordichtet, oder Bürgermeister in Aufruhr versetzt und auch sonst irgendwie gegen die Regierung wettert: Immer ist der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Wolf, Ex-Landrat von Tuttlingen, für die Schwäz der Landtagspräsident.

Von der Hinterbank im Landtag als unbeschriebenes Blatt unerwartet auf den Präsidentensitz geweht, hat ihn die Schwäz als Hausheiligen adoptiert. Ihm scheint’s zu gefallen, uneitel ist der Wolf in seinem Revier ja nicht. Er hat zwar seine Schanze in Tuttlingen verloren, und was er in Stuttgart tut oder nicht tut, geht niemand was an. Interessiert ja auch niemand. Denn während nun die sieben Geißlein regieren, kann der Wolf dort nicht einmal reagieren. Das macht er mit den Schwäzhofschreibern daheim, in der Hoffnung, dass es in Stuttgart niemand erfährt.

Denn des Landtagspräsidenten Aufgabe ist eine ganze andere, viel unbedeutendere, als sein Magenblatt den Lesern vorzumachen versucht. Was ist eigentlich ein Landtagspräsident? Da stellen wir uns nicht so dumm wie die Schwäz, sondern lassen den Landtag antworten:

„Die für die Öffentlichkeit wichtigste Aufgabe des Präsidenten ist es, die Landtagssitzungen zu leiten. Im Plenum steht dem Präsidenten oder den Stellvertretern die Ordnungsgewalt zu – Symbol hierfür ist die Glocke. Mögliche Ordnungsmaßnahmen gegenüber Abgeordneten sind Ordnungsrufe, Wortentziehung oder sogar Ausschluss von Sitzungen. Das Ordnungsrecht des Landtagspräsidenten erstreckt sich auch auf die Zuschauerränge: Beifall oder laute Äußerungen sind nicht erlaubt. Wer das missachtet, kann aus dem Saal gewiesen werden.Der Landtagspräsident hat sein Amt unparteiisch zu führen. Beim Leiten der Sitzungen helfen ihm zwei Schriftführer. Ihr Platz ist rechts und links neben dem Präsidenten“. Hinzuzufügen ist noch, dass  der Präsident im Benehmen mit den Vizepräsidenten die Dienstaufsicht über die Bediensteten des Landtags führt.

Wolf ist zwar der Zweithöchste in Baden-Württemberg, aber was bedeutet dies schon angesichts eines Christian Wulff, welcher sogar der Höchste in ganz Deutschland war. Als kleiner oder großer Grüßaugust sind sie unterwegs. Wenn Wolf die Amtsbeschreibung kennt, dann weiß er, dass die Berichterstattung in der Schwäz über ihn meistens falsch ist. Denn als Landtagspräsident ist er gewiss nicht auf jedem Heckenfest im Wahlkreis unterwegs.

Da er gegen diese Berichterstattung nichts unternimmt, weiß er entweder nicht, dass er unparteiisch aufzutreten hat, oder er weiß es. In beiden Fällen aber hat er ein Problem. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Regierung oder Landtag auf diese eigensinnigen parteiischen Auftritte Wolfs, stets von der Schwäz protokolliert, reagiert.

Das Buch zum „Film“

Empfehlenswert: Manfred Zachs „Die Bewerbung“

(tutut). Als 1999 Manfred Zachs Roman „Die Bewerbung“ erschien, wurde landesweit Spaichingen verdächtigt, der Schauplatz der fiktiven Geschichte zu sein. Zu ähnlich schienen Gegend und Handlung mit dem geschilderten Schauplatz und seinen Personen zu sein. Autor Manfred Zach, einst Pressesprecher von Lothar Späth, diesbezüglich befragt, verneinte natürlich.

Mit ein bisschen Phantasie lassen sich dennoch verblüffende Ähnlichkeiten zur Realität entdecken, die sicherlich so mehr oder weniger überall zu finden sein wird, nicht nur in Südwestdeutschland, wo der Roman spielt.

Wer die Handlung dieses Romans erfährt, wird natürlich den Kopf schütteln und die heimatliche Scholle von jedem Verdacht freisprechen. Undenkbar in ländlicher Idylle, dass dort Filz, Korruption und Vetterleswirtschaft herrschen. Und dann geschieht im Zuge einer Bürgermeisterwahl auch noch ein Mord.

Was seinerzeit der „Südkurier“ als „sehr, sehr kurzweilig!“ beschrieb und als „amüsante realistische Milieustudie“ bezeichnete, welche zum Krimi wird, empfiehlt sich sozusagen als Buch zum „Film“, nicht unbedingt als Bedienungsanleitung zur Spaichinger Bürgermeisterwahl, wenngleich, man kann ja nie wissen…

Da kommt ein Fremder in eine Kleinstadt, bewirbt sich um den Posten des Bürgermeisters, zum Entsetzen der örtlichen Honoratioren. Ein bisschen NS-Vergangenheit spielt hinein, ansonsten aber wird der Leser durchaus Verblüffendes Entdecken, weshalb Mutmaßungen, das Ganze könnte im Großraum Spaichingen spielen, die Kleinstadt „Wirkan“ lebt von ihrer Waffenfabrik, die steht ja woanders, keineswegs von den Haaren herbeigezogen sein müssen. Denn irgendwie ist Spaichingen ja überall.

Aus „Die Bewerbung“.

Spaichinger Schneehörnchen

(tutut). Es sieht aus wie ein Skunk, ist aber ein Eichhörnchen, wobei auszuschließen ist,   dass dies an der Spaichinger Bürgermeisterwahl liegt, wenngleich es Wesen geben soll, denen das Ganze stinkt. Von Eichhörnchen ist allerdings bekannt, dass sie nicht sonderlich an Bürgermeisterwahlen interessiert sind. Sie mögen frische Nüsse. Beknackte weniger. Da das Hörnchen nicht richtig wusste, was es mal werden will, machte die Natur kurzen Prozess und gab ihm von diesem und von jenem etwas, und fertig war das Spaichinger Schneehörnchen. Wenn es wüsste, wie es aussieht, nämlich nicht wie seine zwei normalen Kletterkumpel, wäre es sicher sehr sehr verwirrt, so dass es leicht passieren könnte, dass es als Mutant aus Harald Niemanns Zoo einfach so davonpolzern würde dorthin, wo jener Zauberer herrscht, der in Spaichingen die Schafe von den Böcken trennt, was überraschenderweise als jüngstes Gerücht nun Grün auf Schwarz die Runde macht.